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Bulletin No 52 - Winter 2004/05
Iris Wurm
Vom Freund zum Feind? Saudi-Arabien und die Raketenabwehr-Pläne
der USA
Das US-Verteidigungsministerium verhandelt
mit Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn über
den Bau von zwei oder drei Militärbasen ihres Raketenabwehrprogramms
in Osteuropa zum Schutz vor Raketen aus dem Mittleren Osten[1]
. Geplant ist der Bau der größten Raketenabwehrbasis
außerhalb der USA zur Ortung von Interkontinentalraketen.
Zusätzlich soll in Polen eine Kette von atombombensicheren,
unterirdischen Bunkern zur Unterbringung von ballistischen
Abfangraketen gebaut werden.[2]
Diese Nachricht wurde Mitte Juli 2004 bekannt
und überraschte nicht nur Russland und die westlichen
NATO-Partner, sondern auch einige Staaten des Nahen und
Mittleren Ostens. Neben den beiden "Schurkenstaaten"
Iran und Syrien, die offiziell als potenzielle Angreifer
genannt werden, soll die Raketenabwehrbasis auch andere
Staaten abschrecken.[3] Diese beiläufige Bemerkung
wirft aus einem ganz anderen Grund eine politisch relevante
Frage auf. Sehen die USA nicht nur in den einzelnen "Schurkenstaaten"
des Mittleren Ostens, sondern auch in der gesamten - als
höchst instabil eingeschätzten - Region eine Bedrohung,
so dass bisher auch freundschaftlich verbundene Staaten
über Nacht zu Risikofaktoren werden könnten?
Spätestens der 11. September 2001 hat
Washington verdeutlicht, dass in der amerikakritischen Bevölkerung
der Partnerstaaten eine immense Bedrohung liegt. Besonders
deutlich wurde dies am Beispiel Saudi-Arabiens: Das Königreich
wird immer häufiger als instabiler und gefährlicher
Partner bezeichnet. Dieses Papier untersucht, ob Saudi-Arabien
und seine instabile innere Konstitution eine Gefahr für
die USA darstellen und ob die Pläne zur Raketenabwehr
in Osteuropa auch einen möglichen Angriff aus Saudi-Arabien
in Betracht ziehen.
Zur Bearbeitung dieser Frage wird ein kurzer
Blick auf die Historie der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien
und den Vereinigten Staaten geworfen, bevor der Charakter
des Bündnisses und die Probleme nach dem 11. September
beleuchtet werden. Darauf folgt eine Analyse der möglichen
Gefahren die in Saudi-Arabien lauern und die Antwort auf
die Frage ob das Königreich eine militärische
Bedrohung für die USA ist und ob diese in Bezug mit
den Raketenabwehrplänen zu setzen ist. Doch bevor der
Fokus auf Saudi-Arabien gerichtet wird, sollten die Verhandlungen
der US-Regierung mit den "NATO-Neulingen" betrachtet
werden.
Seit acht Monaten gebe es Verhandlungen der USA mit der
polnischen Regierung, verriet der Pressesprecher des polnischen
Außenministeriums Boguslaw Majewski in einem Interview
mit der regierungsnahen Tageszeitung "Tyrbuna"
am 15. Juli 2004.[4]
Die ersten Gespräche mit den drei osteuropäischen
Staaten hätten noch einen einleitenden Charakter: "The
three sets of talks that we had since last autumn were focused
on theoretical aspects of the project", so Majewski.[5]
Schon Ende Mai ließ der im US-Außenministerium
für Abrüstung und Internationale Sicherheit zuständige
Staatssekretär John Bolton während eines Besuchs
in Polen verlauten: "We're now engaged in discussions
with Poland about the possibility of basing interceptors
and radars here."[6] Die USA hätten schon einen
Kriterienkatalog für die geplanten Stützpunkte
zusammengestellt und die Verhandlungspartner hätten
einige Gebiete in der Größe von 80 bis 120 km²
vorgeschlagen, die nun von Vertretern der US-Regierung besucht
würden.[7] Bisher seien die Standorte der Anlagen jedoch
noch völlig offen.
Polen hat großes Interesse an der Zusammenarbeit.
"We're very interested in becoming a concrete part
of the arrangement", wurde Majewski zitiert. Der ehemalige
polnische Verteidigungsminister Janusz Onyszkiewicz ließ
verlauten: "An interceptor site would be more attractive.
It wouldn't be a hard sell in Poland."[8] Sowohl Polen
als auch die Tschechische Republik würden sich sogar
bereit erklären, das Gebiet von rund 100 km² zu
amerikanischem Hoheitsgebiet zu erklären. Die Präsenz
von amerikanischen Truppen wird von den Regierungen der
beiden Länder begrüßt.[9] Zusätzlich
zu Polen, der Tschechischen Republik und Ungarn verhandeln
die USA auch mit Rumänien und Bulgarien.
Die Basen sollen jedoch nicht nur die USA
schützen, sondern, wie ein US-Vertreter sagte, auch
die Bündnispartner Südkorea, Japan, Großbritannien,
Deutschland, Israel, Italien, die Niederlande, Norwegen
und Spanien.[10] Anfang Juli unterzeichnete auch Australien
einen 25- Jahres-Vertrag mit den USA und trat der oben genannten
Staatengruppe bei. Auch Kanada überdenke den Beitritt.[11]
Der gerade abgelöste Direktor der Missile
Defense Agency (MDA) des Pentagons, Generalleutnant Ronald
Kadish, berichtet in einer Erklärung zum Budget 2005
der MDA: "In Block 2006, we are preparing to move forward
when appropriate to build a third [ground-based interceptor
(I.W.)] site at a location outside the United States".[12]
Geplant sei, schon 2006 mit dem Bau der Basen in Osteuropa
zu beginnen. 35 Millionen US-Dollar hat die MDA für
diese mögliche dritte Anlage außerhalb der USA
schon beantragt. Doch das Senate Armed Service Committee
und das House Appropriations Committee ließen dem
Pentagon mitteilen, dass sie das Geld nicht bewilligen würden,
solange nicht klar sei, wo genau die Basis entstehen soll.[13]
Die beiden anderen Raketenabwehr-Stützpunkte
sind Vandenberg Air Force Base in Kalifornien und Fort Greely
in Alaska, auf denen schon inzwischen Abwehrraketen stationiert
wurden. Ihre Aufgabe soll es sein, mögliche Raketenschläge
aus Nordkorea abzuwehren. Die europäische Basis soll
offiziell wie erwähnt vor Schlägen aus dem Iran
und Syrien schützen, inoffiziell soll die Liste möglicher
Raketenangreifer jedoch sehr viel länger sein.[14]
Besonders die Golfmonarchien werden trotz
ihrer pro-amerikanischer Führungsspitze und trotz gegenteiliger
Erklärungen führender US-Politiker immer häufiger
als potenzielle Gefahr wahrgenommen.[15] Instabile Regierungssysteme,
volle Staatskassen und gut gefüllte Waffenlager rücken
eine gewaltsame Machtübernahme von Islamisten oder
einen Stimmungsumschwung in den Herrscherfamilien in das
politische Blickfeld. Dieser Wandel vom Freund zum potenziellen
Gegner zeigt sich, wie oben schon erwähnt, am eindeutigsten
am Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien. Denn spätestens
nach dem 11. September 2001 haben die Beziehungen der beiden
Staaten zueinander Risse bekommen. 15 der 19 Flugzeugentführer
hatten einen saudi-arabischen Pass. Die amerikanischen Medien
reagierten schockiert und wiesen auf das widersprüchliche
Bündnis und dessen Gefahren für die Sicherheit
der amerikanischen Bevölkerung hin. Als der "Kern
des Bösen, der Hauptakteur, der gefährlichste
Gegner", als Terror-Supermacht schlechthin wurde das
Königreich in einem Strategie-Papier bezeichnet, das
ausgerechnet aus dem Pentagon an die "Washington Post"
gelangt war. "Our Enemies the Saudis" titelte
"U.S. News & World Report" und rief die US-Regierung
auf, im Königreich endlich gewaltsam für einen
Regimewechsel zu sorgen.[16] Wird nun auch Saudi-Arabien
als möglicher Angreifer gesehen? Um dies beantworten
zu können ist es notwendig das Verhältnis der
beiden Staaten genauer zu betrachten.
