Amerikas Kriege und Gebrochene Helden – Dokumentarfilm und Gespräch

Das naxos.Kino zeigt in seiner wöchentlichen Vorstellung zwei Filme zur kriegerischen Geschichte der USA und traumatisierten US–Soldaten.

1. Film: Amerikas Kriege

Von Pearl Harbour bis Irak

Die Geschichte der USA ist eine Geschichte der gewaltsamen über den Globus verteilten Konflikte. Afghanistan ist mittlerweile ein Symbol für die Ohnmacht einer Weltmacht. Die Kriege sind reaktion darauf, auf eigenem Boden angegriffen worden zu sein wie 1941 in Pearl Harbour und wie in Vietnam entwickeln sie sich zum Trauma.

2. Film: Gebrochene Helden

Verwundet und vergessen

Der Film „gebrochene Helden“ über traumatisierte US-Soldaten nach den Kriegen im Irak zeigt, wie lange ein vor Jahren beendeter Krieg jenseits aller Öffentlichkeit fortdauert. Die Autorin Ingelis Gnutzmann hat den Schwerpunkt ihrer Recherche auf Soldaten aus den USA gelegt, weil sie damit gleichzeitig Zeugen für zahlreiche amerikanische Kriegsverbrechen vor die Kamera holen konnte. So kommen im Mittelpunkt des Films drei Soldat*innen zu Wort, die an post-traumatischen Belastungsstörungen erkrankt sind.

Rund 700.000 US-Soldaten haben 1991 gegen den Irak gekämpft, Zehntausende kehrten krank zurück, krank an Körper und Seele. Bei den meisten seelisch Erkrankten, traumatisierten Frauen und Männern, dauerte es Jahre, bis sie ärztliche Hilfe suchten. Und viele bemühen sich bisher vergeblich um Anerkennung ihrer Beschwerden und damit verbundener staatlicher Unterstützung.

Die US-Regierung hat erneut einen Krieg gegen den Irak geführt, der zwar am 1. Mai 2003 offiziell für beendet erklärt wurde, der aber dennoch nicht aufgehört hat. In diesem Krieg ist die Zahl der Selbstmorde unter den Soldaten erschreckend hoch, die psychologischen Probleme häufen sich. Ingelis Gnutzmann berichtet in ihrem Film von ehemaligen traumatisierten Golfkriegskämpfern und schildert die Ängste der Angehörigen von Soldaten, die zurzeit im Irak stationiert sind.

Beide Filme sind brandaktuell! Die Regierungen der USA und des Iran steuern auf Konfrontationskurs. Die USA haben das bilaterale Atomabkommen einseitig gekündigt, Sanktionen verhängt, verstärken den wirtschaftlichen Druck. Geheimdienste berichten von angeblichen Verstößen des Iran gegen amerikanische Auflagen.

Dies alles löst ein Déjà-Vu aus, erinnert an die Vorgeschichte der Kriege im Irak. Zu befürchten ist, dass Donald Trump mit seiner Politik Vorwände für einen Angriff auf den Iran schafft, an dessen Ende erneut Zehntausende Tote und Verletzte stehen werden – unter der Zivilbevölkerung, auch unter den Soldaten gibt es unzählige körperlich Verwundete und eine unüberschaubare Anzahl an seelisch Verletzten.

Im anschließenden Filmgespräch diskutieren:

  • Ingelis Gnutzmann, Regisseurin der Dokumentation
  • Sabine Mannitz, Konfliktforscherin, HSFK
  • Jens Warburg, Nahost-Experte, connection e.V.

Moderiert wird das Gespräch von Wolf Lindner

Wann? Dienstag, 24. März 2020, Filmbeginn um 19:30, Einlass ab 19:00 Uhr. Die Diskussion beginnt ab ca. 21:00 Uhr.
Wo? naxos.Kino, Waldschmidtstraße 19 HH, 60316 Frankfurt.

Um Reservierung wird gebeten unter reservierung @naxos-kino .org.

Mehr Informationen gibt es auf der Website des naxos.Kino.