Arvid Bell, Matthias Dembinski, Thorsten Gromes, Berthold Meyer

Früher, entschiedener und substanzieller?

Engagiertes außenpolitisches Handeln und militärische Zurückhaltung sind kein Widerspruch

Kurzbeschreibung

Ist Deutschland das Land der Drückeberger? Wer in der letzten Zeit die Debatten in den Medien oder die Reden führender Politiker auf der Münchener Sicherheitskonferenz verfolgt hat, konnte einen solchen Eindruck gewinnen.

Die Forderung nach Übernahme stärkerer internationaler Verantwortung tönte aus verschiedenen Ecken, „auch militärisch“ hallte es nach. Und der Vorwurf der Weltabgewandtheit und Bequemlichkeit angesichts humanitärer Katastrophen oder globaler Ordnungsprobleme scheint den Boden zu bereiten für weitere künftige militärische Auslandseinsätze.

Müssen wir uns also schämen? Die vier Autoren entwirren das emotionale Knäuel und bilanzieren die deutsche Rolle in der Außen- und Sicherheitspolitik.

Wo und wie engagiert sich Deutschland bei Krisen im Ausland? Wie fällt der Vergleich zu seinen Nachbarn aus? Wo übernimmt es internationale Verantwortung? Ist es sinnvoll, humanitäre militärische Einsätze auszuweiten?

Gerade die Forschung zur Bilanz der Militäreinsätze im Ausland steht noch in ihren Anfängen, aber bisherige Ergebnisse mahnen zur Vorsicht und ermutigen nicht dazu, dieses Instrument noch stärker als bisher einzusetzen.

 

Verantwortung definiert sich nicht allein militärisch und eine engagierte Außenpolitik kann noch mit vielen anderen Mitteln betrieben werden. Und so kommen die Autoren zu dem Schluss, dass eine engagiertere Außenpolitik zu begrüßen ist, aber jede neue Einsatzabwägung im Ausland zunächst mit einem großen Fragezeichen versehen werden sollte.

Bibliographische Angaben

Arvid Bell/Matthias Dembinski/Thorsten Gromes/Berthold Meyer, Früher, entschiedener und substanzieller? Engagiertes außenpolitisches Handeln und militärische Zurückhaltung sind kein Widerspruch, HSFK-Standpunkte, Nr. 1/2014, Frankfurt/M.

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