Der Einsatz von Wasser als Waffe in interkommunalen Konflikten

Die zunehmende Wasser­knappheit hat das Risiko erhöht, dass Akteure Wasser­ressourcen und Wasser­infrastruktur wie Brunnen und Dämme als Waffe einsetzen, um ihre Gegner in Konflikten zu schädigen. Die Verfüg­barkeit und Qualität von Wasser ist jedoch ortsspezifisch. Sie ist nur eine Determinante unter anderen kontext­spezifischen Faktoren sozialer Systeme, die die Nutzung von Wasser als Waffe fördern oder verhindern können. Das Auftreten von wasser­bezogenen Konflikten hängt stark von kontextspezifischen sozio­ökonomischen und politischen Determinanten ab. Diese umfassen beispiels­weise bestehende gesellschaftliche Spaltungen oder jüngste Konflikte, starke agrarische Abhängigkeiten, schwache staatliche Kapazitäten und hohe politische Exklusion.

Das geplante Forschungs­projekt untersucht, welche und wie sozio­ökonomische und politische Bedingungen während interkommunaler Konflikte zum Einsatz von Wasser als Waffe führen. Ausgehend von einer globalen Pilotstudie zur Kartierung von Konflikten, bei denen es in wasserarmen Regionen zum Einsatz von Wasser als Waffe kam, führt das Projekt eine vergleichende Fallstudie zu inter­kommunalen Konflikten im Bundes­staat Maharashtra in Indien durch. In diesem zweit­größten Bundes­staat des Landes lassen sich strukturelle Ähnlich­keiten – Wasser­knappheit, demografische Entwicklung und kulturelle Aspekte – beobachten. Allerdings sind nur einige Regionen des Bundes­staates vom Einsatz von Wasser als Waffe betroffen. Daraus ergibt sich eine Varianz der abhängigen Variable – der Verwendung von Wasser als Waffe – und der Grund, die Determinanten dieser Variation unter Verwendung eines Mixed-Methods-­Designs zu untersuchen.

Empirisch entwickelt das Projekt Hypothesen über den Einsatz von Wasser als Waffe. Dies könnte es ermöglichen, gefährdete Bevölkerungs­gruppen auszumachen und vielversprechende Lösungen zur Entschärfung dieser wasser­bezogenen Sicherheits­bedrohung aufzuzeigen.

Projektleitung:
1
An Ancient Practice with a New Face | 2020

Kohler, Christina (2020): An Ancient Practice with a New Face. The Use of Water as a Weapon in Times of Climate Change, PRIF Spotlight 9/2020, Frankfurt/M.

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2
Climate Change makes the Weaponization of Resources more effective than ever before | 2020

Kohler, Christina (2020): Climate Change makes the Weaponization of Resources more effective than ever before, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., 17.3.2020.

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3
Understanding environmental terrorism in times of climate change: Implications for asylum seekers in Germany | 2019

Kohler, Christina/dos Santos, Carlos Denner/Bursztyn, Marcel (2019): Understanding environmental terrorism in times of climate change: Implications for asylum seekers in Germany, in: Research in Globalization, 1:1, DOI: 10.1016/j.resglo.2019.100006.

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