Islamistische Bewegungen im Kontext sich verändernder Opportunitätsstrukturen: Die jordanische Islamic Action Front und die tunesische An-Nahdha Bewegung

Durch die aktuellen politischen Umbrüche in der arabischen Region rückten islamistische Bewegungen ins Rampenlicht, obwohl sie auch vor dem Aufkommen des so genannten „Arabischen Frühlings“ ein fester Bestandteil der politischen Realitäten in arabischen Ländern waren. Ihr zunehmender politischer Einfluss löste eine kontroverse Debatte über ihre politische Rolle und Charakteristika aus.

Diese Debatte berührt den Kern einer zentralen akademischen Debatte zwischen so genannten „Essentialisten“ und „Kontextualisten“. Während Erstere die politischen Positionen islamistischer Bewegungen in erster Linie mit ihren (starren) religiösen Überzeugungen erklären, betonen „Kontextualisten“ die Bedeutung des politischen und gesellschaftlichen Kontextes für die Überzeugungen islamistischer Bewegungen. Davon ausgehend, dass weder eine reine essentialistische noch eine kontexualisitische Perspektive islamistische Positionen ausreichend erklären kann, fragte das Forschungsprojekt, inwiefern islamistische Bewegungen ihre Vorstellungen einer gerechten politischen und gesellschaftlichen Ordnung an sich verändernde politische Kontexte anpassen.

Das Projekt analysierte vergleichend zwei Parteien mit vergleichbaren „Islamischen Frames“, die ihre gesellschaftlichen und politischen Ziele aber in sehr unterschiedlichen Kontexten verfolgten: die jordanische Islamic Action Front (Untersuchungszeitraum 1989-2011) und die tunesische An-Nahdha-Partei (Untersuchungszeitraum 1981-2011). Während die jordanische islamistische Partei von der semi-autokratischen Regierung selektiv in politische Prozesse eingebunden war, wurde die An-Nahdha bis zum Sturz Ben Alis repressiv aus politischen Prozessen ausgeschlossen.

Das Projekt wurde 2014 mit der Veröffentlichung der Dissertation „Islamisten im Wandel“ in der HSFK-Studienreihe im Nomos-Verlag abgeschlossen.

Projektleitung:
  • El Ouazghari, Karima
1
Islamisten im Wandel | 2014

Karima El Ouazghari, Islamisten im Wandel. Die Islamic Action Front in Jordanien und die An-Nahdha in Tunesien in sich verändernden Kontexten, Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (Bd. 27), Baden-Baden (Nomos), 2014.

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2
Religious Fundamentalism as an Obstacle to Peace in the Middle East | 2012

Palmer Harik, Judith/El Ouazghari, Karima/Berger, Lars/Calvert, John/Eldar, Akiva/Meyer, Henrik/Tessler, Mark/Zubaida, Sami, Religious Fundamentalism as an Obstacle to Peace in the Middle East, Policy Brief No. 11, Frankfurt/M., 2012.

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3
An-Nahdha im Wandel. | 2012

Karima El Ouazghari, An-Nahdha im Wandel. Eine islamistische Bewegung im Kontext sich verändernder Opportunitätsstrukturen in Tunesien, PRIF Working Papers No.14, Frankfurt/M., 2012.

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4
Gerät das jordanische Regime ins Wanken? | 2012

Karima El Ouazghari, Gerät das jordanische Regime ins Wanken?, in: Arabische Zeitenwende. Aufstand und Revolution in der arabischen Welt, Bd. 1243, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2012, S. 185-191.

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5
Jordanien: Reform statt Revolution | 2011

Karima El Ouazghari, Jordanien: Reform statt Revolution, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Jg. 61, Nr. 39, 2011, S. 24-26.

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6
Die arabische Region im Umbruch | 2011

Karima El Ouazghari, Die arabische Region im Umbruch. Zur Rolle islamistischer Oppositionsbewegungen in Jordanien, Ägypten und Tunesien, HSFK-Standpunkte, Nr. 3/2011, Frankfurt/M.

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