Europäische Sicherheit und Russland

Die Krise um die Ukraine hat die poli­tische Landschaft in Europa verändert und verdeut­licht, dass die Vision der Pariser Charta der KSZE von 1990, dass nach dem Ende des Kalten Kriegs ein Europa „whole and free“ entstehen würde, auf abseh­bare Zeit nicht zu verwirk­lichen ist. Dass sich die Regime­krise in der Ukraine schnell zu einer Krise der euro­päischen Ordnung ausweiten konnte, ist wesent­lich auf die Politik Russlands zurück­zuführen, wie die Annexion der Krim und der aus Moskau befeuerte sowie seit September 2014 auch gesteuerte Sezessions­krieg im Donbas unter­streichen.

Das russische Verhalten wiederum ist ein Ergebnis sowohl der auto­ritären Transfor­mation des Landes unter seinem Präsi­denten Wladimir Putin als auch der Tatsache, dass Russland nach dem Ende des Kalten Kriegs keinen allseits und insbe­sondere auch von Moskau akzep­tierten Platz in der euro­päischen Ordnung gefunden hat. Da sich die – ohnehin nie konsequent betriebene – Schaffung eines gemein­samen euro­päischen Sicherheits­raums zerschlagen hat, sind Sicherheit und Zusammen­arbeit in Europa auf eine gänzlich neue Grundlage zu stellen. Dabei kann der (zwischen­zeitlich in Ver­gessenheit geratene) Instru­menten­kasten aus der Entspannungs­periode des Kalten Kriegs hilfreich sein, darüber hinaus­gehende Orien­tierungen existieren nicht.

Es geht folglich darum, ausgehend von der aktuellen singu­lären Kombi­nation aus Konfron­tation und Koope­ration eine neuerliche Rüstungs­spirale zu verhindern sowie die ver­bliebenen Kooperations­elemente, namentlich im wirtschaft­lichen Bereich, zu sichern und aus­zubauen. Dazu bedarf es einver­nehmlicher Verhaltens­regeln sowie gemeinsamer Institu­tionen. Und es bedarf neuer Ansätze im Umgang mit den ordnungs­politischen Differenzen – der Werte­lücke – zwischen Russland und dem Westen.

Neben der kontinu­ierlichen Beob­achtung der aktuellen Ent­wicklungen im neuen Ost-West-Verhältnis sowie insbesondere auch Russlands wird politik­begleitend für diese Gestaltungs­aufgabe Orientierungs­wissen erarbeitet und bereit­gestellt. Dies wird in unter­schiedlichen Formaten, durch einschlägige Publi­kationen, Konferenzen, persönliche Beratung sowie durch Vernetzungs­aktivitäten geschehen. Letzteres schließt z.B. eine Forschungs­kooperation mit der „Forschungs­universität-Hochschule für Ökonomie“ in Moskau ein, wo der Projektleiter seit Februar 2017 eine Gastprofessur wahrnimmt. Der Politik­beratung dienen auch die Schlangen­bader Gespräche, die sich seit 1987 als einschlägige und sehr erfolgreiche Aktivität etabliert haben.

Projektleitung:
1
Russland: Das Trauma der Trump-Administration | 2019

Spanger, Hans-Joachim (2019): Russland: Das Trauma der Trump-Administration, in: Daase, Christopher/Kroll, Stefan (Hg.), Angriff auf die liberale Weltordnung. Die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik unter Donald Trump, Wiesbaden: Springer VS, 123-150.

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2
A stable crisis: Post-Soviet Eurasia | 2018

Spanger, Hans-Joachim (2018): A stable crisis: Post-Soviet Eurasia, BTI Transformation Index 2018, 94-102, https://www.bti-project.org/en/key-findings/regional/post-soviet-eurasia/.

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3
Vom "Liberalen" zum "Pluralen" Frieden – Plädoyer für eine neue Entspannungspolitik | 2018

Spanger, Hans-Joachim (2018): Vom "Liberalen" zum "Pluralen" Frieden – Plädoyer für eine neue Entspannungspolitik, in: Bahr, Adelheid (Hg.), Warum wir Frieden und Freundschaft mit Russland brauchen, Frankfurt/Main: Westend, 165-171.

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4
Hornberger Schießen in Helsinki | 2018

Rogova, Vera/Spanger, Hans-Joachim (2018): Hornberger Schießen in Helsinki, PRIF BLOG, 18.7.2018.

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8
The concert of powers and competing government models | 2017

Spanger, Hans-Joachim (2017): The concert of powers and competing government models, in: Müller, Harald/Rauch, Carsten (eds), Great Power Multilateralism and the Prevention of War, Abingdon: Routledge, 125–143, https://www.routledge.com/(...).

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9
"Pluraler Frieden" oder was sich in der Politik gegenüber Russland ändern sollte | 2017

Dembinski, Matthias/Spanger, Hans-Joachim (2017): "Pluraler Frieden" oder was sich in der Politik gegenüber Russland ändern sollte, in: Wirtschaftspolitische Blätter, 64:3, 339–348.

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10
Russland: Reset revisited? | 2017

Spanger, Hans-Joachim (2017): Russland: Reset revisited?, in: Fehl, Caroline/Fey, Marco (Hg.), „America first“: Die Außen- und Sicherheitspolitik der USA unter Präsident Trump, Frankfurt/M, 26–28, HSFK-Report Nr. 1/2017.

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11
"Plural Peace" – Principles of a New Russia Policy | 2017

Dembinski, Matthias/Spanger, Hans-Joachim (2017): "Plural Peace" – Principles of a New Russia Policy, PRIF Report No. 145, Frankfurt/M.

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12
Entspannung geboten | 2017

Dembinski, Matthias/Spanger, Hans-Joachim (2017): Entspannung geboten. Antwort auf die Kritiker des Pluralen Friedens, in: Osteuropa, 67:5, 135-142.

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13
Pluraler Frieden | 2017

Dembinski, Matthias/Spanger, Hans-Joachim (2017): Pluraler Frieden. Leitgedanken für eine neue Russlandpolitik, in: Osteuropa - Konfrontation. Frieden und Sicherheit in Europa, 3-4/2017, 87-96, https://www.zeitschrift-osteuropa.de/(...).

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14
„Pluraler Frieden“ – Leitgedanken zu einer neuen Russlandpolitik | 2017

Dembinski, Matthias/Spanger, Hans-Joachim (2017): „Pluraler Frieden“ – Leitgedanken zu einer neuen Russlandpolitik, HSFK-Report Nr. 2/2017, Frankfurt/M.

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16
Maidan and its implications | 2016

Spanger, Hans-Joachim (2016): Maidan and its implications. Post-Soviet Eurasia, in: Bertelsmann Stiftung (ed.), Transformation Index BTI 2016, Gütersloh/München: Bertelsmann Stiftung, 94-102, www.bti-project.org/...

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17
Russia’s Turn Eastward, China’s Turn Westward | 2016

Spanger, Hans-Joachim (2016): Russia’s Turn Eastward, China’s Turn Westward. Cooperation and Conflict Along the New Silk Road, in: Russia in Global Affairs, 3, 134-151, http://eng.globalaffairs.ru/...

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18
Push and Pull: Russia's Pivot to Asia | 2016

Spanger, Hans-Joachim (2016): Push and Pull: Russia's Pivot to Asia, PRIF Working Papers No. 29, Frankfurt/M.

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19
The Future of European Security | 2016

Spanger, Hans-Joachim (2016): The Future of European Security, in: DCAF (ed.), OSCE Focus. Conference Proceedings, Genf, 65-90.

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