Gerechtigkeitskonflikte und Normenentwicklung

Gregor Peter Hofmann untersucht die internationale Umstrittenheit der Responsibility to Protect (R2P)

Die Libyenintervention 2011 wurde mit der R2P begründet, die aber auch eine aktive Stabilisierung der Post-Konfliktsituation vorsieht. | Foto: UNDP

Entwickelt mit dem Ziel den Schutz vor Völkermord, Kriegsverbrechen, ethnischer Säuberung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu gewährleisten, war die Responsibility to Protect von Anfang an hoch umstritten. Denn wird ein Staat seiner Verantwortung, das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung zu sichern, nicht gerecht, kann die internationale Staatengemeinschaft nach Entscheidung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zivile aber auch militärische Maßnahmen gegen diesen Staat ergreifen.

Die Entwicklung der R2P zeichnet Gregor Peter Hofmann empirisch detailliert aus einer konstruktivistischen Perspektive nach. Dabei untersucht er konkret, wie konträre Vorstellungen über eine gerechte Weltordnung im Spannungsfeld zwischen individuellen Menschenrechten, staatlichen Souveränitätsansprüchen und Forderungen nach prozeduraler Gerechtigkeit das Normbündel der Schutzverantwortung prägen.

Die Dissertation mit dem Titel „Gerechtigkeitskonflikte und Normentwicklung - Die internationale Umstrittenheit der Responsibility to Protect“ ist im Verlag Springer VS erschienen.