Stärkung der Friedens- und Konfliktforschung

Wissenschaftsrat empfiehlt Programme zur Förderung überregionaler Zusammenarbeit in Deutschland

Die Förderempfehlung des Wissenschaftsrates betrifft auch die universitäre Lehre und Forschung. | Foto: Gunnar Klack (CC BY-SA 2.0)

Die Förderempfehlung des Wissenschaftsrates betrifft auch die universitäre Lehre und Forschung. | Foto: Gunnar Klack (CC BY-SA 2.0)

Ein zeit­lich be­friste­tes Förder­pro­gramm des Bundes soll die über­regionale Zusammen­arbeit der Friedens- und Konflikt­forschung in Deutschland maß­geblich stärken, so der Wissen­schafts­rat in sei­nen Emp­feh­lungen zur Weiter­entwicklung der Friedens- und Konflikt­forschung. Zwar sei das inter­disziplinäre Forschungs­feld ins­gesamt sehr gut auf­gestellt und frühere Kon­troversen zwischen der sicher­heits­politischen Forschung und der Friedens- und Konflikt­forschung seien weit­gehend über­wunden – „durch eine bessere Ver­netzung inner­halb des Forschungs­feldes und mit an­grenzenden Dis­ziplinen ließe sich das große Po­tenzial in Forschung und Politik­beratung aller­dings noch besser aus­schöpfen und die inter­nationale Sicht­barkeit weiter er­höhen."

Die Förderung soll die Ein­richtungen in die Lage ver­setzen, standort­über­greifend ge­meinsame Strategien zu ent­wickeln und zu ver­folgen, die inter­disziplinäre Forschung zu in­ten­si­vieren, vor­handene Kom­petenzen und An­sprech­personen besser sichtbar zu machen und einen Über­blick über Forschungs­daten zu ge­winnen.
Dar­über hinaus sieht der Wissenschafts­rat auch Ver­ant­wortung bei den Ländern und ruft sie dazu auf, regionale Ko­operationen der Friedens- und Konflikt­forschung durch kom­ple­men­täre Pro­gramme weiter zu stärken.

Zur Weiter­ent­wicklung der Forschungs­förderung emp­fiehlt der Wissenschafts­rat den Fach­ressorts des Bundes und der Länder, die Lauf­zeiten und Förder­volumina der von ihnen ge­för­der­ten Forschungs­vor­haben und Pro­jekte der Friedens- und Konflikt­forschung ten­denziell an­zu­heben. Da­durch sollte die für Wissen­schaft, Politik und Zivil­ge­sell­schaft gleicher­maßen wichtige und ertrag­reiche Ver­bindung von an­wendungs- und grund­lagen­orientierter Forschung ge­stärkt werden.

"Wir halten viele der Emp­fehlungen des Wissen­schafts­rates für richtig und wichtig", sagt Nicole Deitelhoff, ge­schäfts­führendes Vor­stands­mitglied an der HSFK. "Neben einer besseren Ver­netzung ist auch die emp­fohlene ver­stärkte In­vestition in die natur­wissen­schaft­lich-tech­nische Friedens­forschung z.B. im Bereich Cyber­sicher­heit un­ab­ding­bar, um Stra­tegien im Um­gang mit neuen Techno­logien zu ent­wickeln“, so Deitelhoff weiter.

Hinter­grund der Emp­fehlungen des Wissen­schafts­rates zur Weiter­ent­wicklung der Friedens- und Konflikt­forschung war eine auf Bitten des Deutschen Bundes­tages vom Bundes­ministerium für Bildung und Forschung an­ge­stoßene um­fassende Evaluierung des Forschungs­feldes. Diese Be­gut­achtung um­fasste sowohl die uni­versi­täre Forschung und Lehre, als auch die außer­uni­versi­täre Forschung und die Rolle der Deutschen Stiftung Friedens­forschung (DSF).

Presse­mitteilung „Wissen­schafts­rat plä­diert für weitere Stärkung der Friedens- und Konflikt­forschung“, 15. Juli 2019

Emp­fehlungen zur Weiter­ent­wick­lung der Friedens- und Konflikt­forschung, Juli 2019 (PDF, 1MB)