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Bulletin No 18 - Herbst 2000
Bernd W. Kubbig (unter Mitarbeit von
Tobias Kahler)
Problematische Kooperation im Dreieck: Das trilaterale Raketenabwehrprojekt
MEADS
1. Bedrohungen und Technische Besonderheiten
des Rüstungsvorhabens
Das Raketen- und Flugabwehrsystem MEADS (Medium
Extended Air Defense System) ist derzeit das einzige groß
angelegte transatlantische Forschungs- und Entwicklungsprojekt
der NATO.[1] Es wird von Deutschland, Italien und den USA
durchgeführt und soll in erster Linie der veränderten
Bedrohungslage nach dem Ende des Ost-West-Konflikts Rechnung
tragen. MEADS wurde als Nachfolger des als veraltet geltenden
Luftabwehrsystems HAWK (Homing All-the-Way to Kill) konzipiert.
Das Gemeinschaftsprogramm soll darüber hinaus Kurz-
und Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite bis zu ca.
1000 km abfangen können.
Die Befürworter dieses trilateralen Unternehmens
in der Bundesrepublik begründen MEADS im wesentlichen
mit der Sicherung der eigenen Truppen bei multilateralen
Kriseneinsätzen. Mit der Entwicklung von MEADS reagieren
die NATO-Verbündeten Vereinigte Staaten, Italien und
Deutschland auf die seit dem Ende des Ost-West-Konflikts
veränderte Gefahrensituation: Sicherheitspolitisch
und militärisch liegt das Hauptaugenmerk auf regionalen
zwischen- und innerstaatlichen Konflikten, die durch den
Wegfall der Bipolarität an Dynamik gewonnen haben.
So scheint die Wahrscheinlichkeit des Einsatzes von westlichen
Streitkräften mit dem Ende des Kalten Krieges eher
zu- als abgenommen zu haben: Neben Peacekeeping- und Peace-Enforcement-Einsätzen
der Vereinten Nationen sind auch Interventionen unter dem
Mandat der NATO, der Westeuropäischen Union oder der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
vorstellbar. Die Weiterverbreitung (Proliferation) von Massenvernichtungswaffen
und Trägersystemen, so die MEADS-Befürworter,
bedingt eine größere Bedrohung der Krisenreaktionskräfte.
In den Worten von Staatssekretär Peter Wichert im Verteidigungsministerium:
"Die zunehmende Verbreitung von Raketensystemen,
unbemannten, aber auch immer schnelleren und kleineren
bemannten Flugzeugen mit weit reichender Bewaffnung und
hoher Treffgenauigkeit machen diese Weiterentwicklung
der klassischen Luftverteidigung notwendig."[2]
MEADS dient der Punktverteidigung, es soll
keine großen Territorien schützen; der Einsatz
beschränkt sich auf einen Radius von weniger als 10
km.[3] Das System richtet sich gegen taktische ballistische
Flugkörper ebenso wie gegen Flugzeuge, Unmanned Areal
Vehicles (UAVs), Hubschrauber und Marschflugkörper.
Auszeichnen soll sich MEADS vor allem durch hohe Mobilität,
effektive Rundumverteidigung (360 Grad-Abdeckung aufgrund
des Radars), durch eine größere Feuerkraft als
etwa das HAWK-System und durch eine einfachere Benutzung
mit weniger Personal. MEADS soll ferner eine vernetzte Systemarchitektur
haben, die es ermöglicht, alle einsatzbereiten Sensoren
und Startgeräte von jedem Gefechtsstand aus zu verwenden.[4]
Durch die internationale Kooperation während der gesamten
Planungs- und Enwicklungsphase soll MEADS die Interoperabilität
im NATO-Verbund gewährleisten, d.h. sicherstellen,
daß die Waffen der Verbündeten aufeinander abgestimmt
sind.
Die Befürworter dieses Kooperationsprojekts
werben ferner mit zwei primär wirtschafts- und industriepolitischen
Argumenten: Erstens sei die Entwicklung neuartiger, komplexer
Waffensysteme angesichts der angespannten Haushaltslage
nicht mehr im nationalen Rahmen möglich. Zweitens werde
die weiterreichende europäische und besonders die transatlantische
Rüstungszusammenarbeit durch derartige Projekte gestärkt.
