 |
Bulletin No 51 - Winter 2004/05
Lars Berger/Markus Kaim
Zeit für einen Paradigmenwechsel. Die Iran-Politik
der Europäischen Union ist in einer Sackgasse gelandet
Die Politik der Europäischen Union gegenüber
Iran basiert bis heute auf zwei leitenden Annahmen: erstens,
dass das politische System Irans im Sinne des Wertekanons
der EU reformfähig sei und dass die von der EU angestrebte
Systemtransformation evolutionär und von innen erfolgen
könne; zweitens, dass auch die Außen- und Sicherheitspolitik
Irans durch Kooperationsangebote und die Einbindung Teherans
in multilaterale Handlungszusammenhänge zu mäßigen
und letztlich auch im europäischen Sinne zu transformieren
sei. Damit befindet sich die EU weitgehend im Gegensatz
zu einer weit verbreiteten Position in den Vereinigten Staaten,
die mittlerweile von einer Reformunfähigkeit des politischen
Systems ausgeht, auf einen Regimewechsel setzt, der von
außen induziert werden müsse und schließlich
die steuernde Wirkung eines konstruktiven Engagements gegenüber
Teheran anzweifelt.
Im Sinne dieser europäischen Grundannahmen
unterstützte die Europäische Union in der Vergangenheit
zivilgesellschaftliche Gruppierungen und die reformorientierte
Opposition in Iran und bot der iranischen Führung ein
Bündel von Vergünstigungen für den Fall an,
dass diese freie Wahlen zulasse und die Einhaltung der Menschenrechte
gewährleiste. Zudem sollte sie im Bereich der Außenpolitik
ihre Ablehnung des Nahostfriedensprozesses revidieren, sich
an der Bekämpfung des transnationalen Terrorismus beteiligen
bzw. die Unterstützung entsprechender Gruppen einstellen
und nicht zuletzt ihr Nuklearprogramm[1] dem Kontrollregime
der International Atomic Energy Agency (IAEA) unterwerfen.
Die EU hat großes Interesse an einer
moderaten iranischen Außenpolitik, unterstützt
die Einbindung Irans in eine regionale Sicherheitskooperation
und betrachtet Teheran aus geostrategischer Perspektive
als potentiellen Stabilitätsanker am Arabisch-Persischen
Golf, in Zentralasien, im Kaukasus und in Südasien.
Alle Formen der intra-regionalen Zusammenarbeit mit dem
Ziel der Konflikteinhegung erfahren daher die volle Unterstützung
der EU.
Im innen- wie im außenpolitischen Kontext
hat die bislang verfolgte EU-Strategie jedoch empfindliche
Rückschläge erlitten und ist an die Grenze ihrer
Wirksamkeit gestoßen. Daher steht die Union bzw. stehen
ihre Mitgliedsstaaten vor der Notwendigkeit einer völligen
strategischen Neuorientierung der europäischen Politik.
Diese Analyse betrifft vor allem die Instrumente
der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der
EU gegenüber Iran: Grundannahme war bislang, dass ein
konditionales Engagement der europäischen Politik,
d.h. die Verknüpfung von politischen und ökonomischen
Anreizen bzw. Androhungen mit der iranischen Politik, eine
Verhaltensänderung der iranischen Führung in den
Bereichen Menschenrechte, Terrorismus, Nahostfriedensprozess,
Proliferation von Massenvernichtungswaffen im Sinne der
EU bewirken könne. Dies war die Grundlage für
den so genannten kritischen Dialog (1992-1997)[2] , die
seit 2002 laufenden Verhandlungen über ein Handels-
und Kooperationsabkommen und die europäische Zusage,
Iran an die WTO heranzuführen.[3]
Ein scheinbarer Erfolg der europäischen
Politik war das Abkommen zwischen Deutschland, Frankreich
und Großbritannien (E3) einerseits und der Teheraner
Führung vom 21. Oktober 2003, das die Zustimmung der
iranischen Führung enthielt, das Zusatzprotokoll zum
Nichtverbreitungsvertrag (NVV) zu unterzeichnen, das unangekündigte
Kontrollen iranischer Nuklearanlagen durch Inspektoren der
IAEA ermöglichen würde.[4] Aus der Sicht der EU
erscheint auch das jüngst erzielte zweite Abkommen
