Niklas Schörnig, Christian Weidlich

Keine Macht den Drohnen!

Warum Deutschland sich jetzt gegen autonom tötende Militärsysteme einsetzen muss

Kurzbeschreibung

Was haben „Roomba“, der „selbstständig“ arbeitende Staubsauger, und das unbemannte Militärfahrzeug „Warrior“ gemeinsam? Einiges könnte man nennen, vor allem aber: den Hersteller iRobot. Die Forschung zu zivilen Robotern und die zu militärischen Nutzungen sind eng miteinander verquickt, zum Teil sogar identisch.

Das ist gefährlich. Denn während in dem einen Bereich eine immer größere Autonomie kaum existentiell bedrohlich werden kann, ist dieselbe Entwicklung im anderen Bereich folgenschwer.

Industrielle Produktion, Lagerung, Medizin, der einfache Haushalt und viele andere Bereiche profitieren. Und auch automatisierte defensive Militärsysteme leisten mittlerweile Erstaunliches beim Bergen, Schutz oder Transport, bei der Aufklärung, Minenräumung usw.

Spektakuläre, immer schnellere Fortschritte in beiden Bereichen spornen das Können und den Ehrgeiz der Softwareentwickler an. Wer kann da noch ernsthaft garantieren, dass angesichts immer zuverlässiger und komplexer ablaufender Automatisierungen der Schritt zum autonomen Töten nicht doch irgendwann in Zukunft vollzogen wird? So scheint die Forderung der Autoren dieses Standpunkts nach einem Verbot autonomer Waffensysteme mehr als berechtigt, auch wenn es bisher noch keinen autonom agierenden Kampfroboter gibt. Schon heute müssen die technischen Möglichkeiten von morgen eingehegt werden und deutlich gemacht werden, dass es eine Hybris ist zu glauben, völkerrechtliche Bestimmungen könnten jemals zuverlässig in Algorithmen abgebildet und umgesetzt werden.

Bibliographische Angaben

Schörnig, Niklas/Weidlich, Christian (2013): Keine Macht den Drohnen! Warum Deutschland sich jetzt gegen autonom tötende Militärsysteme einsetzen muss, HSFK-Standpunkte Nr. 8/2013, Frankfurt/M.

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