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EU und Afrika: eine fragile Partnerschaft?

Flucht und Migration stellen die europäisch-afrikanischen Beziehungen auf die Probe – Standpunkt von Antonia Witt & Lydia Both

Der Afrika-EU-Gipfel in Valletta, Malta im November 2015 (Photo: picture alliance/NurPhoto)

Der Afrika-EU-Gipfel in Valletta, Malta im November 2015 (Photo: picture alliance/NurPhoto)

Die Zahlen sprechen nicht wirklich für sich – nur ein geringer Anteil der innerhalb der letzten 12 Monate in der EU gestellten Asylanträge lässt sich auf afrikanische Herkunftsländer zurückführen. Dennoch treibt die EU die restriktive Ausgestaltung ihrer Migrations- und Flüchtlingspolitik auch in Richtung Subsahara-Afrika entschlossen voran und ist damit auf die Kooperation mit afrikanischen Staaten und der Afrikanischen Union angewiesen.

Der im November 2015 in Valletta, Malta einberufene EU-Afrika-Gipfel ist sichtbarer Ausdruck des Versuchs, ein gemeinsames Vorgehen zur Regulierung von Flucht- und Migrationsbewegungen nach Europa abzustimmen. Doch vielmehr offenbarten sich in Valletta die unterschiedlichen Interessenlagen und Konfliktlinien zwischen europäischen und afrikanischen Regierungen. So begreifen letztere Migration nach Europa auch als Entwicklungschance, die es zu fördern gilt, während sich das für die EU als zu bekämpfendes Problem gestaltet.

Im aktuellen HSFK-Standpunkt „Partnerschaft auf tönernen Füßen. Flucht und Migration stellen die europäisch-afrikanischen Beziehungen auf die Probe“ zeichnen Antonia Witt und Lydia Both die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Migration im europäischen und afrikanischen Kontext nach und ordnen diese historisch ein. Sie argumentieren, dass Afrika auf dem eigenen Kontinent in Sachen Migrations- und Fluchtbewegungen in ganz anderen Dimensionen als die EU zu kämpfen hat, wodurch die geäußerte Kritik am Vorgehen der EU durchaus gerechtfertigt erscheint. Die Autorinnen zeigen dann, was für eine beidseitig gewinnbringende Partnerschaft wirklich wichtig wäre: neben klaren Positionierungen vor allem eine inklusivere Debatte rund um Flucht und Migration zwischen Europa und Afrika. 

Download (pdf, 846kb): Antonia Witt, Lydia Both: „Partnerschaft auf tönernen Füßen, Flucht und Migration stellen die europäisch-afrikanischen Beziehungen auf die Probe“, HSFK-Standpunkt.

Lydia Both studiert Internationale Studien/ Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität Frankfurt und untersuchte in ihrer Masterarbeit die Kooperation von EU und AU beim Thema Migration.