dieser Parteien vom 15. November 2004 als ein Erfolg der
europäischen Diplomatie. Es sieht eine von der IAEA
überwachte Suspendierung der iranischen Urananreicherung
vor; im Gegenzug stellt die EU erneut die Wiederaufnahme
der Verhandlungen über ein Handels- und Kooperationsabkommen
sowie die Unterstützung des iranischen WTO-Beitritts
in Aussicht.[5]
Doch die außenpolitischen Instrumente
der EU haben sich im Falle des Irans nur begrenzt als effektiv
erwiesen: Konditionalisierung kann nur bei einer klaren
Abhängigkeit eines Akteurs in einzelnen oder mehreren
Politikbereichen funktionieren. Dies ist im Fall der EU-Iran-Beziehungen
jedoch weitgehend nicht der Fall, im Gegenteil: Die Mitgliedsstaaten
der EU sind von iranischen Energielieferungen, vor allem
Erdgas, abhängig und daher durch iranische Politik
verletzlich. Aus diesem Grund sind sie daran interessiert,
die entsprechenden Energieimporte aus Iran zu sichern und
zugleich ihren Warenexport nach Iran zu stabilisieren oder
sogar zu erhöhen.
Unter diesem strukturellen Defizit hat bereits
der kritische Dialog in den 1990er Jahren gelitten. Da die
Mitgliedsstaaten der EU letztlich nicht bereit sind, ökonomische
und politische Hebel einzusetzen, ist die Union faktisch
ihrer Sanktionsmöglichkeiten gegenüber dem Iran
beraubt und kann von Konditionalisierung nicht wirklich
gesprochen werden. Dies hat für die europäischen
Handlungsoptionen und Steuerungsmöglichkeiten sowohl
bezüglich der iranischen Innenpolitik als auch der
Außenpolitik Teherans restringierendere Folgen.[6]
Wie die schleichende Entmachtung aller Reformkräfte
in der zweiten Hälfte des Jahres 2003, die ihre Spitze
im Ausschluss zahlreicher Kandidaten von den iranischen
Parlamentswahlen am 20. Februar 2004 fand, gezeigt haben,
war die EU mit ihrer Einschätzung des politischen Systems
viel zu optimistisch und hat ihre eigenen Instrumente, das
Verhalten Irans zu beeinflussen, überschätzt.
Offenkundig ist das politische System aus strukturellen
Gründen, d.h. der Stellung einzelner Akteure und Institutionen,
die sich keiner politischen Kontrolle unterwerfen müssen,
nur in einem engen Rahmen wandlungsfähig. Damit verschärft
sich dauerhaft eine erste Dilemmasituation, vor der die
EU steht, dass nämlich die Union die Machtergreifung
der iranischen Reformbewegung wünscht, aber mit den
herrschenden "konservativen" Machteliten verhandeln
muss sowie auch das zweite Dilemma, dass nämlich die
EU weiterhin zwischen ihren energie- und wirtschaftspolitischen
Interessen und der angestrebten Liberalisierung der innenpolitischen
Verhältnisse im Iran balancieren muss.
Auch hat Iran die Unterstützung für
den internationalen Terrorismus nicht entsprechend dem Interesse
der Europäischen Union beendet. Iran ist weiterhin
einer der wichtigsten Unterstützer der im Libanon agierenden
Hizballah. Dies hat insofern weitere Implikationen, da es
Anzeichen für eine engere Kooperation zwischen der
Hizballah und der palästinensischen Hamas gibt.[7]
Die guten Beziehungen zwischen deutschen und iranischen
Geheimdiensten halfen zwar bei der jüngsten Übereinkunft
zwischen der israelischen Regierung und der Hizballah über
einen Austausch von Gefangenen und den sterblichen Überresten
israelischer Soldaten. Diese Aktion war jedoch bei unabhängigen
israelischen Terrorismus-Experten weit stärker umstritten,
als dies die Berichterstattung in den deutschen Medien glauben
machen konnte. Die deutsche Regierung befindet sich also
auch in diesem Punkt in einer Dilemmasituation zweier momentan
gegenläufiger Interessen: dem Streben nach kontinuierlich
guten Wirtschaftsbeziehungen zu Iran einerseits, das andererseits
zum Hauptgaranten der terroristischen Infrastruktur in den
palästinensischen Gebieten avanciert.