Der Vorsitzende der DaimlerChrysler Aerospace (Dasa), Manfred
Bischoff, hat insbesondere den letzten Punkt hervorgehoben:
"Aber ich will ein Beispiel für
die transatlantische Kooperation hier mit Nachdruck ansprechen:
MEADS. Wir Europäer haben dem Luftabwehrprogramm
MEADS immer eine besondere Bedeutung für die zukünftige
Gestaltung der transatlantischen, aber auch der inner-europäischen
Kooperation beigemessen. Ich weiß, daß dies
auch in den USA stets so gesehen wurde. In diesem Sinne
haben wir auch die bemerkenswerte Anweisung von Minister
Cohen vom 23. März 1997 zur internationalen Rüstungskooperation
gewertet. Um so mehr beobachten wir mit Sorge, daß
in den USA die Fortführung des Programms immer wieder
in Zweifel gezogen wird. Für uns Europäer hat
MEADS nicht nur hohen Signalcharakter, weil es erstmals
auf einer gleichberechtigten transatlantischen Partnerschaft
aufbaut. Für uns ist MEADS der Testfall der transatlantischen
Kooperationsfähigkeit, denn es ist das einzige Programm,
für das ein gemeinsamer Bedarf und keine Alternative
- weder in den USA, noch in den beteiligter [sic] europäischen
Staaten - gegeben ist."[5]
2. Die Entwicklung des "Transatlantischen
Trauerspiels"
Die US-Regierung, etwa die im Pentagon für
die Raketenabwehr zuständige Ballistic Missile Defense
Organization (BMDO), präsentierte das MEADS-Projekt
Mitte der 90er Jahre wiederholt als Paradebeispiel für
die transatlantische Kooperation. Durch die gemeinsame Planung
und Produktion eines neuen Abwehrsystems sollte auch in
den Augen von Militärs und Politikern jenseits des
Atlantiks der Weg für eine umfassende militärische
Zusammenarbeit geebnet werden. Nicht nur die beiden europäischen
MEADS-Partner, auch die Vereinigten Staaten argumentieren,
dieses Projekt sei bei den derzeitigen und zu erwartenden
Verteidigungshaushalten nicht im nationalen Alleingang,
sondern nur im internationalen Verbund finanzierbar.[6]
So sah sich das Pentagon nicht in der Lage, das mobile Raketenabwehrsystem
Corps SAM - den Vorläufer von MEADS - allein zu finanzieren.
Dieses Rüstungsvorhaben war ursprünglich
als amerikanisch-deutsches Projekt gedacht. Im Februar 1994
erging eine entsprechende Einladung aus Washington nach
Bonn. Deutschland wollte MEADS jedoch von Anfang an multilateral,
also zusammen mit anderen europäischen Staaten, durchführen.
Großbritannien beteiligte sich nicht an dem Projekt,
da es eine Tauglichkeitsstudie ("pre-feasibility study")
zu Raketenabwehrsystemen erstellte und keine Technologien
zu dem Unterfangen beizusteuern hatte. Frankreich gab im
Mai 1996 bekannt, sich aus finanziellen Gründen nicht
mehr an dem Programm zu beteiligen. Daraufhin unterschrieben
die drei verbliebenen Partner ein am 28. Mai 1996 in Kraft
getretenes "Memorandum of Understanding", welches
die formale Basis für die weitere Zusammenarbeit schuf.
Ursprünglich sollte MEADS von den USA, Deutschland,
Frankreich und Italien im Verhältnis 50:20:20:10 finanziert
werden. Der Kostenschlüssel wurde dahingehend modifiziert,
daß die USA, Deutschland und Italien das Projekt nun
im Verhältnis 60:25:15 finanzieren. Diese Anteile wurden
später auf 55, 28 und 17 Prozent verändert. Die
Kooperationspartner gingen davon aus, daß der Ausstieg
Frankreichs die Gesamtkosten des Projekts stärker senken
würde als der Kostenbeitrag Frankreichs ausgemacht
hätte, da auch die von Paris geforderten teuren Sonderwünsche
nun nicht mehr erfüllt werden mußten.
Doch nicht nur die Franzosen hatten Bedenken
hinsichtlich der finanziellen Aufwendungen: Während
der US-Haushaltsdebatte 1998 erhielt MEADS zwar die Unterstützung
der Pentagon-Führung, in der entscheidenden Phase waren
aber die hohen Kosten und alternative, allein von der USA
durchgeführte Abwehrsysteme ausschlaggebend dafür,
daß Verteidigungsminister Cohen und Jacques Gansler
(Unterstaatssekretär für den Bereich Beschaffung
und Technologie) sich in den Kongreßausschüssen
nicht vehement genug für MEADS einsetzten. Auch die
BMDO und die US-Army zeigten letztendlich zu wenig Interesse
an einer langfristigen Absicherung dieses Rüstungsprogramms.
Starke Vorbehalte des US-Kongresses stellten die Finanzierung
des Projekts immer wieder grundsätzlich in Frage. Daher
wird nun nur noch an einer Version gearbeitet, die in weiten
Teilen auf bereits bestehenden amerikanischen Systemen aufbaut.
3. Die unterschiedlichen Prioritäten
der transatlantischen Partner
Die US-Administration und insbesondere der
Kongreß setzen völlig andere Schwerpunkte bei
der Raketenabwehr als die beiden Kooperationspartner Italien
und Deutschland. In den Vereinigten Staaten liegen sie derzeit
auf dem Nationalen Raketenabwehrsystem (National Missile
Defense, NMD). Aber selbst vor der Jahreswende 1998/1999,
als der konzeptionelle und budgetäre Schwerpunkt auf
den regionalen Abwehrsystemen lag (Theater Missile Defense,
TMD), behandelten die Exekutive und Legislative in Washington
das transatlantische Projekt stiefmütterlich. Beide
Häuser des Kongresses strichen im September 1998 die
von Clinton geforderten über $ 40 Mio. zur Weiterführung
von MEADS aus dem Verteidigungshaushalt für 1999. Statt
dessen bewilligten Senat und Repräsentantenhaus $ 10
Mio. zur Erforschung eines mobilen PATRIOT/PAC-3-Systems.
