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Das Bild vom demokratischen Soldaten: Spannungen zwischen der Streitkräfteorganisation und den Grundsätzen der Demokratie im europäischen Vergleich (abgeschlossen)

Das im November 2010 abgeschlossene Forschungsprojekt beleuchtet einen Aspekt, der von Arbeiten über den Demokratischen Frieden bislang ausgeklammert wurde: das Verhältnis demokratischer Gesellschaften zu ihrer für die Friedenssicherung wie für die Kriegführung zentralen Institution, dem Militär.

 

Der Unterhalt einer Armee stellt jede Demokratie vor ein mehrdimensionales Problem, das sich aus dem strukturellen Spannungsverhältnis zwischen militärischen Herrschafts- und Ordnungskonzepten und demokratischen Grundsätzen ergibt: Die hierarchische Binnenstruktur der Streitkräfte zeichnet sich durch Organisationsprinzipien aus, die dem demokratischen Gleichheits- und Freiheitspostulat zuwiderlaufen; die Legitimierung der militärischen Gewaltanwendung, die Soldatinnen und Soldaten zumutet, andere Menschen zu töten sowie notfalls das eigene Leben zu opfern, widerspricht der demokratischen Norm des gewaltfreien Konfliktaustrags. Dieses ohnehin problematische Verhältnis von Armee und Demokratie ist unter den Bedingungen der grundlegenden Veränderung des militärischen Auftrags von der Landesverteidigung hin zu diversen Typen externer Intervention seit Ende des Ost-West-Konflikts und angesichts eines rapiden militärtechnischen Wandels umso prekärer geworden.

 

Für die komparative Untersuchung dieser demokratischen Binnenverhältnisse wurden qualitative Fallstudien zu insgesamt 12 europäischen Ländern erstellt. Wir haben dabei untersucht, welche normativen Bilder vom Soldaten in der Demokratie jeweils entworfen werden und mit welchen Maßnahmen versucht wird, diese im militärischen Sozialisationsprozess wirksam werden zu lassen. In teilnehmenden Beobachtungen und Interviews wurde anschließend überprüft, inwieweit die Streitkräfteangehörigen in ihren Selbstverständnissen und Berufsidentitäten der normativen Agenda entsprechen.  

 

Wegen der Bedeutung der zivilen Kontrolle der militärischen Gewaltmittel für ein Funktionieren der Demokratie, lag der Schwerpunkt der Länderstudien auf Fällen postsozialistischer Transformation in Ost-, Mittel- und Südosteuropa. 

 

Das Projekt wurde von Mai 2006 bis November 2010 von der VolkswagenStiftung im Förderschwerpunkt "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" finanziert. Die Abschlusspublikation ist in Vorbereitung

 

Die Mitarbeiter/innen der HSFK erarbeiteten Fallstudien zu Großbritannien (Marco Fey), der Schweiz (Sabine Mannitz/Rabea Haß), Österreich (Berthold Meyer) und der Bundesrepublik Deutschland (Berthold Meyer/Julika Bake). 

 

Die nachfolgend aufgelisteten Länderstudien wurden von den externen Kooperationspartner/innen erbracht. 

  

Kooperationspartner

 

Estland

Dr. Leonid Karabeshkin, Euro-University Tallinn

Litauen

Prof. Grazina Miniotaite, Militärakademie Vilnius

Polen

Dr. Maria Wagrowska, Center for International Relations, Warschau

Rumänien

Dr. Marian Zulean, Universität Bukarest

Serbien

Dr. Miroslav Hadzic / Filip Ejdus, Center for Civil Military Relations, Belgrad

Spanien

Dr. José Garcia Caneiro & Eduardo Arranz Bueso, Universidad Complutense de Madrid

Tschechien

Dr. Zdenek Kriz, Masaryk Universität Brünn

Ukraine

Sergiy Gerasymchuk, Strategic and Security Studies Group Kiev

Ungarn

Dr. Erzsébet Nagyné Rózsa & Andras Racz, Hungarian Institute of International Affairs, Budapest

 

 

 

Das Projekt stellt Interimspapiere aus der Erarbeitung der Länderstudien zum Download bereit. Diese Arbeitsfassungen sind als work in progress zu verstehen und dürfen ohne Einwilligung der Autor/innen nicht zitiert werden.

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Mitglieder
Projekt- verantwortlich:
Harald Müller
Projektleitung:
Sabine Mannitz
Mitarbeiter/innen:
Marco Fey