Vom europäischen Traum...in die Mühen der Ebenen

Tagung der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, u.a. mit einer Podiumsdiskussion moderiert von Bruno Schoch

Der große Traum von Europa als ge­mein­sames Projekt von Frieden und Wohl­stand be­geistert heute im Wesent­lichen nur noch die­jenigen Bürgerinnen und Bürger, die dieses politische Ziel realisiert haben. Jüngere halten es weit­gehend für eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, fried­lich, sicher und materiell relativ gut ab­ge­sichert leben zu können. Statt­dessen sind Fragen und Probleme des Inte­grations- und Er­weiterungs­pro­zesses der Euro­pä­ischen Union ins Zentrum der Auf­merk­sam­keit geraten. Je komplexer die Ent­wick­lung gemein­sam ge­tragener Politiken ge­worden ist und je mehr Teil­nehmer*innen daran be­teiligt sind, desto schwieriger ist es, diesen Aus­handlungs­pro­zess noch zu durch­schauen. Un­einig­keit, Blockade­haltungen und Re­nationali­sierungs­wünsche scheinen die vor­herrschenden Trieb­kräfte euro­päischer Politik ge­worden zu sein. Hinzu kommt, dass auch die ge­meinsamen nor­mativen Grund­lagen des euro­päischen Einigungs­pro­zesses auf­ge­braucht zu sein scheinen. Das be­trifft ins­be­sondere die liberalen und rechts­staat­lichen Prinzipien, auf denen die EU bis­lang wie selbst­verständ­lich basierte, die von natio­nalis­tischen und auto­kratischen Politiker*innen un­ver­blümt in Frage ge­stellt werden. Aus dem Traum der euro­päischen Inte­gration ist mittler­weile eine recht pro­fane An­ge­legen­heit ge­worden, ge­kenn­zeichnet von heftigen Interessen­gegen­sätzen und Aus­einander­setzungen. Ist gar das Scheitern der EU denk­bar?


Die Ta­gung "Vom euro­päischen Traum... in die Mühen der Ebenen. Über Trennendes und Verbindendes in Europa" findet zwei Tagen (16. und 17. November) statt, kann aber un­ab­hängig von­einander be­sucht werden. Tagungs­ort ist die Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Frankfurt/Main.

 

Freitag, 16. November, 18 Uhr: Er­öffnungs­vor­trag mit Dis­kussion: "Europa - Wider­sprüche und Perspektiven"

Es sprechen und diskutieren:

  • Daniel Röder (Mitbegründer von Pulse of Europe, Frankfurt/Main)
  • Michèle Knodt (Professorin für Politikwissenschaft, Technische Universität Darmstadt)
  • Peter Schlotter (Professor für Internationale Beziehungen, Universität Heidelberg)
  • Jens Wissel (Professor für Sozialpolitik, Frankfurt University of Applied Sciences)
  • Moderation: Bruno Schoch (HSFK)

 

Samstag, 17. November, ab 10 Uhr: Dis­kussionen in Arbeits­gruppen: AG I Fiskal­union, Stabilitäts­union oder was?, AG II Binnen­markt ohne soziale Mindest­standards?, AG III Migrations- und Flucht­bewegungen - Frontex oder Pro Asyl?, AG IV Ver­tiefung der Inte­gration, Regio­na­lisierung oder Re­nat­ionalisierung?

Die Ta­gung will an den vier inhalt­lichen Block­aden unter­schied­liche nationale Interessen ver­deutlichen und dis­kutieren, wie sie über­wunden werden könnten. Wie lassen sich euro­päische Ge­mein­sam­keiten wieder stärker in den Vorder­grund rücken?

 

Es wird um An­mel­dung bis zum 12. November ge­beten. Anmeldemaske und weitere Informationen zur Tagung