Am 20. Januar 1999 gab US-Verteidigungsminister Cohen bekannt,
daß die Vereinigten Staaten in den nächsten drei
Jahren $ 150 Mio. für MEADS ausgeben wollten. Das Programm
solle sich jedoch auf taktische Raketenabwehr zum Schutz
von Truppen beschränken und auf bestehende Systeme
aufbauen.[7]
Auch im neuesten Pentagon-Budget für
das am 1. Oktober beginnende Haushaltsjahr 2001 bildet MEADS
weit abgeschlagen hinter anderen antitaktischen Abwehrprogrammen
das Schlußlicht. $ 63,2 Mio. forderte die Clinton-Administration
für dieses trilaterale Projekt, mit dem die Regierung
rhetorisch "den Wert der internationalen Zusammenarbeit"
unterstreichen will.[8] Im Konferenzreport von Senat und
Repräsentantenhaus bewilligte das Haus am 20. Juli
2000 jedoch nur $ 53,5 Mio. (der Senat hatte damals noch
nicht entschieden).[9] Das U.S. General Accounting Office
(amerikanischer Rechnungshof) brachte diese ungesicherte
Haushaltslage in seinem MEADS-Report vom Juni 1998 kritisch
so auf den Punkt: Die Ballistic Missile Defense Organization
habe sich nicht frühzeitig um die nachhaltige Finanzierung
des Programms gekümmert.
In ihrer zusammenfassenden Absichtserklärung
("summary statement of intent") vom Februar 1995
hatte die BMDO im Pentagon darauf hingewiesen, daß
die nach der Projektdefinitionsphase (also nach dem Haushaltsjahr
1999) anfallenden Gelder für die Weiterentwicklung
des Projekts vorhanden sein würden. Im Februar 1996,
also just zu dem Zeitpunkt, als die Ballistic Missile Defense
Organization kurz vor dem Abschluß der internationalen
Verhandlungen zum MEADS-Projekts stand, kürzte das
Pentagon jedoch den BMDO-Haushalt - mit der Folge, daß
die für dieses transatlantische Programm vorgesehenen
Gelder gestrichen wurden.[10] Absichtserklärung und
budgetäre Wirklichkeit waren also entgegengesetzt.
Um eine grobe Größenordnung für die anfallenden
Kosten zu vermitteln: Laut Bericht des US-Rechnungshofes,
der sich auf die Pläne der BMDO von März 1998
beruft, würden sich die Entwicklungskosten für
die Haushaltsjahre 1999 bis 2007 auf $ 3,6 Mrd. belaufen,
was nach dem Verteilungsschlüssel für die Vereinigten
Staaten einen Beitrag von $ 1,8 Mrd. bedeuten würde.
Für die Haushaltsjahren 2005 bis 2016 gab die BMDO
die Beschaffungskosten mit weiteren $ 10, 1 Mrd. an.[11]
In der deutschen Presse werden - allerdings unspezifiziert
- bis zu 25 Mrd. DM allein für den Projektpartner Deutschland
aufgeführt.[12]
Während der Projektdefinitionsphase konkurrierten
in den USA zwei Konzerngruppen miteinander. Am 19. Mai 1999
gab die NATO-Organisation NAMEADSMA (NATO MEADS Management
Agency), in Huntsville, Alabama, der Firma Lockheed Martin
Electronics & Missiles in Florida den Zuschlag für
die Weiterführung des Projekts.[13] Sie wird nun mit
dem zur EuroMEADS zusammengeschlossenen Konglomerat aus
DaimlerChrysler Aerospace AG, Siemens und Alenia Difesia
in der MEADS International Incorporation zusammenarbeiten.
Die Mitte 1999 eingeleitete technologische Entwicklungsphase
wird ungefähr drei Jahre dauern und etwa $ 300 Mio.
kosten. Die Aufgabe von MEADS International besteht dabei
primär in der Ausarbeitung von detaillierten Plänen
für den Bau eines MEADS-Prototypen im Jahr 2002. Mit
einer serienreifen Produktion ist erst Ende des nächsten
Jahrzehnts zu rechnen. Das waren jedoch die Vorstellungen
des Pentagon aus dem Jahre 1999. Die Entwicklungsphase soll
nach den derzeitigen Plänen erst 2005 beendet sein;
$ 714 Mio. sieht die BMDO im Pentagon für die Haushaltsjahre
2002-2005 vor. Auch der Einsatz der "Ersten Ausgerüsteten
Einheit" verzögert sich; er ist gegenwärtig
für das Budgetjahr 2012 vorgesehen.[14]
4. Die zunehmende Amerikanisierung
des trilateralen Modellprojekts
Die von den Vereinigten Staaten favorisierte
Abfangrakete vom Typ PATRIOT/PAC-3 läuft auf eine Politik
des "Kauft Amerikanisch!" ("Buy American!")
