MINUSMA zwischen Gewalt und Friedensanstrengungen

PRIF Spotlight von Alisa Rieth zur UN-Peacekeeping-Mission mit deutscher Beteiligung in Mali

Uniformen von UN-Peacekeepern in Gao, Mali (Foto: Flickr, United Nations/Marco Dormino, CC BY-NC-SA 2.0, https://bit.ly/2aezFfq)

Bis zu 1100 deutsche Soldaten sind derzeit im Rahmen der UN-Peacekeeping-Mission MINUSMA in Mali stationiert, um dort den Friedensprozess zu unterstützen und die allgemeine Sicherheitslage zu stabilisieren. Ende Mai läuft das Einsatzmandat des Bundestags aus, Außenminister Heiko Maas wirbt für eine Verlängerung. In der deutschen Bevölkerung gelten Bundeswehreinsätze im Rahmen eines UN-Mandats grundsätzlich als legitim, ungefährlich und friedensfördernd, gleichzeitig allerdings ist über die Mission in Mali bei vielen nur sehr wenig bekannt. Tatsächlich entwickeln sich UN-Friedensmissionen seit Ende der 90er-Jahre von der traditionellen Überwachung bestehender Waffenstillstandsabkommen zu robusten Kampfeinsätzen mit den Zielen der Trennung bewaffneter Gruppen, der Wiederherstellung des staatlichen Gewaltmonopols und dem Schutz der Zivilbevölkerung - eine Reaktion auf die gescheiterten Blauhelmmissionen in Somalia, Bosnien und Ruanda. Neben friedenspolitischen Zielkonflikten bringt dies auch ein erhöhtes Risiko für die Soldatinnen und Soldaten mit sich, die gezielten Angriffen ausgesetzt werden. MINUSMA gilt mit mehr als 100 Gefallenen als die gefährlichste aller UN-Peacekeeping-Missionen, ohne dabei erkennbare Fortschritte im malischen Friedensprozess vorweisen zu können.

Im PRIF Spotlight "Robustes Peacekeeping in Mali. MINUSMA zwischen Gewalteskalation und Friedensanstrengungen" beleuchtet Alisa Rieth die friedenspolitischen Zielkonflikte, die sich aus den robusteren UN-Peacekeeping-Mandaten ergeben, und erläutert, warum Deutschland die Art und Weise seiner Beteiligung an der Friedensmission in Mali kritisch durchdenken sollte.

Download (389kB): Rieth, Alisa (2019): Robustes Peacekeeping in Mali. MINUSMA zwischen Gewalteskalation und Friedensanstrengungen, PRIF Spotlight 2/2019, Frankfurt/M.