1. Geschichte USA-Saudi Arabien
Die formelle Gründung des Königreichs
Saudi-Arabien fand am 23. September 1932 statt. Durch die
starke Verschuldung des Königreichs während der
Weltwirtschaftskrise sah sich der Staatsgründer Ibn
Saud zur Versteigerung einer Erdölkonzession gezwungen.
Die amerikanische "Standard Oil of California"
bekam für 250.000 US-Dollar den Zuschlag. Mit dieser
ersten Erdölkonzession begannen die ökonomischen
Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien.[17]
Die Beziehung hatte keinerlei politische Dimension
bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Im Februar 1943 schrieb
Franklin D. Roosevelt an seinen Außenminister, "that
the defense of Saudi Arabia is vital to the defense of the
United States."[18] Dies bewog die Vereinigten Staaten
Saudi-Arabien mit einem Kredit über 100 Millionen US-Dollar
vor dem chronisch drohenden Bankrott zu bewahren. Im Ausgleich
gestattete Ibn Saud den USA, einen Militärflughafen
in Dhahran zu bauen. Im Dezember 1943 stationierten die
Vereinigten Staaten zum ersten Mal amerikanische Truppen
dort.[19] Jedoch 1962 verweigerten die Saudis den USA die
weitere Nutzung der Dhahran Air Base, trotz zahlreicher
Bitten Washingtons war König Faisal gegen die Präsenz
von US-Truppen auf saudischem Boden.
Der plötzliche Angriff der ägyptischen
Armee auf Israel am 6. Oktober 1973 veränderte das
amerikanisch-saudische Bündnis. Am 16. Oktober sprach
König Faisal in einem Brief an Präsident Nixon
nur von "lauwarmen" Beziehungen zwischen seinem
Land und den USA.[20] Als Washington am 19. Oktober zustimmte,
Israel Militärhilfe in Höhe von 2,2 Milliarden
US-Dollar zukommen zu lassen, und Ägypten nahezu geschlagen
war, beschlossen die Exporteure einen Stopp aller Ölverkäufe
an die Vereinigten Staaten und die Niederlande.[21] Das
arabische Ölembargo zeigte wie kein Ereignis zuvor
die Grenzen des US-saudischen Bündnisses. Das Ergebnis
des Ölembargos machte Saudi-Arabien zu einem wirklich
wohlhabenden Staat. Die Einnahmen aus den Ölexporten
stiegen von 2,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 1969 auf 7,2
Milliarden US-Dollar zum Ende des Embargos 1974.[22]
Trotz anfänglicher Skepsis der USA gegenüber
dem Königreich nach dem Embargo vertrat Henry Kissinger
1974 im National Security Council die Position, die Vereinigten
Staaten sollten Saudi-Arabien an sich binden und ihr Bündnis
mit Riad vertiefen, um durch eine Interdependenz mögliche
zukünftige Krisen im Bündnis zu vermeiden.[23]
Als Ergebnis dieser Politik unterzeichnete Kronprinz Fahd
im März 1975 ein "Special Relationship Agreement".
Die Vereinbarung basierte auf der Bereitschaft der Saudis,
ihre Gewinne aus den Ölverkäufen in amerikanische
Unternehmen zu investieren und ihre flexible Ölförderung
in der OPEC einzusetzen, um einen moderaten Preis zu garantieren.
Im Gegenzug versprach Washington Riad, für die Sicherheit
des Königreichs zu sorgen und die industrielle Entwicklung
technisch zu unterstützen.[24]
Die antikommunistische Grundhaltung beider
Länder fand seinen Höhepunkt im Kampf gegen die
Sowjetunion in Afghanistan. Von Beginn an unterstützte
das Königreich die US-Politik im Afghanistankrieg.
Zwischen 1984 und 1986 investierten die Saudis 525 Millionen
US-Dollar in den Widerstandskampf.[25]
Und noch ein weiteres Mal kämpften die
beiden Staaten gegen einen gemeinsamen Feind. Am 2. August
1990 marschierte der Irak in Kuwait ein. Saudi-Arabien befürchtete,
die Saddam Husseins Armee könnte in kürzester
Zeit und ohne Vorwarnung den erdölreichen Osten des
Landes besetzen.[26] König Fahd beschloss, die Vereinigten
Staaten um Schutz zu bitten. Am 9. August 1990 verkündete
er die Entscheidung, dass nach dem Abzug 1962 erneut amerikanische
Truppen zum Schutz gegen eine mögliche irakische Invasion
ins Land geholt würden. Mit dem Hilferuf an "Ungläubige"
war der König, wie ihm selbst bewusst war, ein großes
Risiko eingegangen, denn die Religionsgelehrten[27] lehnten
amerikanische Truppen auf saudischem Boden prinzipiell ab.[28]
Auch nach dem Kriegsende blieben die US-Soldaten in Saudi-Arabien,
was in der Bevölkerung wiederum zu starker Kritik am
König führte. In der Königsfamilie gab es
in diesem Punkt ebenfalls Differenzen. Kronprinz Abdullah,
der nach einem Schlaganfall des Königs 1995 die Regierungsgeschäfte
übernahm,[29] hatte der Entscheidung seines Bruders
Fahd, amerikanische Truppen zum Schutz vor einem anderen
muslimischen Staat ins Land zu rufen, heftigst widersprochen.[30]
2. Charakter des Bündnisses
Trotz der 70-jährigen Beziehungen zwischen
den USA und der totalitären Monarchie trat das Bündnis
nie ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, und auch die
Medien schwiegen meist zu der Beziehung der ungleichen "Freunde".