Im Hinblick auf den dritten Problemkreis europäisch-iranischer
Beziehungen stellt sich die dringende Frage, was geschieht,
wenn der Iran sich nicht an die aus dem NPT und dem Zusatzprotokoll
resultierenden Verpflichtungen hält: Was unternimmt
die EU, falls der Iran doch Uran waffenfähig angereichert
und die Unklarheiten des iranischen Nuklearprogramms der
vergangenen Monate, die auch die IAEA beklagt hat, Indizien
für ein illegales Nuklearwaffenprogramm sind? Zahlreiche
Indizien begründen zumindest Zweifel an der iranischen
Kooperationsbereitschaft in diesem Politikfeld: So hat die
iranische Regierung zwar im Oktober 2003 das o.a. Zusatzprotokoll
zum NVV unterzeichnet, eine Ratifizierung durch das Parlament
ist jedoch bislang nicht erfolgt; bei dem zweiten Abkommen
zwischen den E3 und Iran handelt es sich nicht um ein rechtlich
bindendes Dokument, sondern um eine "vertrauensbildende
Maßnahme"; nur wenige Tage nach seiner Unterzeichnung
wurden bereits Differenzen zwischen den Vertragsparteien
laut, wie lange die Suspendierung anhalten müsse, und
schließlich kündigte die Teheraner Führung
am 25. November 2004 an, dass zwanzig Uranzentrifugen von
dem Anreicherungsstopp ausgenommen seien.
Die Anreicherung von Uran ist nach dem NPT
zwar nicht verboten, könnte Iran aber zur Herstellung
von Atomwaffen dienen. Der iranischen Seite müsste
daher deutlich gemacht werden, dass die Ablehnung des europäischen
Angebots von Hilfen im Bereich der Nukleartechnologie in
Reaktion auf die iranische Aufgabe der Urananreicherung
als Beleg für ein Atomwaffenprogramm auf Seiten Irans
gewertet würde. Dies um so mehr, als dass die Ausstattung
mit natürlichen Ressourcen Iran nicht zwingend auf
die zivile Nutzung der Atomenergie angewiesen sein lässt.
Wenn man davon ausgeht, dass eine von innen getragenen Veränderung
des politischen Systems oder zumindest der politischen Elite
Irans vor dem für 2005/06 erwarteten Erreichen des
Nuklearstatus nicht besonders realistisch erscheint, dann
müssen sich die Europäer der Frage stellen, ob
sie diese Situation für tolerierbar halten oder nicht.
Welche Folgen der Besitz von Atomwaffen durch
Iran für die Europäer hat, hängt davon ab,
welche der in der wissenschaftlichen Diskussion nuklearer
Proliferation genannten Motive - nationale Sicherheit, innenpolitische
Interessen, internationaler Status - für das Streben
nach Massenvernichtungswaffen im iranischen Fall zutreffen.[8]
Geht man davon aus, dass dies im wesentlichen
eine "defensive" Reaktion auf das von der außenpolitischen
Elite in Iran wahrgenommene Sicherheitsdilemma eines durch
pro-amerikanische Staaten "eingekreisten" Landes
ist[9] , dann würde es genügen, die nukleare Zweitschlagskapazität
Israels zu gewährleisten, um damit eine effektive gegenseitige
Abschreckung zu sichern.[10] Gerade für Israel, um
dessen Sicherheit sich innerhalb der EU die Bundesrepublik
in besonderem Maße sorgt, bedeutete nämlich der
Atommachtstatus Irans eine enorme strategische Verschlechterung
und existentielle Gefahr. Aufgrund der mangelnden strategischen
Tiefe Israels mit seinen wenigen Bevölkerungszentren
in unmittelbarer Nähe des einzigen Großflughafens
und der zentralen Atomanlage in Dimona in der Wüste
Negev, wäre das Land besonders anfällig für
einen gezielten atomaren Erstschlag.[11]
