Fragiler Frieden in Südwest-Kolumbien

Deutsch-Kolumbianisches Friedensinstitut (CAPAZ) legt erste Forschungsergebnisse vor. Im Fokus: Die Hafenstadt Tumaco.

Deutsch-Kolumbianisches Friedensinstitut / Instituto Colombo-Alemán para la Paz (CAPAZ) (Foto: CAPAZ)

Das deutsch-kolumbianische Friedens­institut (Instituto CAPAZ) hat sein erstes Arbeits­papier über die Dyna­miken des bewaff­neten Konflikts in der Hafen­stadt Tumaco im Süd­westen Kolum­biens veröffent­licht. Dort kommt es auch nach dem Friedens­abkommen von 2016 zwischen der kolum­bianischen Regierung und der Guerilla­bewegung Fuerzas Ar­madas Revolu­ciona­rias de Colombia – Ejército del Pueblo (FARC-EP) zu Gewalt­ausbrüchen, da krimi­nelle Gruppen um die Kontrolle des Schwarz­markt­handels konkur­rieren und sich Aus­einander­setzungen mit staatlichen Sicherheits­kräften liefern.

Wie die Autoren Luis Gabriel Salas Salazar, Fabián Eduardo Camelo (beide Univer­sidad Nacional de Colombia) und Jonas Wolff (HSFK) anhand ihrer Dar­stellung der lokalen Ent­wicklung von 1990 bis 2017 zeigen, steht die Region Tumaco somit beispiel­haft für die wich­tigsten Heraus­forderungen des kolum­bianischen Friedens­prozesses.

Das Instituto CAPAZ wurde 2016 unter Betei­ligung der HSFK von zehn Hoch­schulen und Forschungs­einrich­tungen aus Kolumbien und Deutsch­land gegründet, um als wissen­schaftliche Kooperations­initiative Wissen über die Ur­sachen, Dyna­miken und Folgen des kolum­bianischen Konflikts zu sammeln, gesell­schaftliche Debatten anzu­stoßen und so den Friedens­prozess zu unter­stützen.

Unter dem Titel "Kolumbien: Beiträge der Latein­amerika-Forschung zum Friedens­prozess" veran­staltet CAPAZ am 22.11.2018 im Latein­­amerika-Institut der Freien Uni­versität Berlin eine Panel­diskussion. Neben einer ver­tie­fenden Diskus­sions­­runde zur aktu­ellen Kolumbien­­forschung in Deutsch­land stellen zehn wissen­­schaftliche Expertinnen und Experten ihre aktu­elle For­schung vor und kommen­­tieren die Haupt­­probleme und Pers­pek­­tiven im Friedens­­prozess aus aus ihrer Pers­pek­tive.