Forschungsprogramme an der HSFK

Seit dem Jahr 2000 stellt die HSFK ihre Grund­lagen­forschung unter ein jeweils übergeordnetes Thema: das Forschungs­programm. Die Forschungs­programme werden von den Wissen­schaft­lerinnen und Wissen­schaftlern der HSFK erarbeitet und auf Em­pfehlung des Wissen­schaft­lichen Beirats vom Stift­ungs­rat ver­ab­schie­det.
Zwischen 2000 und 2009 hat die HSFK im Rahmen des Forschungs­programms „Antinomien des Demokratischen Friedens“ den – widersprüchlichen – Zusammenhang von Demokratie und Frieden beleuchtet. Von 2009 bis 2017 standen unter der Überschrift „Just Peace Governance“ Konflikte um widerstreitende Gerechtigkeitsvorstellungen im Mittelpunkt und die Frage, wie Frieden und Gerechtigkeit gleichermaßen verwirklicht werden können. Laufende Projekte zu „Just Peace Governance“ werden noch bis Ende 2018 abgeschlossen.

Forschungsprogramm „Frieden und Zwang“

Seit Januar 2018 hat die HSFK parallel zum Ab­schluss des bisherigen Forschungs­programms „Just Peace Governance“ mit der Arbeit am Forschungs­programm „Frieden und Zwang“ begonnen. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Rolle der An­drohung oder An­wendung von Zwang bei der Schaffung, Auf­rechterhaltung und Ge­fährdung von Frieden zukommt.

Das neue Forschungs­programm untersucht die ambi­valente Be­ziehung zwischen Zwang und Frieden. Zwang kann einerseits notwendig sein, um Frieden zu schaffen und auf­recht­zuerhalten. Anderer­seits kann Zwang Frieden unter­minieren. Grund­sätzlich steht Zwang im Spannung­sverhältnis zu einem Frieden, der mehr sein will als die Ab­wesenheit von Krieg.

Die HSFK will dabei heraus­arbeiten, unter welchen Be­dingungen und in welcher Weise der Einsatz von Zwang zur Durch­setzung inter­nationaler oder inner­gesell­schaftlicher Normen Erfolg hat, und inwieweit dies Frieden befördert oder gefährdet. Es geht darum zu bestimmen, wie mit so wenig Zwang wie nötig so viel Frieden wie möglich erreicht werden kann.

Download (pdf; 890kb): Peace Research Institute Frankfurt (2018): Coercion and Peace. PRIF's new research program, PRIF Report 2/2018, Frankfurt/M.