Die US-Interessen waren über die Jahre sehr eindeutig:
"The US depends on Saudi Arabia to provide oil exports,
use its swing production capacity to help stabilize the
oil market, and provide basing and military support for
US power projection in the Gulf."[31]
Schon allein durch den Umfang der Ölreserven
Saudi-Arabiens ist die Energiepolitik der USA an das Königreich
gekoppelt. Es verfügt mit 264,2 Milliarden Barrel Rohöl
über ein Viertel der weltweiten Ölreserven und
hat die niedrigsten Produktionskosten von ein bis zwei US-Dollar
pro Barrel. Das Königreich hat 80 Öl- und Gasfelder
und über 1.000 Förderstellen. Mehr als die Hälfte
seiner Ölreserven lagern in nur acht Feldern, eingeschlossen
die beiden größten Ghawar (70 Milliarden Barrel)
und Safaniya (19 Milliarden Barrel).[32] Dieses enorme Vorkommen
gibt Saudi-Arabien die Macht, den Ölpreis zu diktieren,
denn das Land ist bislang als einziges in der Lage, als
so genannter "Swing Supplier"[33] zu handeln.
Saudi-Arabien exportierte im Jahr 2000 7,8 Millionen Barrel
pro Tag und war damit der größte Ölexporteur
weltweit.[34] Für die USA ist Saudi-Arabien seit Beginn
der Partnerschaft, mit Ausnahme der Zeit des Embargos, einer
der größten Öllieferanten. Als das Land
mit den weltweit größten Erdölreserven spielt
es für die USA, als größtem Ölimporteur,[35]
eine vitale Rolle. "Saudi Arabia, the world's largest
oil exporter, will remain vital to U.S. interests"[36]
, so der Report der National Energy Policy Development Group.
Die USA fungieren seit Ende des Zweiten Weltkriegs
als Schutzmacht Saudi-Arabiens. Sie nutzen ihre militärische
Präsenz als strategischen Brückenkopf in der instabilen
Region, während das Herrscherhaus Saud die Anwesenheit
der US-Truppen zur Stabilisierung ihrer Macht benötigt.
Spätestens der Einmarsch des Irak in Kuwait verdeutlichte
der Königsfamilie, dass das Regime, trotz zahlreicher
Waffeneinkäufe in den Achtzigerjahren, nicht in der
Lage war, sich ohne den Schutz der Vereinigten Staaten zu
verteidigen.
Die dauerhafte Präsenz von amerikanischen
Truppen seit 1991 verdeutlicht zugleich das enge militärische
Bündnis. Waffenkäufe in den USA und gemeinsames
militärische Manöver waren und sind unerlässlich
für die saudi-arabische Armee. Beide Regierungen haben
demnach auf der militärischen Ebene ein intensives,
obwohl nicht in einem Abkommen kodifiziertes Kooperationsverhältnis.[37]
Die Anwesenheit der US-Truppen auf der Prinz-Sultan-Airbase
in der Nähe von Riad ist für beide Staaten mit
Problemen verbunden. Kritiker auf amerikanischer Seite beanstanden,
dass die Anwesenheit der westlichen Truppen in Saudi-Arabien
dazu beitrage, muslimisch-fundamentalistische Aggression
gegen die USA hervorzurufen und die Bürger der Vereinigten
Staaten so zu einer Zielscheibe des Terrorismus zu machen.[38]
Im Königreich werden immer wieder Stimmen laut, die
erklären, dass die Anwesenheit der Truppen nicht für
die Sicherheit Saudi-Arabiens notwendig sei, sondern nur
für das Überleben der Königsfamilie. Dieses
gut funktionierende Bündnis auf der Basis "Öl
gegen Sicherheit" wurde erst durch den 11. September
2001 schwer erschüttert.
3. Probleme nach dem 11. September
15 der 19 Flugzeugentführer hatten einen
saudi-arabischen Pass, Osama bin Laden war saudischer Staatsbürger
und zahlreiche Saudis gelten als Geldgeber für terroristische
Aktionen. Diese Sponsoren sollen sogar in den Reihen der
Königsfamilie zu finden sein. Besonders der ehemalige
saudische Geheimdienstchef Turki Bin-Faisal und jetzige
saudische Botschafter in London unterstützte neben
den Taliban mehrere islamistische Gruppierungen, unter anderem
in Usbekistan, und verweigerte amerikanische Gesuche um
geheimdienstliche Zusammenarbeit in mehreren Fällen.[39]
Außerdem verstummen bis heute die Gerüchte nicht,
dass Prinz Turki Osama bin Laden im Jahr 1991 die Flucht
aus Saudi-Arabien ermöglicht[40] und 1996 persönlich
die Auslieferung des Terroristen aus dem Sudan an Saudi-Arabien
verweigert hat.[41] US-Geheimdienstquellen gehen sogar davon
aus, dass saudische Prinzen Schutzgeld an bin Laden gezahlt
haben, um ihn von Aktionen in Saudi-Arabien und gegen das
Königshaus abzuhalten.[42]
All diese Ereignisse fanden in den amerikanischen
Medien Widerhall. Es mehrten sich in den Vereinigten Staaten
jene Stimmen für die, die Beziehungen zu einer radikal-islamischen
Autokratie eher eine Bedrohung als einen Vorteil darstellen.
Für diese Position steht Doug Bandow vom konservativen
CATO Institut.
"And one of the worst aspects of U.S.
foreign policy has been the tendency to prop up "friendly"
autocratic regimes. Among Washington's more dubious allies
is Saudi Arabia, a corrupt totalitarian regime at sharp
variance with America's most cherished values, including
religious liberty".[43]
Ähnlich radikal äußerte sich
auch Ralph Peters vom "Wall Street Journal". Die
USA müssten sich mit den Saudis anlegen. Es dürfe
keine Kompromisse mit den hartnäckigsten Förderern
des Terrorismus geben. Die Saudis seien weit davon entfernt,
für die Sicherheit des Westens unabdingbar zu sein
- im Gegenteil, sie stellten die größte Gefahr
aller Staaten dar, China eingeschlossen.[44] Hinzu kämen
politische Differenzen. Die unterschiedlichen Auffassungen
über den Nahost-Konflikt, den Iran, den Irak und die
Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus prallten aufeinander.