Gänzlich andere Folgen hätte der
Besitz von Atomwaffen durch den Iran, wenn dieser aufgrund
der iranischen Selbstwahrnehmung als regionaler Hegemon
die Grundlage für eine offensivere Durchsetzung nationaler
Interessen im Nahen und Mittleren Osten bilden sollte. Bereits
jetzt ist Iran in der Lage, Teile der Türkei und das
Gebiet Israels mittels der im Juli 1998 erstmals getesteten
älteren Version der Schahab 3-Rakete (Reichweite: 1.3500
km) zu erreichen. Die enge Kooperation der Türkei mit
Israel und ihre konfliktträchtigen Beziehungen mit
dem iranischen Partner Syrien widersprechen deutlich den
Interessen Teherans. Dazu kommt, dass die mögliche
Erweiterung der EU um die Türkei eine gemeinsame Grenze
zwischen der EU und Iran etablieren würde. Möchte
die EU sich nicht eine mögliche nukleare Bedrohung
"importieren", muss sie sich zwischen der Aufnahme
der Türkei in die EU oder der Hinnahme des iranischen
Atommachtstatus entscheiden.[12]
In der Region des Arabisch-Persischen Golf
würde der iranische Besitz von Atomwaffen, die Möglichkeiten
der westlichen Welt, die Sicherheit der arabischen Golfanrainer
und damit den Zugang zu den Erdölvorkommen der Region
zu schützen, nachhaltig verringern. Iran wäre
dann in der Lage, seine Politik der Annäherung an die
Staaten der GCC zu beenden und zu versuchen, regionalen
Großmachtansprüchen Nachdruck zu verleihen. Daher
wäre eine mögliche Antwort der EU, die Staaten
der GCC bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, den Transport
der Rohölvorkommen vom Wasserweg auf Überlandpipelines
zu verlagern. Damit verlöre eine Atommacht Iran das
diplomatische Druckmittel einer möglichen Schließung
der Straße von Hormuz.
Die dramatischste, zumindest theoretisch mögliche,
Bedrohung wichtiger Interessen der EU durch iranische Atomwaffen
resultierte aus einer entsprechenden Fähigkeit diese
mittels entsprechender Raketensysteme auf europäische
Ziele zu richten. Momentan scheint eine denkbare direkte
Bedrohung auf Südosteuropa begrenzt.[13] Sollten Berichte
über die Entwicklung von Trägerraketen mit größeren
Reichweiten stimmen, kann eine direkte Gefahr für Mitteleuropa
innerhalb der nächsten Jahre nicht ausgeschlossen werden.[14]
Zur Wahrung der eigenen territorialen Sicherheit hätte
die EU dann die Option, mittelfristig enorme Ressourcen
in ein Raketenabwehrsystem zu investieren, dessen Leistungsfähigkeit
noch nicht abzusehen ist und dessen Finanzierung eine enorme
weitere Belastung der europäischen Haushalte bedeuten
würde.
Geht man davon aus, dass die Verhinderung
einer militärischen Konfrontation zwischen einem Staat
oder einer Staatengruppe und dem Iran wegen des möglichen
Atomwaffenbesitzes nicht im Interesse der Europäischen
Union ist und die oben beschriebenen Optionen sicherlich
umstritten sein werden, dann scheint nur die Option nachhaltiger
und umfassender Sanktionen gegenüber Iran zu bleiben.
Daraus ergibt sich jedoch die Notwendigkeit einer einheitlichen
transatlantischen Position.
Wie in den 1990er Jahren die Debatte um den
kritischen Dialog und den Iran-Libya-Sanctions Act von 1996
unter den Schlagwörtern "engagement" und
"containment" zeigte, sind die Beziehungen zwischen
der Europäischen Union und Iran letztlich in die amerikanisch-iranischen
Beziehungen eingebettet und von diesen hochgradig beeinflusst.