hinaus. Denn ursprünglich war vorgesehen, eine Rakete
speziell für MEADS zu entwickeln. Deutschland und Italien
sahen durch die PATRIOT/PAC-3-Variante die transatlantischen
Sicherheitskooperation bedroht. Denn sie fürchteten,
daß die Vereinigten Staaten ihrem Anliegen nicht Rechnung
tragen - also ein Abwehrsystem zu entwickeln, das tief fliegende
Kampfflugzeuge, Cruise Missiles sowie Helikopter, langsame
Flugkörper und UAVs abzuwehren vermag.[15] Die deutsche
Seite, repräsentiert durch Aussagen des deutschen System-Managers
Oberst Klaus Richter, hält zudem die verbliebenen finanziellen
Mittel für nicht ausreichend, um eine angemessene Entwicklung
des Programms sicherzustellen.[16]
Italien und Deutschland akzeptierten dennoch
bereits im wesentlichen den Vorschlag der USA, die PAC-3-Rakete
auch für MEADS zu verwenden und somit auf die Herstellung
einer eigenen Abfangrakete vorerst zu verzichten. Die beiden
europäischen Projektpartner halten jedoch an der späteren
Entwicklung einer speziellen Abfangrakete für MEADS
fest. Zusätzlich zu den technischen Modifikationen
des MEADS-Projekts schlug die Clinton-Regierung vor, den
Finanzierungsschlüssel so zu ändern, daß
die USA in Zukunft nur noch eine Hälfte und Italien
und Deutschland die andere Hälfte selbst tragen. Die
Bundesrepublik akzeptierte diese Änderungen unter dem
Vorbehalt, daß die USA an der Fertigstellung von MEADS
insgesamt festhalten. Wie "partnerschaftlich"
die Vereinigten Staaten mit ihren europäischen Verbündeten
Deutschland und Italien umgehen, geht aus den Worten eines
Vertreters im deutschen Verteidigungsministerium hervor;
er beschrieb das vielbeschworene transatlantische Modellprojekt
praktisch im Sinne von Erpressung:
"Während unserer Treffen machten
die USA ziemlich klar, daß PAC-3 die Lösung
sei und daß wir (sic!) uns auf eine gemeinsame Entwicklung
nur dann einlassen können, wenn wir PAC-3 als den
Kern [von MEADS, die Autoren] akzeptieren. (...) Dies
war ein bißchen so, wie wenn man eine Pistole auf
seinen Kopf gerichtet hat. Wir brauchen ein System, aber
das System, das wir wirklich brauchen, scheint zu verschwinden."[17]
5. Der wirtschaftliche und technologische
Protektionismus von Pentagon und US-Kongreß
Der Dissens zwischen den nur im Hinblick auf
die prozentualen Anteile gleichen Projektpartner betrifft
keinesfalls nur den hegemonialen Umgangsstil der Vereinigten
Staaten. Grundsätzliche Unstimmigkeiten berühren
vielmehr auch die Substanz des Gemeinschaftsprojekts. Neben
der bereits angesprochenen Amerikanisierung von MEADS insbesondere
in Form der amerikanischen Abfangrakete geht es um die Regelung
des Technologietransfers. Die Vereinigten Staaten haben
ihren europäischen Partnern wiederholt mitgeteilt,
daß die für das PATRIOT-Abwehrsystem produzierte
Abfangrakete PAC-3 die meisten Anforderungen, die an MEADS
gestellt werden, bereits erfüllt. Bis jetzt haben die
Amerikaner sich jedoch geweigert, diese Behauptung durch
entsprechende Daten zu verifizieren. Das PAC-3-Projekt gilt
in weiten Teilen als streng geheim und den Europäern
werden, wenn überhaupt, nur mit äußerster
Vorsicht Informationen übermittelt.
