Sitz der HSFK in Frankfurt am Main (Foto: HSFK)
Sitz der HSFK in Frankfurt am Main (Foto: HSFK)

HSFK erfolgreich evaluiert

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt die weitere Förderung durch Bund und Land

Frankfurt am Main, 16.07.2020 - Das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konflikt­forschung (HSFK/PRIF) wird auch in den nächsten sieben Jahren gemein­sam vom Bund und dem Land Hessen gefördert – so der Beschluss des Senats der Leibniz-Gemein­schaft nach Abschluss der turnus­mäßigen wissen­schaftlichen Evalu­ierung vom November 2019. Der Senat bestätigt in seiner Stellung­nahme das Urteil der inter­nationalen Sach­ver­ständigen, die der HSFK ein wissen­schaftlich über­zeugendes Konzept attestieren und die gelungene Weiter­entwicklung der forschungs­strategischen Agenda betonen. Der Senat hebt außerdem hervor, dass die HSFK mit ihrer Politik­beratung und mit der Vermittlung neuer Erkennt­nisse an die interessierte Öffent­lichkeit bedeutende Aufgaben wahr­nehme.

Voraus­setzung für eine erfolg­reiche Evalu­ierung sind neben exzel­lenten wissen­schaftlichen Leistungen auch eine über­regio­nale Bedeutung und ein gesamt­staatliches wissen­schafts­politisches Interesse an der Forschungs­arbeit des jeweiligen Instituts. „Wir freuen uns sehr über die positive Bewertung unserer Arbeit: Sie würdigt unsere strate­gische Weiter­entwicklung, unter anderem die syste­matische Einbe­ziehung inner­gesell­schaftlicher Konflikte und Problem­lagen in unsere Forschungs- und Beratungs­arbeit. Auch unsere Pläne, die natur­wissen­schaftliche und tech­nische Friedens- und Konflikt­forschung weiter auszubauen, wurden nach­drücklich befür­wortet. Das bestätigt uns darin, dass wir das Institut in die richtige Richtung steuern“, so Prof. Nicole Deitel­hoff, Geschäfts­führendes Vorstands­mitglied der HSFK.

Auch Ayse Asar, Staats­sekretärin im Wissen­schafts­ministerium des Landes Hessens, freut sich mit der HSFK über die erfolg­reiche Evalu­ierung: „Die HSFK unter­sucht seit 50 Jahren, wie Konflikte entstehen und wie sie sich möglichst ohne den Einsatz von Gewalt lösen lassen - ein Forschungs­feld, das wie kaum ein anderes mit seinen Ergeb­nissen Leid und Not verhin­dern kann. Ich freue mich, dass mit der HSFK eines der heute führen­den Friedens­forschungs­institute Europas seinen Sitz in Hessen hat. Ich gratuliere zur erfolg­reichen Bewertung durch die Leibniz-Gemein­schaft und auch zum 50-jährigen Bestehen. Die corona­bedingt verscho­benen Feiern dazu werden im kom­menden Jahr nach­geholt; das Motto ‚Frieden fängt bei uns an‘ gilt zeitlos.“

In seiner Stellung­nahme hebt der Senat der Leibniz-Gemein­schaft hervor, dass das Institut seit der letzten Evalu­ierung 2012 sein wissen­schaftliches Konzept sehr über­zeugend ausge­weitet habe. Frieden werde nun als Prozess abneh­mender Gewalt, zuneh­mender sozialer Sicherheit und politischer Freiheit im inter­natio­nalen System und in den einzelnen Gesell­schaften in den Blick genommen. Der Senat begrüßt, dass die HSFK ihre diszi­plinäre und metho­dische Erwei­terung künftig noch vertiefen möchte. Die Leitung und die Gremien der HSFK hätten darüber hinaus eine grund­legende Empfehlung des Wissen­schaftsrats vom Juli 2019 aufge­griffen, die natur­wissen­schaftliche und technische Friedens- und Konflikt­forschung in Deutschland auszu­bauen. Es wird nach­drücklich befürwortet, die Themen „Digitali­sierung, künstliche Intelligenz und Rüstungs­kontrolle“, „Umwelt und Konflikt“ sowie „Pandemien, Bio-Waffen und Globale Gesundheit“ in die Arbeit des Instituts aufzu­nehmen.

Die Senats­stellung­nahme finden Sie im Wortlaut auch auf der Webseite der Leibniz-Gemein­schaft.

 


Hintergrund

Jede Leibniz-Einrichtung wird regel­mäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. Inter­national ausge­wiesene Sach­ver­ständige, die durch schriftliche Unter­lagen und bei einem in der Regel zwei­tägigen Instituts­besuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergeb­nisse der Begut­achtung werden in einem Bewertungs­bericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann.

Auf dieser Grundlage verab­schiedet der Senat der Leibniz-Gemein­schaft eine wissen­schafts­politische Stellung­nahme, die in der Regel Empfeh­lungen zur weiteren Förderung der Leibniz-Einrichtung enthält. Diese Senats­stellung­nahme dient der Gemein­samen Wissen­schafts­konferenz von Bund und Ländern (GWK) zusammen mit den Stellung­nahmen der zuständigen Ressorts des jeweiligen Bundes­lands und des Bundes als Grundlage zur Über­prüfung der Förder­voraus­setzungen. Alle an der Bewertung und Beur­teilung beteiligten Gremien sind aus­schließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Ein­rich­tungen tätig sind.

Pressekontakt

Barbara Dörrscheidt
Tel.: +49 69 959104-13
Mail: doerrscheidt@hsfk.de