Trotz scheinbarer Differenzen kreisen die transatlantischen
Diskussionen letztlich um die anzuwendenden Instrumente,
nicht um die Ziele einer westlichen Iran-Politik, in deren
Mittelpunkt eine Verhaltensänderung der politischen
Führung in Teheran steht. Akzeptiert die EU das Primat
der USA in allen Fragen, die die regionale sowie die globale
Sicherheit bedrohen - Terrorismusbekämpfung, Proliferation
von Massenvernichtungswaffen, Regelung des arabisch-israelischen
Konfliktes -, dann erscheinen vor dem Hintergrund der anhaltenden
Probleme Washingtons im Irak auch die Vereinigten Staaten
eher bereit, bei einem entsprechendem Entgegenkommen der
iranischen Seite von ihrer konfrontativen Haltung abzurücken.[15]
Aus iranischer Perspektive könnte es
dann kein Entweder - Oder mit Blick auf die EU und die USA
geben, sondern die sondern die iranische Führung wird
dauerhaft nicht umhin kommen, ihre Beziehungen zu Washington
aus eigenem Interesse zu normalisieren. Die EU selbst bzw.
die europäisch-iranischen Beziehungen können dabei
eine wichtige Hilfestellung leisten.
Das Beispiel Irak hat gezeigt, dass verschärfte
Sanktionen letztendlich sogar ein nach außen so fest
verankertes Regime wie das von Saddam Hussein innenpolitisch
schwächen und zur Aufgabe der Programme zur Herstellung
von Massenvernichtungswaffen bewegen können.[16] Auch
wenn momentan für Deutschland mit seiner exportorientierten
Wirtschaft eine konfrontativere Haltung gegenüber Iran
einschließlich der ernstzunehmenden transatlantischen
Drohung mit empfindlichen Sanktionen nicht sonderlich attraktiv
erscheint, so kann diese doch am ehesten die Wahrscheinlichkeit
umstrittenerer und kostenintensiverer Entscheidungen zu
einem zukünftigen Zeitpunkt verringern.
[1] Vgl. Dazu Thränert, Oliver: Der Iran
und die Verbreitung von ABC Waffen (SWP-Studie S 30), Berlin
2003, besonders S.7ff. und 28ff.: http://www.swp-berlin.org/common/get_document.php?id=178
sowie die Beiträge in Reissner, Johannes/ Whitlock,
Eugen (Hrsg.): "Iran and Its Neighbors: Diverging Views
on a Strategic Region" - Vol. II, Berlin 2004, S.31-47:
http://www.swp-berlin.org/common/get_document.php?id=786.
[2] Für eine Bilanz des kritischen Dialogs
vgl. Reissner, Johannes: Europas "kritischer Dialog"
mit Iran, in: Schubert, Klaus/ Müller-Brandeck-Bocquet
(Hrsg.): Die Europäische Union als Akteur der Weltpolitik,
Opladen 2000, S.173-186; Taylor, Trevor: The Critical Dialogue
Reconsidered, in: Behrendt, Sven/ Hanelt, Christian-Peter
(Hsrg.): Bound to Cooperate - Europe and the Middle East,
Gütersloh 2000, S.244-262, sowie Rudolf, Peter: Critical
Engagement: The European Union and Iran, in: Haass, Richard
N. (Hrsg.) Transatlantic Tensions. The United States, Europe,
and Problem Countries, Washington 1999, S.71-101.
[3] Vgl. Marinez Carbonell, Belén:
EU Policy Towards Iran, in: Reissner/ Whitlock, a.a.O.,
S.17-23 (S.19ff.).
[4] http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/friedenspolitik/abkommen-iran-dt.pdf.
[5] http://ue.eu.int/ueDocs/cms_Data/docs/pressdata/EN/declarations/82680.pdf
[6] Vgl. Zu dieser Problematik auch Everts,
Steven: The EU und Iran: How to Make Conditional Engagement
Work (Centre for European Reform Policy Brief), London 2003:
http://www.cer.org.uk/pdf/policybrief_eu_iran.pdf.
[7] So zum Beispiel die durch Israel abgefangene
Lieferung von Waffen aus Iran in den Gaza-Streifen, vgl.
Nicholas Blanchard, Palestinian Ties to Iran, Hizballah
look firmer, in: Christian Science Monitor, 18. Januar 2002;
Lee Hockstader, Iran Implicated by Captain in Seized Weapons
Shipment, in: Washington Post, 9. Januar 2002.