MEADS wird durch die Technologietransferpolitik
der Amerikaner erheblich behindert. Obwohl von Anfang an
klar war, daß auch geheime Informationen an die europäischen
MEADS-Partner übergeben werden müssen, versäumte
es die BMDO Mitte der neunziger Jahre, diese Fragen in ihrer
zusammenfassenden Absichtserklärung anzusprechen, geschweige
denn zu regeln. Der betreffende Report des amerikanischen
Rechnungshofs resümiert unverblümt:
"Although the statement recognized
that classified information developed for other missile
programs would be transferred to the MEADS program, it
did not address whether the programs that owned that information
had concerns about its release. Also BMDO did not address
the impact that a decision to withhold critical information
could have on the execution of the program."[18]
Das Ziel des Pentagon ist es, durch strikte
Regeln für den Technologietransfer - so der GAO-Report
- "die amerikanischen technologischen Vorsprünge
("advantages") zu erhalten". So dauerte es
bis zu 259 Tagen, bis bestimmte Informationen frei gegeben
wurden. Über die Weitergabe anderer Daten, die bereits
zu Beginn der MEADS-Zusammenarbeit gefordert wurden, war
bis Mitte 1998 - also jahrelang - nicht entschieden worden.[19]
Vor diesem Hintergrund haben Italien und Deutschland
die folgenden Bedingungen für die Weiterarbeit erhoben:
daß
- MEADS ein Programm der Allianz wird;
- vor dem Beginn der nächsten Projektphase
die Frage des Technologietransfers geregelt wird;
- die USA Daten über die amerikanische
Abfangrakete PAC-3 in größtmöglichem Ausmaß
an die beiden europäischen Projektpartner freigeben;
- MEADS mit dem Ziel eines völlig einsatzfähigen
Gesamtsystems entwickelt wird - und nicht nur einzelne
Komponenten.[20]
Das Pentagon präsentierte im Mai 2000
den beiden Kooperationspartnern einen Plan, der den Zugang
Italiens und Deutschlands zur PAC-3-Technologie ("technology
sharing") in Zeitphasen aufteilt. Der Fachpresse zufolge
soll dieser Modus der Weitergabe sensitiver Daten für
die zuvor unzufriedenen europäischen Partner akzeptabel
sein, so daß der Unterzeichnung eines neuen "Memorandum
of Understanding" nichts mehr im Wege stehe.[21]
6. Zur weiteren Mitarbeit Deutschlands
am transatlantischen Modellprojekt MEADS: Fragen und Probleme
Um dem Anspruch einer demokratischen Gesellschaft
- noch dazu in Zeiten knapper Kassen - gerecht zu werden,
bedarf jedes neue Waffensystem der plausiblen Begründung
und der Rechtfertigung auf der Basis offengelegter Kriterien.
Im Idealfall würde nach einer möglichst breit
geführten öffentlichen Diskussion und einem transparenten
Entscheidungsprozeß, in dem die Exekutive gegenüber
dem Parlament und den interessierten gesellschaftlichen
Gruppen Rechenschaft ablegt, ein Beschluß gefaßt.
Ohne diese Anforderungen ganz aus den Ausgen zu verlieren,
gehen wir im folgenden pragmatisch vor. Wir wenden die Kriterien
auf MEADS an, die die Clinton-Regierung im Hinblick auf
die Aufstellung eines Nationalen Raketenabwehrsystems entwickelt
hat. Es sind dies: die Bedrohungslage; die Kosten; die technische
Machbarkeit/Wirksamkeit; die Auswirkungen auf die strategische
Gesamtsituation (einschließlich der westlichen Allianz),
vor allem die Rüstungskontrolle. Wir präsentieren
die konkretisierten Parameter, mit denen aus unserer Sicht
über die Fortsetzung einer bundesdeutschen Beteiligung
an diesem trilateralen Projekt zu befinden ist, in Frageform.
Erstes Kriterium: Die Bedrohungslage
- MEADS soll vor allem die Soldaten bei militärischen
Interventionen außerhalb des NATO-Gebietes ("out-of-area")
schützen. An welche plausiblen und konkreten Szenarien
denken die Befürworter hierbei? Kalkulieren die Befürworter
von MEADS ein, daß sich für die drei Teilnehmerstaaten
der Zwang zur Intervention erfhöhen könnte,
wenn dieses tralaterale Projekt nicht, wie angestrebt,
zu einem NATO-Vorhaben wird?
- MEADS soll u.a. zur Abwehr von Kurz- und
Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite bis rund 1000
km dienen. An welches feindliche Potential denken die
Befürworter? Die Gefahrenanalyse des Bundesnachrichtendienstes
vom Oktober 1999 listet als Waffe mit der kürzesten
Reichweite die iranische Shahab-3 auf, die aber 1300 weit
fliegt.[22] Dies wirft die beiden Fragen auf: Erstens,
wie substantiell und abgestimmt sind die offiziellen Bedrohungsanalysen
von Seiten der maßgeblichen politischen Akteure?
Zweitens, wie ordnet sich die militärische Antwort
dem vom Bundesnachrichtendienst offensichtlich bevorzugten
Primat politischer Maßnahmen zur Bekämpfung
des Proliferationsproblems zu?
Zweites Kriterium: Die Kosten
- Die finanziellen Aufwendungen für
das trilaterale Rüstungsprojekt könnten sich
auf einen zweistelligen Milliardenbetrag belaufen. Ein
so teureres Vorhaben bedarf angesichts der angespannten
Haushaltslage einer besonders überzeugenden Rechtfertigung.
Dies gilt dann um so mehr, wenn die Vereinigten Staaten,
wie erwähnt, bislang keine Gelder für die Produktionsphase
etatisiert haben. Heißt dies, daß auf die
europäischen Bündnispartner zu einem späteren
Zeitpunkt außerordentliche hohe Folgekosten zukommen,
wenn der Kongreß sich weigert, die entsprechenden
Finanzmittel für die Beschaffung auf einer gesicherten
Grundlage bereitzustellen? Eine verläßlich
und befriedigende Antwort auf diese Frage zu bekommen
bedeutet gleichzeitig, daß der oben erörterte
Kritikpunkt aus dem kritischen MEADS-Bericht des amerikanischen
Rechnungshofs hinfällig geworden ist.
