Institutionalisierung von Ungleichheit in Strukturen der Global Governance

Das Projekt geht der Frage nach, wie sich Machtungleichheiten im internationalen System in der formalen und informellen Ausgestaltung von Global Governance-Institutionen niederschlagen.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich dominante Akteure der internationalen Politik – vor allem die USA als globaler Hegemon, aber auch der Westen insgesamt  sowie die sogenannten „aufsteigenden Mächte“ – einer Reihe unterschiedlicher Strategien bedienen, um die Ausgestaltung internationaler Institutionen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. So finden sich formal hierarchische Institutionen neben exklusiven Clubs und informellen Institutionen, die ressourcenreichen Akteuren häufig eine flexiblere Auslegung von Regeln erlauben als schwächeren Akteuren. Zu unterscheiden ist außerdem zwischen einer substanziellen und einer prozeduralen Dimension institutionalisierter Ungleichheit, mit Blick auf hierarchische Institutionen z.B. zwischen einer hierarchischen Verteilung von Rechten und Pflichten und einem hierarchischen Verfahren der Regelsetzung.


Die unterschiedlichen Ausprägungen von Global Governance-Institutionen werden von Völkerrechtlern unter dem Sammelbegriff „hegemoniales Völkerrecht“ diskutiert, wurden bislang aber noch nicht systematisch aus dem Blickwinkel der Theorie der Internationalen Beziehungen untersucht. Zur Schließung dieser Lücke geht das Projekt zwei zentralen Fragen nach, die exemplarisch anhand dreier Politikfelder – der Rüstungskontrolle, der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und der Regulierung von Finanztransaktionen – untersucht werden:

  1. Was erklärt die wahrnehmbaren Unterschiede in der Institutionalisierung von Ungleichheit in verschiedenen Politikfeldern und -teilbereichen? Warum und unter welchen Bedingungen sind Akteure bereit, bestimmte Formen institutionalisierter Ungleichheit zu akzeptieren? Vermutet wird, dass nicht allein rationale Kosten-Nutzen-Kalkulationen als Erklärung dienen, sondern dass die Akzeptanz in hohem Maße vom Umgang der Institution und der Akteure mit Gerechtigkeitsansprüchen und anderen normativen Erwartungen abhängt.
  2. Die Verschiebung von Mustern institutionalisierter Ungleichheit im Zeitverlauf  führt zu einer aus dem historischen Institutionalismus abgeleiteten Hypothese: Überprüft wird, inwieweit der institutionelle Status quo die Bemühungen von Akteuren begrenzt und „kanalisiert“, um ihren sich wandelnden Machtpositionen und normativen Ansprüchen in der künftigen Ausgestaltung von Global Governance Geltung zu verschaffen.

 

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Multilateralismus minus eins? Chancen und Grenzen multilateraler Kooperation in der Ära Trump | 2017

Fehl, Caroline/Thimm, Johannes (2017): Multilateralismus minus eins? Chancen und Grenzen multilateraler Kooperation in der Ära Trump, in: S+F: Sicherheit und Frieden, 35:3, 150-154, https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0175-274X-2017-3-48/multilateralismus-minus-eins-jahrgang-35-2017-heft-3?page=1.

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Is the Crisis of Security Institutions a Crisis of Institutional Theory? | 2016

Caroline Fehl, Is the Crisis of Security Institutions a Crisis of Institutional Theory? Dialogues, Diversity, and Discipline, in: Gabi Schlag/Julian Junk/Christopher Daase (Hrsg.): Transformations of Security Studies, London: Routledge, 2016.

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3
Understanding the Puzzle of Unequal Recognition | 2015

Caroline Fehl, Understanding the Puzzle of Unequal Recognition: The Case of the Nuclear Non-Proliferation Treaty, in: (Hrsg.): Recognition in International Relations. Rethinking a Political Concept in a Global Context, Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2015, S. 104-122.

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4
Unequal power and the institutional design of global governance | 2014

Caroline Fehl, Unequal power and the institutional design of global governance: The case of arms control, in: Review of International Studies, 40 (3), S. 505-531, 2014

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5
Institutional Mechanisms of Global Inequality Reproduction | 2014

Caroline Fehl/ Katja Freistein, Institutional Mechanisms of Global Inequality Reproduction, in: SFB 882 Working Paper Series No. 37 (University of Bielefeld), Bielefeld, Dezember 2014.

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A Non-Proliferation (r)Evolution | 2012

Caroline Fehl, A Non-Proliferation (r)Evolution: US Arms Control and Non-Proliferation Policy Under Bush and Obama, in: Oliver Meier/Christopher Daase (Hg.): Arms Control in the 21st Century. Between Coercion and Cooperation, New York (Routledge), 2012, S. 169-189.

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Partner

Dr. Katja Freistein, Käte Hamburger Kolleg Duisburg

Förderer

Fritz Thyssen Stiftung
Fritz Thyssen Stiftung
www.fritz-thyssen-stiftung.de