[8] Sagan, Scott D.: Why Do States Build Nuclear
Weapons?, in: International Security 21 (Winter 1996-97),
Nr.3, S.54-86.
[9] So die These von Harald Müller in:
ders.: Warum die Bombe? Die nuklearen Möchtegerne Iran
und Nordkorea, in: Internationale Politik, 59 (2004), Nr.1,
S.12-18 (S.14).
[10] Durch die Bestückung dreier durch
die Bundesrepublik Deutschland gelieferter U-Boote mit Cruise
Missiles samt nuklearer Sprengköpfe hat Israel im Jahr
2002 diese Kapazität nachhaltig verbessert, vgl.: Walter
Pincus, Israel Has Sub-Based Atomic Arms Capability, in:
Washington Post, 15. Juni 2002.
[11] Vgl. dazu Entessar, Nader: Israel and
Iran's National Security, in: Journal of South Asian and
Middle Eastern Studies 27(2004), Nr.4, S.1-19; Giniewski,
Paul: Un conflit israelo-iranien a l'horizon 2005?, in:
Defense Nationale 59 (2003), Nr. 11, S.182-192 sowie Lewis,
Samuel W.: The Infernal Triangle: Iran, Israel, and the
United States, in: Reissner/ Whitlock, a.a.O., S.9-13.
[12] Vgl. zu den bilateralen Beziehungen Cetinsaya,
Gökhan: Turkish-Iranian Relations Since the Revolution,
in: Turkish Review of Middle East Studies 2003 (Foundation
for Middle East and Balkan Studies, Vol.14), Istanbul 2004,
S.143-161.
[13] Im Oktober 2004 verkündete der ehemalige
iranische Präsident Rafsandschani den erfolgreichen
Test der modifizierten Schahab-3 Rakete mit einer Reichweite
von 2000 Kilometern: vgl. Iran's Missiles Can Now Hit Europe,
Ex-Official Says, in: Washington Post, 6. Oktober 2004.
Damit könnte Iran das gesamte Territorium der Türkei
sowie Teile Griechenlands, Bulgariens und Rumäniens
erreichen.
[14] Während laut iranischen Offiziellen
die Schahab-4 nur als Trägerrakete für die zivile
Raumfahrt dienen soll, behaupten unbestätigte Berichte,
dass diese Rakete auch eine Tonne Gewicht über eine
Entfernung von 4000 Kilometer transportieren könnte.
Damit wären europäische Hauptstädte wie Berlin,
Wien und Rom innerhalb ihrer Reichweite. Vgl. dazu: Cordesman,
Anthony H., Proliferation in Iran. An Overview of Delivery
Systems and Possible CBRN Weapons Programs, Center for Strategic
and International Studies, Washington, D.C. 20. Februar
2004: http://www.csis.org/burke/iran_proliferation.pdf.
[15] So plädiert ein Bericht des Council
on Foreign Relations unter Leitung des ehemaligen Nationalen
Sicherheitsberaters, Zbigniew Brzezinski, und des ehemaligen
Direktors der CIA, Robert M. Gates, für eine neue Politik
des "selective engagement" mit Iran, vgl. Iran:
Time for a New Approach. Report of an Independent Task Force.
Sponsored by the Council on Foreign Relations, New York
2004: http://www.cfr.org/pdf/Iran_TF.pdf.
Vgl. dazu auch Cordesman, Anthony: The U.S. and Iran: Options
for Cooperation, Washington 1998: http://www.csis.org/stratassessment/reports/us&iran.html.
[16] Vgl. den Bericht des Special Advisor
to the Director of Central Intelligence zur Frage der Massenvernichtungswaffen
im Irak unter Saddam Hussein: http://www.cia.gov/cia/reports/iraq_wmd_2004/.
Bitte zitieren als: Lars Berger/Markus Kaim,
Zeit für einen Paradigmenwechsel. Die Iran-Politik
der Europäischen Union ist in einer Sackgasse angelangt,
Raketenabwehrforschung International, Bulletin No. 51 (Winter
2004/05), Frankfurt am Main 2005.
|
 |