- Transparente Kosten-Nutzen-Erwägungen
sind deshalb unabdingbar. Geht man davon aus, daß
in die Definition des erwarteten Nutzens sowohl der bereits
erörterte Bedrohungsaspekt als auch die noch zu skizzierende
Dimension technischer Effizienz sowie die sicherheits-
und rüstungskontrollpolitischen Folgeprobleme eingehen,
dann stellt sich die Frage: Stehen finanzieller Input
und Output in einem akzeptablen Verhältnis?
Drittes Kriterium: Die technische
Machbarkeit/Wirksamkeit
- Kein Verteidigungssystem garantiert einen
vollkommenen Schutz bei vertretbaren Kosten. Es kann deshalb
auch eine falsche Sicherheit vortäuschen, die gerade
beim Einsatz von ABC-Waffen verheerende Folgen für
die zu schützenden Soldaten haben könnte. Dies
legt die Frage nahe: Welche verläßlichen Daten
liegen den Befürwortern über die Effektivität
der PAC-3-Rakete vor? Der Direktor der Ballistic Missile
Defense Organization im Pentagon, Ronald Kadish, konnte
am 16. Februar 2000 einerseits vor dem Kongreß auf
das "erfolgreiche Jahr von PAC-3-bezogenen Aktivitäten"
verweisen. [23] Andererseits führte Kadish aus, daß
die Liefertermine für die PAC-3-Abfangraketen auf
das Haushaltsjahr 2001 verschoben werden mußten.
Der BMDO-Direktor wies auch darauf hin, daß die
Mehrzahl der Flugtests noch bevorstünden.[24]
- Unabhängig von den Testergebnissen
stellt sich die Frage: Wie aufschlußreich sind sie,
wenn es um die widrige Wirklichkeit von Interventionen
und Krieg geht? Nicht nur politisch liberale Kritiker
der Raketenabwehr wie die Union of Concerned Scientists,
sondern auch fiskalkonservative Skeptiker wie Lawrence
Korb äußern starke Zweifel an der Verläßlichkeit
von Testresultaten. Sie verweisen dabei auf die erfolgreichen
Versuchsergebnisse der PATRIOT einerseits und die schlechte
Abfangquote gegen die irakischen Scuds im Zweiten Golfkrieg
andererseits.[25]
- MEADS ist mit Problemen konfrontiert, die
allen Raketenabwehrsystemen gemein sind: Der Einsatz von
Massenvernichtungswaffen ist auch ohne Trägerraketen
möglich, etwa durch terroristische Gruppen. Das benötigte
Material kann in das Zielgebiet eingeschmuggelt und dann
mit geringem Aufwand eingesetzt werden. Gegen diese Form
eines Angriffs sind Raketenabwehrsysteme nicht wirsam.
deshalb stellt sich die Frage: Wie gedenken die Militärplaner
unter den MEADS-Befürwortern mit diesem Problem umzugehen?
Viertes Kriterium: Auswirkungen auf
die strategische Gesamtsituation (einschließlich der
westlichen Allianz), vor allem auf die Rüstungskontrolle
1. Die technologiepolitische Dimension
Die uns vorliegenden Berichte der oben zitierten,
in der Regel außergewöhnlich gut informierten
Fachblätter über die neue US-Politik des "technology
sharing" stellen diesen Wechsel in der amerikanischen
Informationspolitik nur lückenhaft dar. Sie geben,
wie erwähnt, die Zufriedenheit der beiden europäischen
MEADS-Partner wieder, aber die Frage bleibt unbeantwortet:
In welcher Weise haben sich die Regeln der Freigabe für
die sensitiven Daten geändert? Der Adressat der Antwort
ist sicherlich nicht die Öffentlichkeit, wohl aber
sind es die in den Parlamenten von Berlin und Rom befaßten
Ausschüsse.
Der Bericht des amerikanischen Rechnungshofs
hatte diesbezüglich ausgeführt:
"Even if the United States remains
in the program, it may have difficulty developing a truly
interoperable weapon without sharing valuable technology.
The international structure may also prevent contractors
from pursuing the most cost-effective system solution.
Contractorsare finding it difficult to use existing technology
developed for other systems because the process of transferring
U.S. information to foreign countries is slow and the
United States is reluctant to transfer some critical technology."[26]
- Dies führt zu folgendem Fragenkomplex:
Sind diese Bedenken angesichts der neuen Regelungen hinfällig
geworden? Welche Belege für eine zufriedenstellende
Freigabepraxis sensitiver Daten gedenkt der MEADS-Partner
Bundesrepublik zum angebrachten Zeitpunkt zu präsentieren?
Können die deutschen und italienischen Teilnehmer
jetzt beurteilen, ob die benutzten US-Technologien die
besten und kostengünstigsten Lösungen sind?
Sind die früheren Befürchtungen von seiten Deutschlands
und Italiens gegenstandslos geworden, daß sich die
bisher verweigerten sensitiven US-Daten negativ auf die
Interoperabilität von MEADS auswirken werden?
- Ein weiterer Punkt betrifft die technologische
Eigenständigkeit der europäischen Bündnispartner.
In einem internationalen Rüstungsprojekt wie MEADS
kann Europa angesichts der technologischen Asymmetrie
somit nur die Rolle des Juniorpartners übernehmen.