Zudem hatte Kronprinz Abdullah durch harsche
Äußerungen zu Beginn des Jahres 2001 immer wieder
auf Differenzen hingewiesen. So sagte er im April 2001:
"It is time for the U.S. and Saudi Arabia to look at
their separate interests,"[45] und schon 1996 hatte
er betont: "We are not American lackeys."[46]
In Saudi-Arabien wurde immer deutlicher, dass
der Spagat zwischen der westlichen Bindung an die USA und
der Unterstützung von islamischen Gruppen große
Probleme erzeugt. Besonders nach dem 11. September sah sich
das Königreich unter Zugzwang. Die saudische Führung
versuchte zwar anfänglich, jede Verbindung ihres Landes
zu den Terrorakten zu bestreiten, war aber gleichwohl über
die offensichtliche Sympathie beunruhigt, die Teile der
eigenen Gesellschaft Osama bin Laden entgegenbrachten, der
schließlich auch das saudische Königshaus zum
Feind hatte.[47] Besonders die pro-amerikanischen "Sudairi
Sieben"[48] sind bin Laden ein Dorn im Auge.[49]
Die saudischen Attentäter des 11. September
kamen aus einer unterdrückten Region Saudi-Arabiens.
Das zeigte dem Königshaus, dass der 11. September auch
eine innenpolitische Dimension hatte. Zumindest die Furcht
vor einer regionalen Revolte scheint nach den Anschlägen
vom 11. September gerechtfertigt zu sein. Denn zumindest
drei der Attentäter gehörten dem Stamm der Ghamid
an und weitere den Bani Shihir, den Nachbarn der Ghamid,
die in der Hierarchie der Stämme ähnlich niedrig
angesiedelt sind. Offensichtlich ging es in diesem Konflikt
auch um den Versuch von Bevölkerungsgruppen an der
Peripherie der saudischen Gesellschaft, ihre eigene Stellung
zu verbessern oder zumindest darauf aufmerksam zu machen.[50]
Diese internen Probleme in Saudi-Arabien mögen
den hohen Anteil von saudischen Staatsbürgern an terroristischen
Vereinigungen erklären. 100 der 158 inhaftierten vermeintlichen
Al-Qaida-Terroristen in Guantanamo Bay haben einen saudischen
Pass.[51] Auch in die Anschläge auf die US-Botschaften
in Kenia und Tansania sowie auf die USS Cole im Hafen von
Aden waren saudische Staatsbürger verwickelt.[52] Ein
Report des Council on Foreign Relations vom Oktober 2002
kommt zu dem Schluss, dass Saudi-Arabien die wichtigste
Quelle für die Finanzierung von Al-Qaida-Aktionen war.[53]
Im Zuge dessen haben 600 Angehörige von
Opfern des 11. September Klage gegen saudische Banken, vermeintliche
Hilfsorganisationen und einzelne Mitglieder der saudischen
Familie eingereicht.[54]
Auch wenn das Königreich immer wieder
versucht, die Teilhaberschaft von saudischen Staatsbürgern
zu marginalisieren, wie zum Beispiel Außenminister
Saud: "Und wenn Sie von der Annahme ausgehen, dass
das ganze Land infiltriert ist von Menschen, die im Dienst
von Al Qaida stehen, dann liefern Sie uns Beweise. Das Problem
ist, dass Osama bin Laden ein saudischer Bürger war.
Er benutzte am 11. September 15 Saudis. Deshalb sagen die
Kritiker, Saudi-Arabien muss irgendwie in bin Ladens Machenschaften
verwickelt sein",[55] so muss das Königreich doch
dazu stehen, dass die jahrzehntelange weltweite finanzielle
Förderung muslimischer Gruppen in einigen Fällen
auch zu terroristischen Aktivitäten geführt hat
- siebenmal[56] auch zu terroristischen Angriffen auf amerikanische
Staatsbürger in Saudi-Arabien.
Die Situation nach dem 11. September, die
instabile Situation in Saudi-Arabien (selbst innerhalb der
Königsfamilie), die Sympathie für Al-Qaida in
der eigenen Bevölkerung und in Teilen der Elite, die
starke Kritik an Washingtons Politik gegenüber dem
Irak und die deutlichen Differenzen beider Staaten lassen
die Frage aufkommen, ob Saudi Arabien zu einer Bedrohung
für die USA werden könnte. Der finanzstarke und
hochgerüstete Ölförderer könnte sich
beim Machtantritt eines Islamisten, sei es aus der Königsfamilie
oder aus den Kreisen der wahabitischen Elite, gegen den
bisherigen Verbündeten stellen.
4. Ist Saudi Arabien eine Bedrohung
für die USA?
Eines vorweg: Der Wunsch der saudischen Prinzen
in den Achtzigerjahren, die Armee hochzurüsten und
deren Ausstattung zu modernisieren, wurde mit der externen
Bedrohung der iranischen Revolution und des Iran-Irak-Krieges
begründet.[57] Diese Bedrohung wird zwar immer als
Motiv genannt, doch ist sie im Prinzip nur ein Vorwand.
Die Rüstungsbeschaffungsmaßnahmen verhielten
sich schon immer entsprechend den fiskalischen Möglichkeiten
und nicht unbedingt auf der Basis zu- oder abnehmender Sorgen
über die Sicherheitslage.[58] Das Königshaus kauft
Waffen primär aus Prestige - und nicht aus sicherheitspolitischen
Erwägungen.[59]
Saudi-Arabien ist einer der besten Kunden
der amerikanischen Rüstungsindustrie. In den Jahren
1950 bis 2000 haben die USA militärische Güter
und Dienstleistungen im Wert von ca. 100 Milliarden US-Dollar
an Saudi-Arabien verkauft.[60]
Die saudischen Streitkräfte stellen die
modernsten und mächtigsten Waffensysteme auf der arabischen
Halbinsel, die dazu mit den benachbarten Golfstaaten in
den Gulf Cooperation Council, ein gemeinsames Verteidigungsbündnis,
integriert sind. Die stärkste Einheit ist die Luftwaffe.
Herz der saudischen Luftwaffe sind mehrere AWACS Flugzeuge,
die das weite, eigene Territorium und die angrenzenden Binnenmeere,
den Persischen Golf und das Rote Meer, vollständig
überwachen können. Dazu kommen Kampfjets vom Typ
F-15 C und Tornados.[61]
Für die Frage der Raketenabwehr ist die
Ausstattung der saudischen Armee mit ballistischen Waffen
und deren Qualität natürlich besonders bedeutsam.
Saudi-Arabien verfügt über weniger als ein Dutzend
CSS-2 Raketen mit einer Reichweite von 2800 Kilometern und
einer Nutzlast von 2150 Kilogramm.[62] Der Kauf dieser Raketen
führte sogar zu einer internationalen Krise.
