Hessischer Friedenspreis 2017

Schweizer Juristin und Diplomatin Carla del Ponte erhält den Hessischen Friedenspreis 2017

Carla del Ponte (Foto: UN Photo/Violaine Martin, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Carla del Ponte (Foto: UN Photo/Violaine Martin, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Der Hessische Friedenspreis 2017 geht an Carla del Ponte, eine der bekannt­esten inter­national­en Jurist­innen. Die 1947 ge­borene Schweiz­erin hat vor allem wegen ihrer Er­mit­tlungen im Um­feld organ­isiert­er Krimi­nalität von sich reden gemacht: Zu­nächst als Bundes­anwältin in der Schweiz, später als Chef­an­kläger­in des Inter­national­en Straf­gerichts­hofs für die Kriegs­ver­brechen im ehe­maligen Jugos­lawien und den Völker­mord in Ruanda. In weiteren Station­en war sie als Bot­schafter­in in Argen­tinien und als Sonder­ermittler­in in einer Unter­suchungs­kom­mission zu Kriegs­ver­brechen in Syrien tätig. Inter­national ist sie für ihre Pro­jekte „Frieden durch Recht“ und ihr Streben nach „inter­nationalem Recht für nach­haltige Friedens­ordnung“ bekannt geworden.

Nicole Deitelhoff als Teil des acht­köpfigen Kur­atoriums, das jedes Jahr über die Preis­trägerinnen und Preis­träger berät, be­gründet die Wahl: „Carla del Pontes Lebens­werk zeichnet sich durch ihren un­beug­samen Kampf für Frieden durch Recht aus. Sie hat keinen politischen Kon­flikt gescheut, um dem Recht zur Geltung und den Opfern schlimmster Mensch­heits­verbrechen zu Ge­rechtig­keit zu ver­helfen, auch wenn das bedeutete, gegen alle diplomat­ischen Spiel­regeln zu verstoßen. Diese Unbeug­samkeit hat sie zu einer In­spiration für un­zählige Friedens­aktivisten und zu einem Fanal der Hoff­nung für all jene werden lassen, die sich gegen Un­gerechtig­keit und politische Ignoranz in Kon­flikten stem­men.“

Der Preis wird am 23. Februar 2018 im Hess­ischen Land­tag in Wies­baden ver­liehen.

Die Presse­mitteilung des Hessischen Landtags als pdf-Down­load (49,7kb)