Virtuelle Radikalisierung? Die Nutzung sozialer Medien im rechtsextremistischen und im salafistisch-dschihadistischen Phänomenbereich und Anzeichen für Gewalthandeln

Im Zuge des aktuellen Welt­geschehens finden radikale Positionen in vielen euro­pä­ischen Staaten und auch in Deutsch­land wieder ver­stärkt Zulauf. Die Bereit­schaft zu Gewalt und deren An­wendung sind ge­stiegen. Besonders augen­scheinlich ist diese Ent­wicklung seit einigen Jahren in den Phänomen­bereichen des salafistischen Dschihadismus und des Rechts­extremismus. Das gestiegene Gewalt­potential zeigt sich in einer Reihe von Gewalt­taten und Anschlägen.

Längst sind politische wie religiöse Radikalisierung zu einem gesell­schaftlichen Alltags­phänomen geworden und Radi­kali­sierung bestimmt immer wieder Dis­kussionen in Medien, Politik und der Bevölkerung. Dennoch sind viele Einfluss­faktoren auf Radi­kali­sierungs­prozesse nicht oder nur unzu­reichend empirisch unter­sucht. So auch die Nutzung sozialer Medien im Radi­kali­sierungs­prozess. Nach gegen­wärtigem Forschungs­stand ist noch immer unklar, ob und ja welche Anzeichen sich in sozialen Medien für Gewalt­handeln in der Real­welt beo­bachten lassen.

Wie sich die Nutzung sozialer Medien über den Radi­kali­sierungs­prozess hinweg ändert und inwiefern sich Anzeichen für tat­sächliches Gewalt­handeln in sozialen Medien ab­zeichnen soll daher im Rahmen dieses Dis­sertations­projektes unter­sucht werden.