Frieden und Entwicklung 2020 – Eine Analyse aktueller Erfahrungen und Erkenntnisse

Die Studie „Frieden und Ent­wicklung 2020“ ana­ly­siert aktuelle Ent­wicklungen, Erfahr­ungen und Heraus­forder­ungen und leitet daraus praxis­orientierte Em­pfehl­ungen für die deutsche und inter­nationale EZ ab. Sie wurde im Rah­men eines Ressort­forschungs­vorhabens für das Bundes­ministerium für wirtschaft­liche Zusammen­arbeit und Ent­wicklung (BMZ) erstellt. Methodisch stützt sich die Analyse auf 30 Inter­views mit Expert­innen und Experten aus unter­schiedlichen Welt­regionen und ergänzt diese auf Basis einer Aus­wertung von Policy-Dokumenten und der ein­schlägigen Forschungs­literatur.



Wolff, Jonas / Witt, Antonia / Stappenbeck, Jens / Schnabel, Simone / Peez, Anton / Junk, Julian / Coni-Zimmer, Melanie / Christian, Ben / Birchinger, Sophia / Bethke, Felix S. (2020):

Frieden und Entwicklung 2020. Eine Analyse aktueller Erfahrungen und Erkenntnisse.

Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK/PRIF): Frankfurt a.M.

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Die Ana­lyse be­stätigt grund­sätzlich den posi­tiven Zusammen­hang zwischen Ent­wicklung und Frie­den und präzi­siert ihn dahin­gehend, dass Inklu­sion die zentrale Brücke zwischen beiden darstellt. Zugleich erweisen sich die Zusammen­hänge zwischen Ent­wicklungs- und Friedens­prozessen aller­dings als komplex, mitunter wider­sprüchlich und keiner linearen Logik folgend. Proble­matisch ist in diesem Zusammen­hang die aktuell zu beo­bach­tende Eng­führung in der poli­tischen Debatte, die den Ent­wicklungs-Frieden-Nexus primär im Sinne einer reaktiven Stabili­sierung sozialer und politischer Ver­hältnisse versteht – mit problema­tischen Folgen für eine nexus-orientierte Friedens­entwicklungs­politik.

Die Empfehlungen des Berichts betreffen zwei über­greifende Themen:

1. Wer den Entwicklungs-Frieden-Nexus ernst nehmen will, ist gut beraten, Friedens­entwicklung als Trans­for­mations­pro­jekt zu verstehen. Eine nexus-orientierte EZ sollte des­halb auf die flex­ible Unter­stützung lang­fristiger Trans­formations­pro­zesse aus­ge­richtet sein. Das ver­langt Risiko­be­wusstsein und Risiko­be­reitschaft und setzt hohe kontext-spezifische Analyse­fähig­keiten und -kapazi­täten voraus.

2. Etablierte Ziele und Strate­gien müssen konse­quent umge­setzt werden. In der Summe leidet das inter­nationale Engage­ment in der Friedens­ent­wicklung we­niger an einem Er­kenntnis- als an einem Implementations­defizit. Dies betrifft erstens den Primat der Prä­vention, deren Um­setzung ent­sprechender stra­tegischer Weichen­stellungen, konkreter Ziel­setzungen und aus­reichender finanzieller Mittel bedarf. Ein zweites zen­trales Postu­lat be­trifft ein uraltes Thema der EZ: die Kohärenz. Sie gilt es auf allen Ebenen her­zu­stellen (auf Seiten des Geber­landes, inter­national und „on the ground“ in von Kon­flikten be­troffenen Staaten). Das verlangt neue organi­satorische Designs und institu­tionelle Ver­änder­ungen, um die wohl­feile Maxime der Kohärenz ernst­haft mit Leben zu erfüllen.

 

Eine Zusammenfassung des Berichts ist auch auf unserem PRIF Blog und auf dem Peacelab Blog des Global Public Policy Instituts zu finden.

Mehr Informationen zum Projekt Development for Peace, Peace for Development – Eine Analyse aktueller Entwicklungen, Erfahrungen und Herausforderungen

Kontakt

Dr. Jonas Wolff

Tel.: 069 - 959104-49
E-Mail: wolff @hsfk .de

 

Dr. Julian Junk

Tel.: 030 - 206049120
E-Mail: junk @hsfk .de