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Im globalen "Nord-Westen" gilt die liberale Demokratie als universell gültiges Modell nationaler just peace governance, das es per Außen- und Entwicklungspolitik global zu verbreiten gilt. In der politischen Umsetzung trifft dieses Postulat allerdings auf gewichtige normative Probleme, die sich als Gerechtigkeitskonflikte interpretieren lassen. Dem Anspruch der Demokratieförderer, mit der Demokratie einen universellen Wert zu verbreiten, steht die Forderung nach einem kollektiven Anrecht auf selbstbestimmte politische Entwicklung entgegen. Während die liberale Demokratie im globalen "Nord-Westen" als einzig denkbare Form einer gerechten politischen Ordnung gelten mag, existieren in den "Empfängerländern" mitunter abweichende Vorstellungen über angemessene Normen und Institutionen. Und selbst dort, wo Demokratie als Modell einer gerechten Ordnung unbestritten ist, wird Demokratisierung zuweilen als Bedrohung für den innergesellschaftlichen Frieden wahrgenommen – einem nicht minder betonten Ziel der "Geber".
Das Projekt untersucht die Verarbeitung solcher Gerechtigkeitskonflikte durch Demokratieförderer sowie ihre Aushandlung zwischen "Gebern" und „Nehmern“. Im Zentrum stehen vier Fragen: (1) Inwiefern richten "Empfänger" (welche Typen von) Gerechtigkeitsansprüche an externe Demokratieförderer? (2) Inwieweit sehen sich "Geber" mit (welchen Typen von) Gerechtigkeitskonflikten in ihrer Demokratieförderpolitik konfrontiert? (3) Inwiefern und auf welche Weise verarbeiten Demokratieförderer diese Gerechtigkeitskonflikte? (4) Inwiefern und auf welche Weise werden Gerechtigkeitskonflikte zwischen "Gebern" und "Nehmern" ausgehandelt? Analysiert wird die Politik ausgewählter Repräsentanten des "Nord-Westens" (USA, Deutschland, evtl. NATO, EU) gegenüber drei Ländergruppen, in denen in abgestufter Intensität die Friedensfähigkeit sowie die lokale Akzeptanz liberal-demokratischer "gerechter Friedensordnung" problematisch ist (voraussichtlich Afghanistan/Irak, Saudi-Arabien/Ägypten, Bolivien/Ecuador).
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