Nachdem der US-Kongress 1985 den Verkauf von
zahlreichen F-15-Kampfflugzeugen auf Eis gelegt hatte, besuchte
der saudische Botschafter in Washington, Bandar bin Sultan,
auf Geheiß König Fahds im Juli 1985 China. Die
Saudis wollten ausloten, ob sich China bereit erklären
würde, Dong-Feng-3A (CSS2-Mittelstreckenraketen) an
das Königreich zu verkaufen.[63] China stimmte dem
Verkauf von mehreren Dutzend solcher Mittelstreckenraketen
zu und Saudi-Arabien stationierte die Raketen an der Westgrenze
des Königreichs. Sie reichten damit bis nach Israel
und in die Türkei. In den USA stieß dieses Geschäft
auf große Ablehnung.[64]
Durch die chinesisch-saudische Kooperation
verloren die USA die Kontrolle über das Waffenkontingent
Saudi-Arabiens und somit auch indirekt über das militärische
Potenzial eines potenziellen Gegners Israels.
Trotz der hitzigen Debatten im Kongress reagierte
die Administration gelassen auf den saudisch-chinesischen
Waffenkauf. Außenminister Shultz sagte während
seines Peking-Besuchs im Juli 1988: "Obviously, we
all regard this problem of ballistic missile proliferation
as an important problem and I think the way to try to get
at it with the Chinese is on the kind of constructive plan
that we talked about."[65] Endgültige Ruhe kehrte
ein, als Präsident George Bush sen. bei einem Besuch
in China im März 1989 von Präsident Li Peng versichert
wurde, dass sich ein solcher Verkauf von Raketen an Saudi-Arabien
nicht wiederholen würde.
Die Mittelstreckenraketen der Saudis sind
demnach aus dem Jahr 1985 und weitere Käufe sind nicht
bekannt. Beim Einkauf sprach man von mehreren Dutzend Flugkörpern,
die Daten aus dem Jahr 2004 gehen von weniger als einem
Dutzend funktionstüchtigen Raketen aus. Abgesehen von
"natürlichen" Alterungsprozessen wurden Pflege
und Wartung nicht intensiv betrieben.
Dieses Phänomen gilt für das gesamte
Rüstungskontingent der Monarchie. Für Saudi-Arabien
ist wie oben erwähnt der Prestige-Faktor beim Erwerb
von militärischen Gütern ausschlaggebend. "This
Kingdom needs to recognize that it can no longer afford
[
] high technology "glitter" over military
effectiveness."[66] Der saudischen Armee fehlt es vielfach
an Know-how für die Wartung und Nutzung der Waffensysteme.
Selbst in den USA wurden Stimmen laut, dass Saudi-Arabien
seinen Militärhaushalt nicht in neue Hardware, sondern
in die Ausbildung der Truppen stecken sollte, um den Wissensstand
der Soldaten zur Ausrüstung in Bezug zu setzen. Der
Saudi-Arabien-Experte Anthony H. Cordesman vom "Center
for Strategic and International Studies" rät dem
Regime, sich nicht zu sehr auf die 2.000 amerikanischen
Soldaten zu verlassen, die jährlich für die Schulung
der saudischen Truppen ins Königreich geschickt werden.
Das Königreich sollte vielmehr große Teile in
die Finanzierung einer gut ausgebildeten und effektiven
Armee investieren, denn nur so und nicht durch die Käufe
von Waffen könne man den Verteidigungssektor modernisieren.[67]
Auch im politischen zeigen sich bei genauer Betrachtung
Probleme die für die Vereinigten Staaten zu einer Gefahr
werden können.
Die Situation des Wüstenkönigreichs
ist von außen betrachtet instabil. Zwei Pole bestimmen
die Politik: Erstens lebt das Königreich auf Grund
seiner wahabitischen[68] Glaubensrichtung und der engen
Verknüpfung zwischen Legitimation des Königreichs
und Staatsreligion in dauerhafter Angst, es könnte
auf Grund seines Bündnisses mit dem Westen als unarabisch
gelten. Zweitens braucht das Königshaus den Schutz
der USA, um trotz seiner autokratischen Staatsform und den
militärischen Schwächen auch in Zukunft an der
Macht zu bleiben.
Um diese immer wieder auftretenden Differenzen
in der Politik Saudi-Arabiens nachvollziehen zu können
und um zu beurteilen, ob eine Bedrohung durch einen möglichen
Umsturz des Regimes zu befürchten ist, ist ein kurzer
Blick auf die saudische Innenpolitik erforderlich.
Das Problem, das sich der saudi-arabischen
Regierung stellt, ist die Unglaubwürdigkeit im eigenen
Land. Die Regierung fördert im Innern und international
die Verbreitung wahabitischer Erziehungsprogramme und beachtet
nicht, dass ihre prowestliche Außenpolitik nur schwer
mit den xenophoben Grundlinien dieser Ideologie zu vereinbaren
ist. Die Religionsschüler im In- und Ausland sehen
diesen Widerspruch sehr deutlich und werden so zu Gegnern
des saudischen Regimes, obwohl sie wahabitisch geprägt
sind.[69]
In Saudi-Arabien gibt es zwei Oppositionsbewegungen.
Erstens die Liberalen; meist im Westen ausgebildete junge
Menschen, die nach demokratischen Reformen streben,[70]
und zweitens die muslimischen Fundamentalisten, die eine
striktere Einhaltung der muslimischen Gesetze und eine Abkehr
vom westlichen Einfluss propagieren.[71]
Eine weitere Gegenposition zur Königsfamilie
nehmen die Schiiten ein, die nur etwa acht Prozent der Bevölkerung
ausmachen. Dennoch stellen sie in der strategisch und ökonomisch
wichtigen Ostprovinz , in der das gesamte saudische Erdöl
gefördert wird, immer noch rund 50 Prozent der Bevölkerung,
und ihre starke kulturelle Affinität zum schiitischen
Iran und mehr noch zu den Glaubensbrüdern im Irak gibt
der saudischen Führung immer wieder Anlass zur Sorge.
Spätestens seit der iranischen Revolution geht deshalb
in der saudischen Führung die Angst vor einem Aufstand
der Schiiten um.[72]
Dennoch kann die Oppositionsbewegung als fragmentiert
eingeschätzt werden, es gibt keine wirkliche Alternative
zum System der Al-Sauds.[73] Die Gefahr einer großen
Revolution wie im Iran ist nicht gegeben, da die Oppositionsgruppen
nicht in der Lage sind, miteinander zu koalieren.[74] Hinzu
kommt, dass ein Putschversuch nur sehr schwer umzusetzen
ist. Sollte ein Staatsstreich gegenwärtig Erfolg haben,
so müsste ein Umsturz in den drei isolierten Machtzentren
Riad, Djidda und EI Hasa zeitgleich erfolgen, die Nationalgarde
und von den regulären Streitkräften müsste
zumindest die Luftwaffe den Umsturz billigen, ferner wären
die Mitglieder der königlichen Familie einschließlich
sämtlicher Provinzgouverneure schlagartig zu entmachten.
