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Das Forschungsprojekt beleuchtet einen Aspekt, der von Arbeiten über den Demokratischen Frieden bislang ausgeklammert wurde: das Verhältnis demokratischer Gesellschaften zu ihrer für die Friedenssicherung wie für die Kriegführung zentralen Institution, dem Militär.
Der Unterhalt einer Armee stellt jede Demokratie vor ein mehrdimensionales Problem, das sich aus dem strukturellen Spannungsverhältnis zwischen militärischen Herrschafts- und Ordnungskonzepten und demokratischen Grundsätzen ergibt: Die hierarchische Binnenstruktur der Streitkräfte zeichnet sich durch Organisationsprinzipien aus, die dem demokratischen Gleichheits- und Freiheitspostulat zuwiderlaufen; die Legitimierung der militärischen Gewaltanwendung, die Soldaten zumutet, andere Menschen zu töten sowie notfalls das eigene Leben zu opfern, widerspricht der demokratischen Norm des gewaltfreien Konfliktaustrags. Dieses ohnehin problematische Verhältnis von Armee und Demokratie ist unter den Bedingungen der grundlegenden Veränderung des militärischen Auftrags von der Landesverteidigung hin zu diversen Typen externer Intervention seit Ende des Ost-West-Konflikts und angesichts eines rapiden militärtechnischen Wandels umso prekärer geworden.
Für die komparative Untersuchung dieser demokratischen Binnenverhältnisse werden qualitative Fallstudien zu insgesamt 13 europäischen Ländern erstellt. Wir untersuchen dabei, welche normativen Bilder vom Soldaten in der Demokratie jeweils entworfen werden und mit welchen Maßnahmen versucht wird, diese im militärischen Sozialisationsprozess wirksam werden zu lassen. In teilnehmenden Beobachtungen und Interviews soll überprüft werden, inwieweit die Streitkräfteangehörigen in ihren Selbstverständnissen und Berufsidentitäten der normativen Agenda entsprechen.
Wegen der Bedeutung der zivilen Kontrolle der militärischen Gewaltmittel für ein Funktionieren der Demokratie, liegt der Schwerpunkt der Länderstudien auf postsozialistischen Transformationsstaaten aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa.
Das Projekt wird seit Mai 2006 von der VolkswagenStiftung im Förderschwerpunkt "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" finanziert.
Die Mitarbeiter/innen der HSFK erarbeiten Fallstudien zu Großbritannien (Marco Fey), der Schweiz (Sabine Mannitz/Rabea Haß), Österreich (Berthold Meyer) und der Bundesrepublik Deutschland (Berthold Meyer/Julika Bake).
Die nachfolgend aufgelisteten Länderstudien werden von den externen Kooperationspartner/innen erbracht.
Kooperationspartner
Das Projekt stellt Interimspapiere aus der Erarbeitung der Länderstudien zum Download bereit. Diese Arbeitsfassungen sind als work in progress zu verstehen und dürfen ohne Einwilligung der Autor/innen nicht zitiert werden.
Downloads
Aktuelle Publikationen
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Mitglieder
Projekt- verantwortlich:
Harald MüllerProjektleitung:
Sabine MannitzMitarbeiter/innen:
Marco FeyBerthold Meyer |
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