ACONA – Die Arms Control Negotiation Academy

Die Schwächung der rüstungskontrollpolitischen Verhandlungsexpertise im euro-atlantischen Raum stellt eine wachsende Bedrohung für die internationale Sicherheit dar. Die aufstrebende Generation von politischen EntscheidungsträgerInnen, DiplomatInnen und WissenschaftlerInnen in den USA, Russland, der EU und in anderen Regionen der Welt ist unzureichend vorbereitet, um sich den vielen Herausforderungen im Zusammenhang der nuklearen Abrüstung zu stellen. Erfolgreiche Verhandlungen setzen voraus, dass die politisch Verantwortlichen sowohl über die technischen als auch über die politischen Aspekte von Rüstungskontrollvereinbarungen gut informiert sind. Das schwindende Wissen über die Rüstungskontrollverträge des Kalten Kriegs und die mangelnden Schulungsmöglichkeiten für notwendige Verhandlungskompetenzen machen es der neuen Generation von PolitikerInnen und Forschenden jedoch schwer, sich den neuen Bedrohungen der etablierten Abrüstungs- und Rüstungskontrollregime zu stellen.

Die formale nukleare und konventionelle Rüstungskontrollarchitektur, die in den letzten fünf Jahrzehnten die internationale Sicherheit und strategische Stabilität getragen hat, bröckelt. Die Aufrechterhaltung des Status quo ist keine Option mehr, da sich die internationale Rüstungskontrollarena rasch ausweitet und eine wachsende Bandbreite von Akteuren und Technologien umfasst. In dieser entscheidenden Zeit ist das Verständnis der Geschichte der Rüstungskontrolle und der Verhandlungspraxis notwendiger denn je, um die Grundlage für einen neuen Modus Operandi in internationalen Sicherheitsverhandlungen zu schaffen.

Die Negotiation Task Force (NTF) des Davis Center for Russian and Eurasian Studies an der Harvard Universität hat daher mit der Arms Control Negotiation Academy (ACONA) eine neue Initiative ins Leben gerufen. Die NTF arbeitet dazu mit fünf Partner-Instituten aus den USA, Russland und Europa zusammen, die sich gemeinsam dem globalen Frieden und der globalen Sicherheit verschrieben haben: der HSFK, dem Woodrow Wilson International Center for Scholars in Washington D.C., dem Höfði Reykjavík Peace Center an der University of Iceland, der Moscow State University of International Relations (MGIMO) und der russischen Higher School of Economics (HSE).

ACONA soll die Lücke in der derzeitigen Ausbildungsbasis für Rüstungskontroll-Kompetenz füllen, indem es technische Fachkenntnisse mit dem Erwerb fortgeschrittener Verhandlungsfähigkeiten verbindet. Durch die Kombination von ExpertInnenvorträgen mit immersiven Trainingsübungen wird die Akademie aufstrebende Führungspersönlichkeiten in den Bereichen Rüstungskontrolle, Friedens- und Konfliktforschung und internationale Sicherheit ausbilden. Die Akademie wird innerhalb von 12 Monaten drei Workshops für 16 ACONA-StipendiatInnen pro Kohorte abhalten. Das Programm soll der internationalen Zusammenarbeit dienen und die nächste Generation von Rüstungskontroll-ExpertInnen befähigen, sich den strategischen Verhandlungsherausforderungen in der sich rasch verändernden Sicherheitslandschaft des 21. Jahrhunderts zu stellen.

Partner

National Research University Higher School of Economics
National Research University Higher School of Economics
https://www.hse.ru/en/
Negotiation Task Force – Davis Center for Russian and Eurasian Studies – Harvard University
Negotiation Task Force – Davis Center for Russian and Eurasian Studies – Harvard University
https://daviscenter.fas.harvard.edu/ntf
Moscow State Institute of International Relations
Moscow State Institute of International Relations
https://english.mgimo.ru
History and Public Policy Program – Woodrow Wilson International Center for Scholars
History and Public Policy Program – Woodrow Wilson International Center for Scholars
https://www.wilsoncenter.org/program/history-and-public-policy-program
Höfði Reykjavík Peace Centre – University of Iceland
Höfði Reykjavík Peace Centre – University of Iceland
https://www.fridarsetur.is/en/