So fragte sich ein deutscher Diplomat, ob es sich bei
MEADS, wenn es mit der amerikanischen PAC-3-Rakete gebaut
wird, noch um ein NATO-System handele oder ob es nicht
vielmehr ein US-System sei.[27] Die Abhängigkeit
der Europas von den Vereinigten Staaten wird über
die Vertragspartner Italien und Deutschland hinaus beträchtlich
sein, wenn sich Europa rüstungstechnologisch auf
den Weg eines aus mehreren Schichten bestehenden Abwehrriegels
begibt:
"Any theater missile defense system for NATO would
have to rely on U.S. systems currently in development
because of the short time available between the teams'
recommendations, expected in 2002, and NATO's development
requirements in 2010, David Martin, deputy of strategic
relations at BMDO, told Defense News."[28]
2. Die rüstungskontrollpolitische
Dimension
Zunächst läßt sich festhalten,
daß MEADS angesichts seiner Ausrichtung als taktisches
Abwehrsystem nicht mit dem Raketenabwehr-Vertrag (Anti Ballistic
Missile Treaty, ABM) von 1972 in Konflikt gerät. Probleme
entstehen perspektivisch dann, wenn im Rahmen eines mehrschichtigen
Abwehrsystems an MEADS die Kategorie von weiterreichenden
Waffen anschließt, die feindliche Raketen mit größerer
Reichweite abfangen sollen. Von seiten der Ballistic Missile
Defense Organization wird nach Wegen gesucht, um Europa
eine Mitwirkung etwa beim sogenannten Theater High Altitude
Area Defense System (THAAD) oder bei den sogenannten Navy
Theater Wide Abfangwaffen der amerikanischen Marine zu ermöglichen.
Hier ergeben sich, falls Europa nach MEADS
den nächsten rüstungstechnologischen Schritt macht,
die folgenden Probleme: Es wird im Pentagon darüber
nachgedacht, diese Waffen mittel- und langfristig mit einem
Nationalen Abwehrgürtel zu verbinden. Ein solches integriertes
Systems - immer vorausgesetzt, es funktioniert - könnte
Rußland und China zu einem neuen Aufrüstungsschub
veranlassen, da sie die Vergeltungsfähigkeit ihres
Nuklearpotentials in Gefahr sehen.[29] Die europäische
Zuarbeit an einem Navy Theater Wide-Abfangsystem würde
die Europäer in Konflikt mit dem sogenannten Demarcation
Agreement bringen, das Moskau und Washington im September
1997 abgeschlossen haben. Dieses inzwischen von der Duma
ratifizierte Abkommen beseitigt einige Grauzonen des ABM-Vertrages.
Sie betreffen die verbotenen strategischen und die erlaubten
sub-strategischen Systeme. Beide Seiten konnten sich über
die THAAD einigen (nach jahrelangen Verhandlungen gaben
die Russen dem Drängen der USA widerwillig nach und
akzeptierten dies System als vertragskompatibel). Moskau
und Washington vermochten jedoch im September 1997 keinen
Konsens über das technologisch anspruchsvollere Nayy
Theater Wide System zu erzielen eben weil Rußland
fürchtet, es könnte sein strategische Nuklearpotential
beeinträchtigen.[30]
All diese Folgewirkungen gilt es für
Europa mit zu berücksichtigen, wenn man gegenüber
den USA als Anwalt für einen möglichst strikten
ABM-Vertrag eintritt, weil der Alte Kontinent berechtigterweise
einen Rüstungswettlauf als Reaktion auf die NMD- und
TMD-Pläne der Vereinigten Staaten fürchtet.
7. Empfehlung
Die von uns aufgeworfenen Fragen sollten zufriedenstellend
beantwortet werden, bevor sich die Bundesregierung dazu
entschließt, mit diesem trilateralen Programm fortzufahren.
Eine gründliche Erörterung der skizzierten Probleme
könnte sehr wohl einen Ausstieg aus diesem Projekt
nahelegen. Ein vorschneller Beschluß für eine
unbesehene Fortsetzung könnte sich sicherheits-, technologie-
und wirtschaftspolitisch als fatal erweisen. Daher sind
über die Bundesregierung hinaus Parlament und Öffentlichkeit
als Kontrollinstanzen dringend gefragt.
[1] Vgl. Sidney E. Dean, MEADS: Mehr als ein
Luftabwehrabsystem, in: Europäische Sicherheit, Jg.
45, Nr. 3, 1996, S. 22-26.
[2] Zitiert in: Österreichische Militärische
Zeitschrift, Jg. 38, Nr. 4, 2000, S. 498 (im Original kursiv).
(Wichert sprach anläßlich der Indienststellung
des trinationalen Stabes "US/NL/GE Extended Air Defense
Task Force" - HQ EADTF - in Burbach in Nordrhein-Westfalen.)
[3] Götz Neuneck,"SDI light"
oder was steckt hinter den amerikanischen Raketenabwehrplänen,
in: Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden
S+F, Jg. 17, Nr.1, 1999, S. 49-57.