Würde nur ein einziger Gouverneur aus der Saud-Familie
an der Macht bleiben, so würde seine Provinz zum Ausgangspunkt
einer wahrscheinlich erfolgreichen Gegenaktion.[75]
5. Fazit Raketenabwehr und Saudi Arabien
Wie die Analyse zeigt, gibt es zwar zahlreiche
Differenzen im Bündnis zu den USA, jedoch kann man
nicht davon sprechen, dass Saudi-Arabien eine militärische
Bedrohung darstellt. Das Raketenkontingent der saudischen
Streitkräfte ist im Vergleich mit allen anderen Staaten
des Mittleren und Nahen Ostens minimal.[76] Auch die Tatsache,
dass der Kauf in China von 1985 eher als Provokation der
USA zu werten ist, zeigt, dass die Mittelstreckenraketen
zwar einen politischen Zweck, aber kaum militärischen
Nutzen haben sollten.
Ebenso ist bei fortwährendem militärischem
Schutz des Könighauses durch die USA und der Heterogenität
der saudischen Opposition nicht damit zu rechnen, dass ein
plötzlicher Umsturz in der Wüstenmonarchie stattfinden
könnte.
Kritisch wird die Situation erst, wenn es
innerhalb der Königsfamilie zu deutlichen Differenzen
kommen würde, und die sind in Naher Zukunft nicht auszuschließen.
Die offizielle Thronfolge in Saudi-Arabien sah vor, dass
immer der nächst älteste Sohn von Ibn Saud den
Thron besteigen sollte. Aber nun sind sowohl König
Fahd, Kronprinz Abdullah als auch dessen zukünftiger
Kronprinz Sultan über 75 Jahre alt, und in der Herrscherfamilie
wird heftig diskutiert, wann man den Generationswechsel
im Königshaus vollziehen sollte. Falls sich die Familie
nicht zu einer Reform der Thronfolge entschließen
sollte, wird sie schlechtestenfalls alle zwei bis drei Jahre
einen neuen König aus ihren Reihen auswählen müssen,
mit allen Konsequenzen, die dies für die politische
Kontinuität und Stabilität des Landes haben könnte.[77]
Trotz dieses Problems im Königshaus kann
man derzeit davon ausgehen, dass die Bedrohung für
die USA (und Europa) nicht vorrangig aus Saudi-Arabien kommt.
Das Wüstenkönigreich gehört sicherlich nicht
zu den "gefährlichen" Staaten die die USA
bewogen haben den Bau von Raketenabwehrbasen in Osteuropa
zu planen. Zwar sind die Beziehungen der beiden Länder
sehr angespannt, aber dennoch können die Vereinigten
Staaten einen Raketenangriff aus dem Königreich ausschließen.
Militärisch ist das Reich unausgeglichen, zwar ist
es mit Blick auf die Rüstungshardware gut ausgestattet,
jedoch zur militärischen Nutzung und sogar zur Selbstverteidigung
fehlt es dem Land an ausgebildeten Soldaten und Ingenieuren.
Die Probleme der politischen Instabilität könnten
die USA durch ihre eigene Politik eindämmen. Die zukünftigen
Probleme des Königreichs sollten vorausschauend in
die Politik der USA eingebunden werden. Der Generationswechsel
in der Thronfolge und die langsam beginnende Öffnung
des autokratischen Systems sollten unterstützt werden.
Eine kritische Situation innerhalb des Herrscherhauses und
somit in der saudischen Gesellschaft wäre auch für
die USA destabilisierend, von daher liegt es an ihnen, Saudi-Arabien
auch für die Zukunft als potenziellen Angreifer ausschließen
zu können.
[1] Der Mittlere Osten ist der östliche
Teil der islamischen Welt. Im Unterschied zu Nahem (ehemaliges
Osmanisches Reich) und Fernem Osten (Hinterindien, China,
Japan) versteht man unter Mittlerem Osten den östlichen
Teil der arabischen Halbinsel, den Iran, Afghanistan und
Vorderindien. Definition siehe: Brockhaus Enzyklopädie,
Mannheim, 1991, S. 689.
[2] Traynor, Ian: US in talks over biggest
Missile defence site in Europe, The Guardian, 13. Juli 2004.
[3] Boese, Wade: U.S. Exploring Possible Missile
Defense Site in Europe, in: Arms Control Today, Vol. 34,
No. 6, July/August 2004, (http://www.armscontrol.org/act/2004_07-08/MDA.asp)
[Rev. 13.07.2004].
[4] Agence France-Presse: U.S. in talks over
Installing Missile Defense Site in Poland, 15. July 2004.
[5] Ebd.
[6] Boese, Wade: U.S. Exploring Possible Missile
Defense Site in Europe, in: Arms Control Today, Vol. 34,
No. 6, July/August 2004, (http://www.armscontrol.org/act/2004_07-08/MDA.asp)
[Rev. 13.07.2004]
[7] Schröder, Peter W.: Osteuropäer
reißen sich um US-Abwehrraketen, in: Wiesbadner Kurier,
14.07.2004, S. 10.
[8] Traynor, Ian: US in talks over biggest
Missile defence site in Europe, The Guardian, 13. Juli 2004.
[9] Ebd.
[10] Bencivenga, Jim: US missile defense site
likely in central Europe, Christian Science Monitor, csmonitor.com,
13. Juli 2004, (http://www.csmonitor.com/2004/0713/dailyUpdate.html)
[Rev. 13.07.2004].
[11] Reuters: (http://www.reuters.com/newsArticle.jhtml?type=worldNews&storyID=5612837)
[Rev. 13.07.2004] zitiert bei: Bencivenga, Jim: US missile
defense site likely in central Europe, Christian Science
Monitor, csmonitor.com, 13. Juli 2004, (http://www.csmonitor.com/2004/0713/dailyUpdate.html)
[Rev. 13.07.2004].
[12] Traynor, Ian: US in talks over biggest
Missile defence site in Europe, The Guardian, 13. Juli 2004.
[13] Boese, Wade: U.S. Exploring Possible
Missile Defense Site in Europe, in: Arms Control Today,
Vol. 34, No. 6, July/August 2004, (http://www.armscontrol.org/act/2004_07-08/MDA.asp)
[Rev. 13.07.2004]
[14] Schröder, Peter W.: Osteuropäer
reißen sich um US-Abwehrraketen, in: Wiesbadener Kurier,
14.07.2004, S. 10.
[15] Peters, Ralph: The Saudi Threat: Riyadh
is at the Root of Much Evil, in: The Wall Street Journal,
04. Januar 2002.
[16] Hertog, Steffen: Kooperation hinter den
Kulissen. Die Doppelbödigkeit der amerikanisch-saudischen
Allianz, in: Blätter für deutsche und internationale
Politik, 10/2002, S. 1217-1226, hier S. 1217.
[17] Vgl. Aburish, Said K.: Ölscheichs
und Tyrannen. Der märchenhafte Aufstieg und Verfall
des saudiarabischen Könighauses, München, 1995,
S. 59.
[18] Vgl. Stork, Joe: Saudi Arabia and the
U.S., in: MERIP Reports, Vol. 0, Issue 91, Oct. 1980, S.
