Indien und der nepalesische Verfassungsprozess

Working Paper von Prakash Bhattarai über Strategien und Grenzen der Einflussnahme Indiens im nepalesischen Verfassungsprozess

Proteste gegen die indische Blockade Nepals in Washington im November 2015. (Photo: flickr, S Pakhrin, https://bit.ly/2HqREk4, CC BY 2.0)

Proteste gegen die indische Blockade Nepals in Washington im November 2015. (Photo: flickr, S Pakhrin, https://bit.ly/2HqREk4, CC BY 2.0)

Nach Be­­endigung des Bürger­­kriegs in Nepal be­­teiligte sich eine Viel­­zahl von inter­­nationalen Akteuren an der Ge­­staltung des ver­­fassungs­­gebenden Prozesses im Land. Der Groß­­teil der Forschung zu Dem­okratie­­för­derung be­­trachtete vor allem die Rolle west­­licher Geber­­staaten und inter­­nationaler Or­ga­­ni­sationen in diesem Prozess. Im Unter­­schied dazu analysiert PRIF Working Paper No. 43 "Negotiating Between Unequal Neighbours: India's Role in Nepal's Recent Constitution-Making Process" das Engage­ment eines nicht-west­­lichen Akteurs: Indien. Prakash Bhattarai unter­sucht darin die Rolle, die Indien während des Pro­zesses vom Friedens­­vertrag bis hin zur Ver­­ankerung einer demo­­kratischen Ver­­fassung in Nepal ge­­spielt hat. Im Mittel­­punkt steht die Frage, wie Indien als mächtiger demo­­kratischer Nach­­bar­staat Ein­fluss auf einen im Kern inner­­staat­lichen Ver­­handlungs­­pro­zess der Ver­­fassungs­­gebung ge­­nommen hat und was das für die Ent­­wicklung eines demo­­kratischen Re­gimes in Nepal be­­deutete. Indien drängte im Ver­­handlungs­­pro­zess auf eine ver­­stärkte In­klu­si­vität der Ver­­fassung und sprach sich ins­­be­sondere für die In­klusion der Madheshis aus, einer ethnischen Gruppierung in der ne­pa­­lesischen Terai-Region. Es lassen sich vier Ver­­handlungs­­strategien Indiens ab­­leiten: hoch­rangiger po­li­tischer Dia­log, öko­­no­mische Blockade, inter­­nationale Allianz­­bildung, und ge­­zielte Unter­­stützung der inner­­ne­pa­­lesischen Op­position. So um­­fassend die Be­­mühungen Indiens auch waren, er­­zielten sie nur einen Teil­erfolg. Indiens Ein­fluss wurde einer­­seits be­­schränkt durch die starke Le­­gi­­ti­mität der of­fiziellen ne­pa­lesischen Position, die so­wohl von den Eliten des Landes wie auch der Be­­völkerung breit unter­­stützt wurde. Anderer­­seits traf ins­­be­­sondere der Versuch der ein­­seitigen Partei­­nahme durch Indien auf große Skepsis und Wider­­stand.

Download (pdf, 350kb): Bhattarai, Prakash (2018): Negotiating Between Unequal Neighbours: India's Role in Nepal's Recent Constitution-Making Process, PRIF Working Papers No. 43, Frankfurt/M.