In einer ersten Teilstudie dienen öffentliche Spielräume als Untersuchungsfeld für demokratische Erfahrungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Gefragt wird nach den Auswirkungen von Interessengegensätzen zwischen Kindern und Erwachsenen und den angebotenen Möglichkeiten ihres
Aushandelns in der Kommunalpolitik. Hier kommen vor allem qualitative Methoden der Sozialforschung zum Einsatz (Interview und Beobachtung).
In einer zweiten Teilstudie werden im Rahmen eines Fortbildungsstudien-Settings (Kombination von Fortbildungsmethoden mit Forschungselementen) mit Pädagoginnen und Pädagogen Antworten darauf gesucht, welche Voraussetzungen und Grenzen in Bildungsinstitutionen maßgeblich darüber entscheiden, ob und wie Interessenkonflikte zwischen Erwachsenen und Kindern sich entwickeln und lösen lassen.
In der dritten Teilstudie soll untersucht werden, welche Erfahrungen Kinder mit Interessengegensätzen in ihrer alltäglichen Lebenswelt machen. In verschiedenen Bildungsinstitutionen (Kindertagesstätten und Grundschulen) soll mit Kindern herausgefunden werden (Video, Befragung, Interview), welche für sie selbst relevanten Lernerfahrungen sie zu einem aktiven Verhalten der Beteiligung ermutigen und welche zu Widerstand bzw. Resignation führen. Zwei polare Verhaltenseigenschaften vorausgesetzt – „basisdemokratisches“ (direkte Demokratie, Demokratie von unten) und repräsentatives Verhalten (Parteiendemokratie) – ist zu untersuchen, in welchem institutionellen Beziehungskontext Kinder welche Erfahrungen mit der Durchsetzung ihrer Bedürfnisse, Wünsche und Interessen machen. Sind es solche, die eher den Erfahrungen von Toleranz, Empathie und Zivilcourage entsprechen? Oder betreffen die Erfahrungen eher typisch formaldemokratisches (machtstrategisches) Verhalten? In welchem Zusammenhang stehen die kindlichen Erfahrungen zu den Lernzielen der Partizipationskonzepte?
Die Teilstudien sind in einen Verbund der HSFK, der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt (EFH) und kommunaler und kirchlicher Träger von Bildungseinrichtungen (Maintal und Dreieich) integriert. Die Fortbildungsstudie wird von der HSFK aus organisiert und mit drei Gruppen von Pädagoginnen und Pädagogen durchgeführt. Die Teilstudie „Lebensweltanalyse“ wird von der EFH aus im Rahmen der Lehrveranstaltungsserie „Kinder in der Stadt“ im Laufe mehrerer Durchgänge realisiert
- Demokratie leben lernen – von Anfang an Auf dem Weg zur Demokratieerziehung in Kindertagesstätten, Dokumentationen/documentations, 2006
- Partizipation, Entwicklungsförderung oder Anpassung? Demokratie im Kindergarten zwischen Bedürfnissen und Interessen, 2005
- Demokratie in Familie und Kindergarten? Konzepte zu Partizipation und Interessenkonflikten, 2005
- Demokratie leben lernen – von Anfang an Demokratie-Werkstatt Kindertagesstätte, HSFK-Standpunkte, Nr. 3, 2005
- Angst vor Partizipation? Auf dem Weg zur „Demokratisierung“ deutscher Kindertagesstätten, 2005
- Regeln – demokratisch gewendet, 2005
- Kinder in der Stadt, 2004
- Partizipation, Entwicklungsförderung oder Anpassung? Kindliche Bedürfnisse und Interessen und ihre Implikation für pädagogisches Handeln, 2004
- Die Familie – ein Baustein der Demokratie?, 2003
- Demokratie und Erziehung Durch Partizipationserfahrungen zum „mündigen Bürger“, HSFK-Reports, Nr. 3, 2001
- Von der „Trotzphase“ zum demokratischen Verhalten Entwicklungspsychologische Aspekte zur Entstehung von Demokratiefähigkeit, 2000
- Lernprogramm Demokratie Möglichkeiten und Grenzen politischer Erziehung von Kindern und Jugendlichen, 2000
- Demokratie leben lernen Dokumentation der Tagung vom 28.-29.5.1999 in Frankfurt, Dokumentationen/documentations, 1999