Religiöse NGOs zwischen Versöhnung und Bestrafung

Clara Braungart untersucht in ihrer Dissertation die Rolle von religiösen NGOs in Postkonfliktsituationen

Premises of the International Criminal Court in The Hague, Netherlands | Photo: United Nations Photo

Premises of the International Criminal Court in The Hague, Netherlands | Photo: United Nations Photo

Die Vergangenheitsaufarbeitung in Postkonfliktsituationen ist häufig ein Balanceakt zwischen Versöhnung und strafrechtlicher Aufarbeitung von Kriegsverbrechen. Clara Braungart untersucht in ihrer vor kurzem erschienenen Dissertation die Rolle von religiösen Nichtregierungsorganisationen (RNGOs) in diesem Prozess. Gegenstand ihrer Analyse sind RNGOs, die gleichzeitig am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag und in den Postkonfliktstaaten Kenia beziehungsweise Uganda tätig sind und das Zustandekommen ihrer jeweiligen Positionen im Spannungsfeld zwischen Versöhnung und Bestrafung.

Es zeigt sich, dass der landesspezifische Kontext und religiöse Traditionen inhaltliche Standpunkte der RNGOs maßgeblich beeinflussen. Religiöse Werte können daneben zur Folge haben, dass ganz unterschiedliche Interpretationen von Versöhnung entstehen.

Die Dissertation mit dem Titel „Religion und Transitional Justice – Religiöse Nichtregierungsorganisationen zwischen Versöhnung und Bestrafung“ ist im Verlag Springer VS erschienen.