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Programmbereiche
Normgestützte Sicherheitsarchitektur: Konventionelle Rüstungskontrolle in Europa

Die europäische Sicherheitsarchitektur ist den neuen politischen Verhältnissen in Europa nicht angepasst worden. Der Versuch, den KSE-Vertrag nach dem Ende des Ost-West-Konflikts weiter zu entwickeln, ist in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre ins Stocken geraten. Ein wichtiger Teil der normativen Ordnung europäischer Sicherheit bedarf der erneuten Anpassung, andernfalls kann sich das Sicherheitsdilemma für die europäischen Staaten wieder erhöhen. Der russische Vorschlag, einen neuen europäischen Sicherheitsvertrag zu verhandeln, muss bei allen Schwächen als die Artikulation dieser Problematik gelesen werden.

Das Projekt ist an der Grenze zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung angesiedelt. Es lotet aus, welche Gerechtigkeitsansprüche die europäischen Länder diesseits und jenseits des ehemaligen „eisernen Vorhangs“ in die Debatte über europäische Sicherheit einbringen, wie sich diese Ansprüche mit Machtinteressen verbinden und welche Konflikte sich daraus ergeben. Unter Berücksichtigung neuer militärtechnologischer Entwicklungen, militärischen Doktrinen und Streitkräftestrukturen wird der Versuch unternommen, Ordnungsvorstellungen zu entwickeln, welche mit den Ansprüchen und Interessen aller beteiligter Staaten hinreichend kompatibel sind.

Mitglieder
Projektleitung:
Hans-Joachim Schmidt