Der Einfluss der Belt-and-Road-Initiative auf Konfliktstaaten

Chinas “Belt and Road”-Initiative (BRI) bzw. “Neue Seidenstraße” hat bereits erhebliches Interesse auf sich gezogen, da ihr ein transformativer Einfluss auf Bereiche wie wirtschaftliche Integration und Geopolitik unterstellt wird. Ein bislang weitestgehend übersehener Bereich sind die Auswirkungen der BRI auf Konfliktdynamiken in fragilen Staaten in Asien und Afrika. Diese Staaten haben trotz ihrer hohen Konfliktrisiken erfolgreich bedeutende Summen an chinesischen Infrastruktur-Investitionen eingeworben. Das könnte sich als Segen für Wiederaufbau- und Entwicklungsmaßnahmen herausstellen und nachhaltigen Frieden befördern, trägt jedoch auch das Risiko von Konfliktverschärfungen mit sich, etwa durch eine ungleiche Verteilung von Kosten und Nutzen, steigende Korruption oder geopolitische Spannungen. 

Dieses Projekt untersucht den Einfluss der BRI auf eine Reihe von fragilen und konfliktbetroffenen Staaten, mit einer anfänglichen Konzentration auf die Fälle Pakistan, Myanmar, Kirgisien und Uganda. Es soll herausarbeiten, wie örtliche Einstellungen zur BRI entlang existierender Konfliktlinien ausfallen, und wie BRI-Projekte ihrerseits diese Konfliktdynamiken beeinflusst haben. Es untersucht, welche Strategien chinesische Firmen und andere Akteure anwenden, um ihre Investitionen zu sichern, ob und wie sie lokale Konflikte entschärfen, und wie sie ihre eigene Rolle in diesen Umfeldern verstehen. Ein weiteres Ziel ist auch die Ableitung praktischer Empfehlungen, wie BRI-Investitionen konfliktsensitiver gestaltet werden können, und wie chinesische, lokale und internationale Akteure sich besser untereinander koordinieren können, um Konfliktrisiken zu mindern.

Das Projekt wird gemeinsam mit Saferworld betrieben und schließt weitere Kooperationspartner in China und den untersuchten Ländern ein. Es beabsichtigt, ein internationales Netzwerk für wissenschaftlichen Austausch, die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure und praxisrelevante Empfehlungen zu bilden. Ein erstes Event dazu wird im März 2021 stattfinden.

Projektleitung:
1
Road to Peace or Bone of Contention? (chin.) | 2021

Abb, Pascal/Swaine, Robert/Jones, Ilya (2021): Road to Peace or Bone of Contention? (chin.). The Impact of the Belt and Road Initiative on Conflict States, PRIF Report 3/2021, Frankfurt/M.

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2
China in transitionary Myanmar. Challenging paths to democratization and peace | 2021

Abb, Pascal/Adhikari, Monalisa (2021): China in transitionary Myanmar. Challenging paths to democratization and peace, PRIF Spotlight 5/2021, Frankfurt/M.

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3
Road to Peace or Bone of Contention? | 2021

Abb, Pascal/Swaine, Robert/Jones, Ilya (2021): Road to Peace or Bone of Contention? The Impact of the Belt and Road Initiative on Conflict States, PRIF Report 1/2021, Frankfurt/M.

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Partner

Shanghai Institutes for International Studies
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