Natural Resource, Grievances and Conflict

Neue HSFK-Studie zu den lokalen Auswirkungen des bolivianischen Lithiumprogramms erschienen

Satellitenaufnahme einer Lithiummine in der Salar de Uyuni, Bolivien. | Photo: Oton Barros (CC BY-SA 2.0)

Satellitenaufnahme einer Lithiummine in der Salar de Uyuni, Bolivien. | Photo: Oton Barros (CC BY-SA 2.0)

Die wachsenden Investitionen in Elektromobilität weltweit erhöhen die Nachfrage nach Metallen wie Lithium, das für die Produktion von Akkus benötigt wird. Oft wird in der politischen Diskussion vor allem der Umwelt- und Klimaschutzaspekt von E-Mobilität in den Vordergrund gestellt, das Konfliktpotential der Rohstoffgewinnung vor Ort jedoch vernachlässigt. Dabei ist in der Forschung seit längerem bekannt, dass Rohstoffabbauvorhaben weitreichende Folgen für Gesellschaft sowie Umwelt haben und mit dem Entstehen von Konflikten in engem Zusammenhang stehen.

In der nun erschienen HSFK-Studie Natural Resource, Governance, Grievances and Conflict untersucht Janine Romero Valenzuela diese Zusammenhänge am Fallbeispiel Bolivien, einer der Hauptproduzenten von Lithium weltweit. Mithilfe umfangreichen empirischen Materials geht sie dabei der Frage nach, wieso es trotz der Folgen für Mensch und Natur in den bolivianischen Minenregionen nicht zu großen Konflikten kam. Ausgehend von Grievance-Ansätzen identifiziert sie verschiedene Governance-Strategien der Regierung von Evo Morales, die die lokale Wahrnehmung positiv beeinflussten und das Konfliktpotential dadurch verringerten. Anhand eines Vergleichs ihrer Ergebnisse mit dem Fall Argentinien, ergänzt sie mit ihrer Dissertation so die theoretische Diskussion um den Zusammenhang zwischen Ressourcen, Governance und Konflikte.

Die HSFK-Studie „Natural Resource, Governance, Grievances and Conflict. The Case of the Bolivian Lithium Program” ist im Verlag Spinger VS erschienen.