Internationale Institutionen

Der Programmbereich II beschäftigt sich mit den institutionellen Voraussetzungen von Frieden. Internationale Organisationen und das Völkerrecht, aber auch andere „normative Ordnungen“ wie Moral- und Gerechtigkeitsvorstellungen, spielen bei der Regelung von Konflikten und der Herstellung eines dauerhaften Friedens eine entscheidende Rolle. Aber wie müssen internationale Institutionen gestaltet sein, um effektiv wirken zu können? Wie können Konflikte zwischen konkurrierenden Normen entschärft und unterschiedliche Rechts- und Gerechtigkeitsauffassungen harmonisiert werden? Und welche Mittel sind bei der Durchsetzung globaler Normen gerechtfertigt?


Im Rahmen des aktuellen Forschungsprogramms Frieden und Zwang untersucht der Programmbereich das Verhältnis von Autorität und Zwang in internationalen Institutionen und wie dies den Frieden beeinflusst. Es wird beleuchtet, wie und mit welchen Effekten internationale Organisationen, Regime und Konventionen Zwang ausüben und institutionalisieren.

Während des Forschungsprogramms Just Peace Governance (2009-2017) ging es vorrangig um das Verhältnis von Frieden und Gerechtigkeit. Beides sind gesellschaftliche Werte, die politisch verwirklicht werden müssen. Aber häufig geraten sie in ein Spannungsverhältnis, zum Beispiel wenn konkurrierende Gerechtigkeitsvorstellungen aufeinanderprallen und zu Unfrieden führen oder wenn um des Friedens willen Gerechtigkeitsgesichtspunkte zurückgestellt werden. Die entscheidende Frage ist demnach, wie konkurrierende Gerechtigkeits- und Friedensansprüche ausgeglichen werden können und welche institutionellen und normativen Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit ein gerechter Frieden auf Dauer verwirklicht werden kann, kurz: wie Governance mittels internationaler Institutionen gleichermaßen Frieden und Gerechtigkeit befördern kann.