ACONA – Die Arms Control Negotiation Academy

Die Schwächung der rüstungskontrollpolitischen Verhandlungsexpertise im euro-atlantischen Raum stellt eine wachsende Bedrohung für die internationale Sicherheit dar. Die aufstrebende Generation von politischen EntscheidungsträgerInnen, DiplomatInnen und WissenschaftlerInnen in den USA, Russland, der EU und in anderen Regionen der Welt ist unzureichend vorbereitet, um sich den vielen Herausforderungen im Zusammenhang der nuklearen Abrüstung zu stellen. Erfolgreiche Verhandlungen setzen voraus, dass die politisch Verantwortlichen sowohl über die technischen als auch über die politischen Aspekte von Rüstungskontrollvereinbarungen gut informiert sind. Das schwindende Wissen über die Rüstungskontrollverträge des Kalten Kriegs und die mangelnden Schulungsmöglichkeiten für notwendige Verhandlungskompetenzen machen es der neuen Generation von PolitikerInnen und Forschenden jedoch schwer, sich den neuen Bedrohungen der etablierten Abrüstungs- und Rüstungskontrollregime zu stellen.

Die formale nukleare und konventionelle Rüstungskontrollarchitektur, die in den letzten fünf Jahrzehnten die internationale Sicherheit und strategische Stabilität getragen hat, bröckelt. Die Aufrechterhaltung des Status quo ist keine Option mehr, da sich die internationale Rüstungskontrollarena rasch ausweitet und eine wachsende Bandbreite von Akteuren und Technologien umfasst. In dieser entscheidenden Zeit ist das Verständnis der Geschichte der Rüstungskontrolle und der Verhandlungspraxis notwendiger denn je, um die Grundlage für einen neuen Modus Operandi in internationalen Sicherheitsverhandlungen zu schaffen.

2019 schlossen sich daher sechs Organisationen zusammen, um die Arms Control Negotiation Academy ins Leben zu rufen: die Negotiation Task Force am Davis Center for Russian and Eurasian Studies der Harvard University, das Woodrow Wilson Center's History and Public Policy Program, das Höfði Reykjavík Peace Centre, die Higher School of Economics, das Moscow State Institute of International Relations und die HSFK/PRIF. Im Jahr 2021 traten das James Martin Center for Nonproliferation Studies und das Project on Managing the Atom am Belfer Center for Science and International Affairs der Harvard University der ACONA als angeschlossene Organisationen bei. Im März 2022 wurde die ACONA-Konsortiums-Mitgliedschaft der russischen Higher School of Economics und des Moscow State Institute of International Relations ausgesetzt.

ACONA soll die Lücke in der derzeitigen Ausbildungsbasis für Rüstungskontroll-Kompetenz füllen, indem es technische Fachkenntnisse mit dem Erwerb fortgeschrittener Verhandlungsfähigkeiten verbindet. Durch die Kombination von ExpertInnenvorträgen mit immersiven Trainingsübungen wird die Akademie aufstrebende Führungspersönlichkeiten in den Bereichen Rüstungskontrolle, Friedens- und Konfliktforschung und internationale Sicherheit ausbilden. Die Akademie wird innerhalb von 12 Monaten drei Workshops für 16 ACONA-StipendiatInnen pro Kohorte abhalten. Das Programm soll der internationalen Zusammenarbeit dienen und die nächste Generation von Rüstungskontroll-ExpertInnen befähigen, sich den strategischen Verhandlungsherausforderungen in der sich rasch verändernden Sicherheitslandschaft des 21. Jahrhunderts zu stellen.

Partner

National Research University Higher School of Economics
National Research University Higher School of Economics
https://www.hse.ru/en/
Negotiation Task Force – Davis Center for Russian and Eurasian Studies – Harvard University
Negotiation Task Force – Davis Center for Russian and Eurasian Studies – Harvard University
https://daviscenter.fas.harvard.edu/ntf
Moscow State Institute of International Relations
Moscow State Institute of International Relations
https://english.mgimo.ru
History and Public Policy Program – Woodrow Wilson International Center for Scholars
History and Public Policy Program – Woodrow Wilson International Center for Scholars
https://www.wilsoncenter.org/program/history-and-public-policy-program
Höfði Reykjavík Peace Centre – University of Iceland
Höfði Reykjavík Peace Centre – University of Iceland
https://www.fridarsetur.is/en/