[4] Die Systeme PATRIOT und HAWK waren, der
Logik des Kalten Krieges gemäß, im wesentlichen
für einen stationären Betrieb in Europa mit einer
klaren Ausrichtung gegen die UdSSR entworfen worden. Sie
sind deshalb nur wenig mobil und auch nicht für eine
360 Grad-Verteidigung ausgelegt. Vgl. Holger Mey, Strategisches
Erfordernis oder politischer Symbolismus?, in: Europäische
Sicherheit, Jg. 47, Nr. 6, 1998, S. 40-42 (S. 40). Zu den
technischen Charakteristika von MEADS vgl. auch Ferdinand
Mertes/Rüdiger Knappe, Die Flugabwehrraketenkräfte
der Luftwaffe heute und morgen, in: wehrtechnik, Jg. 30,
Nr. II, 1998, S. 21-26 (bes. S. 23).
[5] Manfred Bischoff, Sicherheitspolitik und
Wirtschaft: Verteidigungstechnologie und Verteidigungsindustrie,
in: Europäische Sicherheit, Jg. 47, Nr. 3, 1998, S.
20-22 (S. 22).
[6] U.S. General Accounting Office (GAO),
Report to the Chairman, Subcommittee on Military Research
and Development, Committee on National Security, House of
Representatives: Defense Acquisition: Decision Nears on
Medium Extended Air Defense System, Washington, D.C., Juni
1998.
[7] Defense Daily, 21. 1. 1999, S. 7.
[8] So BMDO-Direktor Ronald T. Kadish am 16.
2. 2000 vor den Research and Development & Procurement
Subcommittees des House Armed Services Committee, S. 12
(Typoskript).
[9] Vgl. Inside Missile Defense, 26. 7. 2000,
S. 12.
[10] Vgl. U.S. General Accounting Office,
a.a.O. (Anm. 6), S. 11.
[11] Vgl. ebd., S. 3.
[12] Vgl. Der Spiegel, Nr. 16, 17. 4. 2000,
S. 42.
[13] Vgl. Aviation Week & Space Technology,
22. 11. 1999, S. 25.
[14] So Kadish, a.a.O. (Anm. 8), S. 12.
[15] Defense News, 5.-11. 10. 1998, S. 4,
32.
[16] Defense News, 18. 1. 1999, S. 3, 19.
[17] Zitiert in: Defense Daily, 22.10.1998,
S. 4.
[18] Vgl. U.S. General Accounting Office,
a.a.O. (Anm. 6), S. 12.
[19] Ebd.
[20] Vgl. Defense Daily, 24. 5. 1999, S. 4.
[21] Vgl. Inside Missile Defense, 28.6. 2000,
S. 3f.; Defense News, 26. 6. 2000.
[22] Bundesnachrichtendienst (BND), Proliferation
von Massenvernichtungsmitteln und Trägerraketen, o.O.,
Oktober 1999, bes. Graphik auf S. 11; vgl. in diesem Zusammenhang
auch Bernd W. Kubbig, Pullachs Gespür für das
Primat der Politik: Die Gefahreneinschätzung des Bundesnachrichtendienstes
weist den rechten Weg für den Umgang mit einer Raketenbedrohung
für Europa, http://www.hsfk.de/abm/forum/bnd.htm
[14. 9. 2000].
[23] "Every time the system has been
tested, it has been successful - all five of the PAC-3 tests
have met their goals, including intercepts on the last three:
March 15, 1999; September 16, 1999; and February 5, 2000.
The majority of the flight test program still lies ahead.
The remaining PAC-3 missions will consist of 14 PAC-3 missiles
intercepting different classes of targets. Follow-on tests
include developmental and operational tests, which are designed
to test the incremental hardware and software upgrades to
the PAC-3 system using increasingly complex scenarios."
(Kadish, a.a.O. [Anm. 8], S. 11.)
[24] Ebd., S. 11.
[25] "Remember that the Patriot anti-missile
system had a perfect record (17 out of 17) in tests, but
failed almost completely against Iraqui Scuds during the
Persian Gulf War because of inadvertent Iraqui countermeasures
(the missiles broke apart during reentry)." (Lawrence
J. Korb, Testimony on National Missile Defense: Test Failures
and Technology Development vor dem the House Subcommittee
on National Security, Veteran Affairs, and International
Relations, S. 4 [Typoskript]).
[26]Vgl. U.S. General Accounting Office, a.a.O.
(Anm. 6), S. 3.
[27] Vgl. Defense News, 1. 2. 1999, o.S.
[28] Defense News, 26. 6. 2000.
[29] Vgl. detaillierter hierzu: Bernd W. Kubbig,
Nach dem Moskauer Gipfel zwischen Clinton und Putin: Unstimmigkeiten
und Handlungsoptionen bei der Raketenabwehr, HSFK-Report
9, Frankfurt am Main 2000, S. 17f.
[30] Vgl. hierzu: Bernd W. Kubbig/Harald Müller/Annette
Schaper, Die strategische Rüstungskontrolle zwischen
USA und Rußland: Erfolge - Probleme - Perspektiven,
HSFK-Report 11, Frankfurt am Main, 1996, S. 49-52.
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