24-30, hier S. 24.
[19] Vgl. Ebd.
[20] Vgl. Yergin, Daniel: Der Preis. Die Jagd
nach Öl, Geld und Macht, New York, 1991, S. 736.
[21] Vgl. Safran, Nadav: Saudi Arabia: The
Ceaseless Quest for Security, Cambridge, 1985, S. 156-160.
[22] Vgl. Follath, Erich/ Windfuhr, Volkhard/
Zand, Bernhard: Die Brutstätte des Terrors, Der Spiegel,
10/2002, S.144.
[23] Vgl. Stork, Joe: Saudi Arabia and the
U.S., in: MERIP Reports, Vol. 0, Issue 91, Oct. 1980, S.
24-30, hier S. 26.
[24] Vgl. Twinam, Joseph Wright: The United
States and the Gulf: Half a Century and Beyond, The Emirates
Occasional Papers Nr.11, Abu Dhabi, 1994, S. 35 und Fustier,
Nathalie: The Saudi Perspective and U.S. Interest, in: Detalle,
Renaud: Tensions in Arabia: The Saudi-Yemeni Fault Line,
Baden-Baden, 2000, S. 106-114, hier S. 107.
[25] Vgl. Huntington, Samuel: Kampf der Kulturen.
Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, New
York, 1996, S. 401.
[26] Bush, George/ Scowcroft, Brent: A World
Transformed, New York, 1998, S. 334, zitiert bei: Gold,
Dore: Hatred's Kingdom. How Saudi Arabia Supports the New
Global Terrorism, Washington, 2003, S. 158.
[27] Siehe dazu: Heim, Michael: Der tote Scheich
im Hause Saud, Die verhängnisvolle Geschichte des Wahhabismus,
in: Blätter für deutsche und internationale Politik,
10/2004, S.1262-1269, hier S. 1268.
[28] Vgl. Steinberg, Guido: Der nächste
Machtwechsel im Nahen Osten. Thronfolge und Opposition in
Saudi-Arabien, Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS-AI 6/01, S.
30.
[29] Vgl. Obaid, Nawaf E.: The Oil Kingdom
at 100, Petroleum Policymaking in Saudi Arabia, Washington,
2000, S. xi.
[30] Vgl. Steinberg, Guido: Der nächste
Machtwechsel im Nahen Osten. Thronfolge und Opposition in
Saudi-Arabien, Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS-AI 6/01, S.
23.
[31] Cordesman, Anthony H.: Saudi Arabia Enters
The 21st Century: Foreign Relations and External Security,
Center for Strategic and International Studies, Washington,
2002, S. 73, (http://www.csis.org/burke/saudi21/)
[Rev. 20.06.03].
[32] Vgl. Energy Information Administration:
Saudi Arabia, (http://www.eia.doe.gov/emeu/cabs/saudi.html)
[Rev. 03.12.02].
[33] Um weltweite Produktionsausfälle
auszugleichen, können die Saudis binnen drei Monaten
ihre Fördermenge von acht auf 10,5 Millionen Barrel
am Tag erhöhen, oder alternativ den Preis hochtreiben.
[34] Vgl. Top Petroleum Net Exporteurs, 2000,
(http://www.eia.doe.gov/emeu/security/topexp.html)
[Rev. 13.02.02].
[35] Die USA importierten im Jahr 2000 9,8
Millionen Barrel pro Tag und sind damit der größte
Importeur von Rohöl, in: Energy Information Administration,
(http://www.eia.doe.gov/emeu/security/topimp.html)
[Rev. 13.02.03].
[36] National Energy Policy, Report of the
National Energy Policy Development Group, Washington, Mai
2001.
[37] Vgl. Perthes, Volker: Die Araber und
Amerika, Vortrag in der Hessischen Stiftung Friedens- und
Konfliktforschung am 26. September 2002, S. 6.
[38] Vgl. Bandow, Doug: Befriending Saudi
Princes, A high Price for a Dubious Alliance, in: Policy
Analysis, No. 428, March 20, 2002, S. 1-15, hier S. 1.
[39] Steinberg, Guido: Usama bin Laden und
Saudi-Arabien. Hintergründe der Terroranschläge
des 11. Septembers, Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS-AI 11/01,
S. 8.
[40] Ebd., S. 7.
[41] Am 18. März 1996 lieferte der Sudan
bin Laden an Afghanistan aus, vgl. Gold, Dore: Hatred's
Kingdom. How Saudi Arabia Supports the New Global Terrorism,
Washington, 2003, S. 181.
[42] Vgl. Henderson, Simon: The Saudi Way,
Wall Street Journal, 12. August 2002, zitiert bei: Gold,
Dore: Hatred's Kingdom. How Saudi Arabia Supports the New
Global Terrorism, Washington, 2003, S. 181 und Follath,
Erich/Windfuhr, Volkhard/Zand, Bernhard: Die Brutstätte
des Terrors, Der Spiegel 10/2002, S. 140.
[43] Bandow, Doug: Befriending Saudi Princes,
A high Price for a Dubious Alliance, in: Policy Analysis
No. 428, March 20, 2002, S. 1-15, hier S. 2.
[44] Vgl. Peters, Ralph: The Saudi Threat:
Riyadh is at the Root of Much Evil, The Wall Street Journal,
4. Januar 2002.
[45] zitiert bei: ebd., S. 8.
[46] APS Diplomat Recorder Predicates Newsletters:
Strains in U.S.-Saudi alliance, 7. July 1996, zitiert bei
Watkins, Eric: The unfolding U.S. policy in the Middle East,
in: International Affairs, Volume 73, Issue 1, Jan. 1997,
S. 1-14, hier S. 6.
[47] Vgl. Perthes, Volker: Der Nahe und Mittlere
Osten 1990/91 und 2001/2: Ein vergleichender Lagebericht,
Arbeitspapier Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin,
2002, S. 10.
[48] Die sechs leiblichen Brüder des
Königs bilden in der Familie eine politische, pro-westliche
und sehr mächtige Einheit, benannt sind sie nach ihrer
Mutter Hussa bin Ahmad Al Sudairi, der Lieblings-Frau des
Staatsgründers, die aus dem edlen arabischen Stamm
der "Sudairi" stammte. Es sind König Fahd,
Verteidigungsminister Sultan, Innenminister Nayef, der Gouverneur
von Riad Salam, der stellvertretende Verteidigungsminister
Prinz Abdul Rahman, der Geschäftsmann Prinz Turki und
der stellvertretende Innenminister Prinz Ahmed.
[49] Vgl. Bin Laden, Osama: Declaration of
War against Americans Occupying the Land of the Two Holy
Places, 1996, (http://www.religioscope.com/info/doc/jihad/jihadfile.html)
[Rev. 20.06.03].
[50] Vgl. Steinberg, Guido: Usama bin Laden
und Saudi-Arabien. Hintergründe der Terroranschläge
des 11. Septembers, Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS-AI 11/01,
S. 21.
[51] Vgl. Bandow, Doug: Befriending Saudi
Princes, A high Price for a Dubious Alliance, in: Policy
Analysis, No. 428, March 20, 2002, S.1-15, hier S. 4.
[52] Vgl. Miller, John/Stone, Michael/Mitchell,
Chris: The Cell: Inside the 9/11 Plot, and Why the FBI and
CIA Failed to Stop It, New York, 2002, S. 271.
[53] Vgl. Prados, Alfred B.: Saudi Arabia:
Current Issues and U.S. Relations, CRS Issue Brief for Congress,
Updated March 3, 2003, (http://fpc.state.gov/documents/organization/16265.pdf)
[Rev. 26.06.03].
[54] Vgl. Schmidt, Susan: Sept. 11 Families
Join to Sue Saudis; Banks, Charities and Royals Accused
of Funding to al-Qaeda Terrorist Network, New York Times,
16. August 2002.
[55] Interview mit dem saudischen Außenminister
Prinz Saud: "Wir fürchten die Folgen des Konflikts",
Welt am Sonntag, 12.01.03, S. 6.
[56] August 1995, Juni 1996, Mai 2003, November
2003, Mai 2004, zwei im Juni 2004.
[57] Vgl. Pollack, Josh: Saudi Arabia and
the United States, 1931-2002, in: Middle East Review of
International Affairs, Vol. 6, No.3 (Sept. 2002), S. 77-102,
hier S. 83.
[58] Vgl. Perthes, Volker: Geheime Gärten.
Die neue arabische Welt, Berlin, 2002, S. 290.
[59] Vgl. Cordesman, Anthony H.: Saudi Arabia
Enters the 21st Century: The Military and Internal Security
Dimension, Center for Strategic and International Studies,
S. 19, (http://www.csis.org/burke/saudi21/)
[Rev. 20.06.03].
[60] Vgl. Cordesman, Anthony H.: Saudi Arabia:
Guarding the Desert Kingdom, Boulder, 1997, S. 114.
[61] Sczepanski, Erich: Länderdossier:
Saudi Arabien, (http://www.globaldefence.net/deutsch/nahost/saudiarabien/dossier.htm)
[Rev. 16.08.04]
[62] Daten siehe Center for Nonproliferation
Studies am Monterey Institute of International Affairs:
(http://cns.miis.edu/research/wmdme/ball_dev.htm)
[Rev. 15.08.04].
[63] Vgl. Woodward, Bob: The Commanders, New
York, 1991, S. 213.
[64] Vgl. Shichor, Yitzhak: East Wind over
Arabia, Origins and Implications of the Sino-Saudi Missile
Deal, Berkley, 1989, S. 57.
[65] Ebd., S. 60.
[66] Vgl. Cordesman, Anthony H.: Saudi Arabia
Enters the 21st Century: The Military and Internal Security
Dimension, Center for Strategic and International Studies,
S. 19, (http://www.csis.org/burke/saudi21/)
[Rev. 20.06.03].
[67] Ebd.
[68] Wahabismus wurde geprägt durch Mohammad
bin Adb al-Wahhad. Seine Auslegung des islamischen Glaubens
basierte auf der Überzeugung, dass nur die frühe
Sunna, also die von dem Propheten vorgenommenen Handlungen
und Aussagen, sowie der Koran selbst, als Grundlage des
Glaubens dienen. Alle späteren Entwicklungen lehnte
er kategorisch ab. Wahabiten betrachten vor allem die Schiiten,
aber auch nicht wahabitische sunnitische Muslime als "ungläubig".
Siehe Clauss, Thomas: Extremismus und Fundamentalismus im
Nahen Osten, Über die Quellen und Konfliktherde in
der Region, Berlin, 1998, S. 46 und Steinberg, Guido: Der
nächste Machtwechsel im Nahen Osten. Thronfolge und
Opposition in Saudi-Arabien, Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS
AI 6/01, S. 26.
[69] Vgl. Steinberg, Guido: Usama bin Laden
und Saudi Arabien. Hintergründe der Terroranschläge
des 11. Septembers, Konrad Adenauer Stiftung, KAS-AI 11/01,
S. 23.
[70] Deren Kritik an Staat und Gesellschaft
nach der Rückkehr aus dem Ausland und der Eingliederung
in den Prozess des Geldverdienens und -ausgebens im Allgemeinen
aber schnell erlahmt. Vgl. dazu: Brandes, Jörg-Dieter:
mit Säbel und Koran. Der Aufstieg der Königsfamilie
Saud und der Wahabiten, Stuttgart, 1999, S. 264.
[71] Vgl. King, Craig K.: Impact of a Regime
Change in Saudi Arabia- an operational Perspective, Maxwell,
1998, S. 10. Zur Struktur der islamischen Opposition siehe
Teitelbaum, Joshua: Holier than thou. Saudi Arabia's Islamic
Opposition, Washington, 2000.
[72] Vgl. Steinberg, Guido: Der nächste
Machtwechsel im Nahen Osten. Thronfolge und Opposition in
Saudi-Arabien, Konrad Adenauer Stiftung, KAS-AI 6/01, S.
27.
[73] Vgl. Champion, Daryl: The Kingdom of
Saudi Arabia: Elements of Instability within Stability,
Middle East Review of International Affairs, Vol. 3, No.
4, Dezember 1999, S. 50.
[74] Vgl. Satloff, Robert: What about Saudi
Arabia Should (or Shouldn't) Concern You, in: Zelikow, Philip
D./Zoellick, Robert B. (eds.): America and the Muslim Middle
East: Memos to a President, An Aspen Policy Book, Washington,
1998, S. 51-60, hier S. 59.
[75] Vgl. Brandes, Jörg-Dieter:
mit
Säbel und Koran. Der Aufstieg der Königsfamilie
Saud und der Wahabiten, Stuttgart, 1999, S. 265.
[76] Vgl. Kaim, Markus: Raketenrüstung
und Raketenabwehr im Nahen und Mittleren Osten, Raketenabwehrforschung
international, Bulletin Nr.7, Frühjahr 2000, S. 2
[77] Vgl. Steinberg, Guido: Der nächste
Machtwechsel im Nahen Osten. Thronfolge und Opposition in
Saudi-Arabien, Konrad Adenauer Stiftung, KAS-AI 6/01, S.
25.
Bitte zitieren als: Iris Wurm, Vom Freund zum Feind? Saudi-Arabien
und die Raketenabwehr-Pläne der USA, Raketenabwehrforschung
International, Bulletin No. 52 (Winter 2004/05), Frankfurt
am Main 2005.
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